Coburg
Unfallschwerpunkt

Das große Chaos blieb (noch) aus

Seit Montagmorgen ist die linke Geradeausspur in der Schützenstraße gesperrt. Der erste Tag verlief, entgegen den Befürchtungen, ohne Verkehrschaos.
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Der Rückstau in der Schützenstraße hielt sich gestern bei der Stichprobe zur Hauptverkehrszeit gegen 16.30 Uhr in Grenzen. Mehr als zwei Ampelphasen musste niemand warten. Größtenteils endete die Warteschlange schon auf Höhe der alten Angerhalle. Foto: Ulrike Nauer
Der Rückstau in der Schützenstraße hielt sich gestern bei der Stichprobe zur Hauptverkehrszeit gegen 16.30 Uhr in Grenzen. Mehr als zwei Ampelphasen musste niemand warten. Größtenteils endete die Warteschlange schon auf Höhe der alten Angerhalle. Foto: Ulrike Nauer
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Die Reaktionen - vor allem in den sozialen Medien - reichen von knallroten Wut-Smileys, über Schimpftiraden bis hin zu konstruktiven Vorschlägen; in wenigen Fällen wird sogar Verständnis gezeigt.
Die Stadt und die Coburger Unfallkommission wollen durch die Sperrung auf Probe (für drei Wochen) Erkenntnisse gewinnen, warum es im vergangenen Jahr auf der Angerkreuzung so viele Zusammenstöße gegeben hat. Viele Coburger bezweifeln jedoch, dass die Maßnahme Unfälle verhindert oder gar zeigen kann, wie sich der Verkehr auf der Kreuzung besser regeln ließe. Stattdessen befürchten viele, dass die Sperrung nur eines bewirkt: Chaos und Staus.
Dies bewahrheitete sich am Montag (noch) nicht. Gegen 16.30 Uhr traf sich der Leiter des Coburger Ordnungsamtes, Kai Holland, mit zwei Kollegen von den SÜC und dem CEB, um die Entwicklung zur Hauptverkehrszeit zu beobachten. Das große Chaos blieb aus, lange Wartezeiten an der Ampel in der Schützenstraße ebenfalls. Allerdings will Holland das noch nicht zu hoch bewerten, denn möglicherweise hatte die Ankündigung der Sperrung einfach nur bewirkt, dass sich Autofahrer andere Wege suchten. Man müsse das ganze schon kontinuierlich beobachten, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten.
Die öffentliche Kritik hat Kai Holland selbstverständlich mitbekommen. Sein Sohn habe ihn beispielsweise auf die Facebook-Kommentare aufmerksam gemacht. Aber auch im Amt seien einige Zuschriften eingegangen, wie die Verkehrsführung "verbessert" werden könnte.
Holland weist darauf hin, dass die Entscheidung zur Sperrung nicht von einer Person allein getroffen worden sei. Die Unfallkommission setze sich zusammen aus Vertretern des Ordnungsamtes, der Polizei, des CEB und der SÜC, die die Ampeln betreut. 18 Mal hatte es 2016 auf der Angerkreuzung gekracht, acht Mal, weil die Fahrzeuge auf der Geradeausspur aus der Schützenstraße fast frontal auf die Linksabbieger vom Schillerplatz treffen. Die beiden Geradeausspuren aus der Schützenstraße haben deshalb auf der Kreuzung einen leichten "Versatz" nach rechts. Holland: "Das ist der Knackpunkt!"
Für die Verkehrsexperten gilt es, sich an die Lösung des Problems heranzutasten. "Wir wollen einerseits die Kreuzung entschärfen, aber natürlich nicht den Verkehrsfluss zum Erliegen bringen", stellt Holland klar. "Wir eliminieren nun erst einmal den direkten Konflikt zwischen Geradeaus- und Linksabbiegerspur, und sehen dann, was das bewirkt."
Diverse weitere Möglichkeiten, die Kreuzung zu entschärfen, gebe es auch über die Ampelschaltungen, wie Sebastian Hanke erläutert. Er ist bei den SÜC für die Steuerungstechnik und damit auch für die Ampeln zuständig. Für ihn "eine anspruchsvolle, aber auch spannende Aufgabe".
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