Coburg

Das Werk Leopoldstraße 28 in Coburg ist gelungen

Für die erneuerte Fassade ihres Hauses in der Leopoldstraße wurden Ernst Albert und Renate Hellmich mit der "Stadtbild"-Medaille geehrt.
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Hans-Heinrich Eidt von der "Gemeinschaft Stadtbild Coburg" überreicht Ernst Albert Hellmich und Renate Hellmich die Medaille. Foto: Martin Koch
Hans-Heinrich Eidt von der "Gemeinschaft Stadtbild Coburg" überreicht Ernst Albert Hellmich und Renate Hellmich die Medaille. Foto: Martin Koch
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Die Gemeinschaft "Stadtbild Coburg" hat das Haus Leopoldstraße 28 mit ihrer Sanierungsmedaille ausgezeichnet. Wie Stadtbild-Vorsitzender Hans-Heinrich Eidt bei der Übergabe am Dienstag sagte, habe die Entscheider besonders die in diesem Jahr neu gestaltete Fassade beeindruckt. Möglich geworden sei die Sanierung durch die finanzielle Unterstützung der Geschwister Michael Stoschek und Christine Volkmann.


Geburtsort und Elternhaus

Eigentümer Ernst Albert Max Hellmich ist vor 85 Jahren in diesem Haus zur Welt gekommen. Ihm gehört das Gebäude in dritter Generation. Zusammen mit dem ebenfalls gründlich sanierten Nachbarhaus Leopoldstraße 30 bildet das Gesamtanwesen einen besonderen Blickfang in der Leopoldstraße, in der historischen Vorstadt Stetsambach als östliche Fortsetzung der inneren Altstadt.

Ernst Hellmich vermutet, dass das Haus Nummer 28 vor etwa 400 Jahren
erbaut worden sein könnte. Bekannt ist, dass der damalige Eigentümer, der Hofmusiker Johann Friedrich Hofmann, das Haus im Jahr 1819 sanieren ließ. Die Coburger Denkmalliste zählt das Gebäude zu den "typischen Kleinhandwerker- und Kleinkaufmannshäusern Coburgs", ein Typus, der in der Leopoldstraße häufiger vorkommt.

Der wohl bekannteste Bewohner des Hauses war der Schriftsteller Dr. Friedrich Hofmann. Der Sohn des bereits erwähnten Hofmusikers Johann Friedrich Hofmann wurde 1813 dort geboren. Er war Redakteur bei Meyers Konversationslexikon und später Chefredakteur der weit verbreiteten Familienzeitschrift "Die Gartenlaube", ein Vorläufer der modernen Illustrierten, die in ihrer Blütezeit eine Auflage von über 382.000 Exemplaren (1876) erreichte. Friedrich Hofmann war Ehrenbürger seiner Heimatstadt Coburg. Er starb 1888 in Ilmenau.
Die Familie Hellmich betrieb einst in dem Haus ein Feinkostgeschäft. Das frühere Ladenlokal dient heute als Maleratelier und Galerie für die Hausherrin Renate Hellmich.


Ein König und ein Bach

Die Leopoldstraße wurde erstmals im Jahr 1618 urkundlich erwähnt. Bis 1850 hieß sie aber einfach "Am Stetzenbach". Der Name Leopoldstraße erinnert an den ersten König der Belgier, Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha. Das Gewässer Stetzenbach hat seine eigentliche Quelle im oberen Teil des Pilgramsroth und gab dem ganzen Vorstadtquartier den Namen. Es gibt sogar noch einen Bürgerverein, die "Gemeinde Stets am Bach". Freilich war dieses Viertel nie eine rechtlich selbstständige Gemeinde, es hat immer zur Stadt Coburg gehört.
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