Antriebslos, unkonzentriert, übergewichtig, von Hitzewallungen und Schlafstörungen geplagt - davon sind nicht nur Frauen im Klimakterium betroffen, sondern auch Männer jenseits der 40. Der Grund dafür könnte ein Mangel an Testosteron sein. Um das festzustellen, ist ein Bluttest nötig. Den bot am Mittwoch die Deutsche Gesellschaft für Männergesundheit in der Fußgängerzone an. Und zwar kostenlos. "Beim Arzt muss man für diese Untersuchung um die 40 Euro zahlen. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht", erzählt Katharina Gabriel, die sich bei der Gesellschaft um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert.
Inzwischen hat sich ein Schlange vor dem Stoffpavillon mit den drei Plätzen zum Blutabnehmen gebildet. Dort steht auch Herbert Apel aus Weidach. "Ich bin einfach neugierig, wie meine Werte sind", erzählt er. Die Männer, die neben ihm stehen, nicken bestätigend. Und wie steht es mit dem Blutabnehmen? Damit haben Männer ja oft ein Problem. "Manche fallen sogar um, wenn sie ein bisschen Blut sehen", sagt Herbert Apels Nachbar belustigt. Doch der lässt sich nicht beeindrucken: "Wir sind mutig." Und schon wird er ins Zelt gerufen.
In der Schlange wartet auch Rosa Majowski aus Coburg. Eine Frau beim Testosteron-Test? "Ich habe davon erfahren und meinen Mann dazu überredet, sich testen zu lassen", erzählt sie. Konrad Majowski kommentiert das Ganze nicht und geht entschlossen in den Pavillon.

Gewissheit in wenigen Wochen


Auch Tageblatt-Redakteur Rainer Lutz will Gewissheit. Ernsthafte Beschwerden habe er zwar nicht, aber es interessiere ihn, ob bei ihm alles im gesunden Bereich ist. Hin und wieder ein wenig niedriger Blutdruck könnte ja auch ein Alarmzeichen sein. Also setzt er sich auf den Stuhl, tauscht sich kurz mit Helmut Weiß, dem Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt, aus, bevor der ihm die Nadel in die Vene sticht. 7,5 Milliliter Blut nimmt ihm der Arzt ab.
Das reicht aus. Und es dauert nur ein paar Minuten. "In etwa zwei Wochen bekommen die Männer das Ergebnis zugeschickt", erläutert Katharina Gabriel. "Wir teilen aber nur mit, ob sich die Werte im Normalbereich bewegen, Empfehlungen geben wir nicht. Das ist dann Sache des Hausarztes." Professionell ging es auch am Stand der Deutschen Gesellschaft für Männergesundheit zu. "Wir haben Personal vom Klinikum Coburg für die Blutabnahme gewinnen können", erzählt Katharina Gabriel.
Am Abend hielten im Landratsamt Fachleute vom Klinikum und von der Hochschule Coburg Vorträge zum Thema. Dazu gab es eine Podiumsdiskussion mit den Referenten, Vertretern der DAK und des G esundheitsamtes