Ebersdorf
Wald

Das Rückepferd - die sanfte Alternative zur Maschine

Das Holzrücken mit dem Pferd ist aus der Mode gekommen. Dabei haben die Tiere gegenüber Maschinen einige Vorteile.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mike Jakob mit seinem Kaltblüter Zilli beim Holzrücken bei FrohnlachFoto: Alexandra Kemnitzer
Mike Jakob mit seinem Kaltblüter Zilli beim Holzrücken bei FrohnlachFoto: Alexandra Kemnitzer
+1 Bild
Früher gehörte das Holzrücken zum ländlichen Bild unserer Dörfer. Zwischenzeitlich ist es nahezu ganz verschwunden, obwohl das Holzrücken mit dem Einsatz von Pferden eine sanfte Alternative zum Einsatz von Maschinen darstellt.

So können beispielsweise Waldböden bei nasser Witterung nicht mit schweren Forstmaschinen befahren werden, ohne dass Befahrungsschäden auf dem Untergrund entstehen. Das Pferd hingegen kann sich frei im Bestand bewegen, da es ein deutlich geringeres Gewicht hat und wendiger ist.


In schwierigem Gelände


Dadurch kann mit dem Vierbeiner auch auf staunassen Boden Holz boden- und bestandsschonen gerückt werden. Darüber hinaus hat das Pferd den Vorteil, dass die Umweltbelastung geringer ist und es auch im schwierigen Gelände eingesetzt werden kann.

Mittelschwere Kaltblüter eignen sich für die Rückearbeiten besonders geeignet, da sie nicht nur arbeitswillig, wendig, kraftvoll und robust sind, sondern auch einen ruhigen Charakter haben. Ein solches Rückepferd kann ohne Probleme sein Eigengewicht von rund einer Tonne ziehen.

Bei frisch geschlagenem Holz entspricht dies etwa einem guten Festmeter. Das Gewicht des Holzes wird über ein Kummet gleichmäßig auf den Schultern des Tieres verteilt, wodurch seine Zugkraft optimal genutzt werden kann.


Sinnvolle Ergänzung


Am Kummet ist über zwei Zugstränge, die links und rechts am Körper des Pferdes nach hinten verlaufen, ein Ortscheid angehängt. Mit einer Kette werden die Baumstämme daran befestigt. Auch wenn beispielsweise ein Seilschlepper eine höhere Leistung erbringt, liegen seine Einsatzkosten höher. Somit stellt das Holzrücken mit Pferd eine sinnvolle Alternative beziehungsweise Ergänzung zum Einsatz mit Forstmaschinen dar.

"Wir können bis zu 30 Festmeter pro Tag rücken", erklärt Mike Jakob, der in einem Privatwaldstück zwischen Frohnlach und Großgarnstadt trotz Minusgraden mit seinem zehn Jahre alten Kaltblüter "Zilli" im Einsatz ist.. Der 52-jährige Sonneberger betrieb das Holzrücken im Haupterwerb. Wegen geringer werdender Nachfrage ist er nun im Nebenerwerb tätig und als einziger seiner Zunft in Thüringen aktiv.

Mit seinem Pferd bildet er ein eingeschworenes Duo, zwischen dem ein absolutes Vertrauensverhältnis besteht. Dieses ist für die Holzrückearbeiten wichtig. Außerdem muss das Pferd in der Lagen sein, sich mit der angehängten Last den günstigsten Weg zu suchen und dabei aufmerksam zu reagieren.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren