Für Bestürzung und Kopfschütteln hat die Nachricht gesorgt, dass der DVV Coburg seine beiden Herren-Mannschaften vom laufenden Spielbetrieb zurückziehen will (Tageblatt vom 18. Dezember).
Die Enttäuschung gerade in der traditionsreichen Fußballstadt Coburg ist groß. Mitleid gibt es aber kaum, dafür scharfe Kritik, Schadenfreude und sogar Galgenhumor.
Egal ob am Stammtisch, auf dem Weihnachtsmarkt oder in der Angerhalle am Samstag beim Handball und am Sonntag beim Hallenfußball - überall wurde über die Krise des Fusionsvereins und ihre Folgen diskutiert.
"Finanzielle Probleme sind keine Schande", war dabei zu hören. Erst recht nicht in der heutigen Zeit, erst recht nicht im Amateurfußball, der gerade in Franken von Pleiten, Pech und Pannen in den letzten Jahren geprägt war. Insolvenzen und Konkurse in Schweinfurt, Würzburg, Bamberg, Bayreuth, Weismain oder Weiden. Und jetzt eventuell auch in Coburg!


Selbst Minimallösung wurde nicht verwirklicht




Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner zeigt wenig Verständnis für die Entwicklung. Zumindest eine Mannschaft hätte seiner Meinung nach weiterspielen müssen. Doch selbst die Minimallösung konnte nicht realisiert werden.
Für SPD-Stadtrat Martin Ruggaber, der seit 32 Jahren Mitglied beim VfB und DVV Coburg ist, kommt der Rückzug beider Teams einer Bankrotterklärung gleich.
Doch der ehemalige Spielleiter der damaligen Bayernliga-A-Jugend des VfB Coburg würde, wenn es noch eine Chance auf Rettung gäbe, sogar seinen verstaubten Spielerpass vorbeibringen: "Der liegt noch irgendwo zu Hause bei mir in einer Schublade". Galgenhumor? Oder gibt es vielleicht doch noch Möglichkeiten, den Spielbetrieb zumindest mit einer Mannschaft Aufrecht zu erhalten?

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