Coburg
Neujahrsempfang

Coburgs OB: Rettungskräfte sollen Lobby-Arbeit leisten

Die SPD-Stadtratsfraktion lädt die Vertreter von Feuerwehren und Rettungskräften ein, um ihre Wertschätzung auszudrücken. OB Kastner rät der "Blaulichtfraktion", die Gelegenheit zu nutzen und ihre Probleme direkt an die Stadträte zu bringen.
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Foto: Simone Bastian
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Das Signal kam an: "Die Einladung ist aus Sicht der Feuerwehr ein Zeichen, dass wir wahr- und ernstgenommen werden", sagte Stadtbrandrat Ingolf Stökl am Rande des Neujahrsempfangs. Notfallseelsorger Steffen Lübke (Meeder) freute sich über die Gelegenheit, mit "den politisch Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen". Denn, darauf wies wiederum Ingolf Stökl hin, Kommunalpolitiker und Einsatzkräfte müssten sich vielfach erst mal kennenlernen.

Der Großbrand zu Pfingsten 2012 habe die Bedeutung der Feuerwehr und Rettungskräfte wieder deutlich vor Augen geführt, sagte SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzender Thomas Nowak bei der Begrüßung.

Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) ist im Katastrophenfall auch der oberste Einsatzleiter - zumindest formal. Als solcher kennt er die Nöte der Rettungsorganisationen in Sachen Ausstattung und Personal.
Er weiß aber auch, dass die Stadt dankbar sein muss, dass sich noch genug Ehrenamtliche finden, die die Brand- und Katastrophensicherheit gewährleisten. "Wenn es uns nicht gelingt, Nachwuchs zu gewinnen, reden wir irgendwann über berufsmäßige Strukturen", warnte er. Und dass würde teurer, ohne dass sich an der Qualität etwas verbessern könnte.

Angesichts der Debatte um den Bau der Bahnunterführungen im Stadtrat (bei der Verabschiedung des Investitionsplanes 2013 bis 2016) bat Kastner die Rettungskräfte: "Es ist wichtig, dass Sie sich in diese Diskussion einbringen!" Denn einige Sekunden an einer geschlossenen Schranke warten zu müssen, sei "für ein Rettungsfahrzeug verdammt lang!" Die Grünen hatten vorgeschlagen, die sieben Millionen Kostenanteil der Stadt an den Bahnunterführungen einzusparen, indem man auf deren Bau verzichte. Geplant sind Unterführungen in Creidlitz, zwischen Quer- und Neustadter Straße (als Ersatz für die Übergänge Rodacher und Lauterer Straße an der Strecke Coburg-Sonneberg) sowie in der Rodacher Straße für die Bahnline nach Bad Rodach.


Wertschätzung ist gewiss

Bislang habe es im Stadtrat keine Diskussionen um die Beschaffungen für die Feuerwehr gegeben, sagte Kastner, "wohl weil man das vergangene Jahr noch im Kopf hat". Trotzdem riet er den Rettungskräften, auch von sich aus das Gespräch mit den Stadträten zu suchen. "Wir wollen Ihnen immer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen", versicherte er.

Gekommen waren Vertreter der Feuerwehren, des Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, vom Arbeitersamariterbund und von der Polizei. "Unsere Wertschätzung ist Ihnen gewiss", versicherte Thomas Nowak, der einräumte, dass die Einladung auch unter dem Eindruck des Großbrands erfolgte. Die SPD lädt nun schon seit einigen Jahren immer andere gesellschaftliche Gruppen zu ihren Empfängen.

Die Stadt könne selbst noch mehr dazu beitragen, den ehrenamtlichen Helfern ihre Arbeit zu erleichtern, sagte Ingolf Stökl am Rande des Empfangs. So könne sie intern bei den Mitarbeitern für mehr Engagement werben und Freistellungen erleichtern - auch als Beispiel für die Betriebe und Unternehmen. Denn letztlich wäre auch eine Berufswehr auf ehrenamtliche Helfer im Hintergrund angewiesen, sagte Stökl mit Blick auf den Großbrand in der Herrngasse. Damals waren nicht nur sämtliche Feuerwehren der Stadt im Einsatz, sondern auch viele aus dem Landkreis.
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