Coburg
Anerkennung

Coburger trotzen den Krankmachern im Büro

Die Stadtverwaltung hat für ihre Beschäftigten ein eigenes Gesundheitsmanagement eingerichtet, das offenbar auch funktioniert.
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Sportabzeichen erkämpft? Das macht offensichtlich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung Spaß.  Foto: AOK
Sportabzeichen erkämpft? Das macht offensichtlich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung Spaß. Foto: AOK
Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, brennende Augen und trockene Schleimhäute, die beste Bedingungen für Erkältungskrankheiten bieten - wer sein Arbeitsleben im Büro und vor dem Computer zubringt, kennt das. Doch kränkelnde und kranke Mitarbeiter sind nicht gut für ein Unternehmen. Eine mögliche Gegenmaßnahme: Arbeitgeber tun etwas für die Gesundheit der Arbeitnehmer.


Leistungsfähig bleiben

In der Stadtverwaltung läuft das Projekt Gesundheitsförderung schon seit Jahren. "Die Mitarbeiter sollen am besten dauerhaft bei uns bleiben und dabei auch leistungsfähig sein", sagt Jürgen Escher von der Stabsstelle Mitarbeiterbetreuung, die Oberbürgermeister Norbert Tessmer mit seiner Amtsübernahme 2014 neu eingerichtet hat und die ihm direkt unterstellt ist. Eines der Arbeitsgebiete ist das Gesundheitsmanagement. "Da gibt es zum einen die Dienstpflichten. Wir bieten den Mitarbeitern regelmäßige Untersuchungen an, die Reinigungskräfte werden geimpft." Dafür sucht die Stadt sich über Ausschreibungen einen externen Dienstleister.
Der freiwillige Teil ist die Gesundheitsförderung, die vor allem etwas mit Prävention zu tun hat. "Vor etwa anderthalb Jahren haben wir einen Steuerungskreis eingerichtet, in dem unter anderem die Personalrätin und die Gleichstellungsbeauftragte mitarbeiten", erläutert Jürgen Escher. "Außerdem haben wir im TV 48 einen guten Partner gefunden."


Betriebssportfest

Zusammen mit dem Turnverein wurde zum Beispiel im zurückliegenden Jahr ein Betriebssportfest organisiert. Es finden Gesundheitstage statt und in den Ämtern gibt es Angebote, sich sportlich zu betätigen.
Wer mag, kann sich bei der Gleichstellungsbeauftragten, Susanne Müller - sie war früher für den Gesundheitsbereich zuständig -, kostenlos sogenannte Strechbänder ausleihen. "Zudem werden monatlich neue Übungen angeboten. Einen Hinweis darauf gibt es über die Computerbildschirme." Das alles sei mit 30 Personen getestet worden.
"Von einigen haben wir den Hinweis bekommen, dass es mitunter schwierig ist, die Übungen zu absolvieren. Denn viele Abteilungen haben ständigen Kundenverkehr. Da bleiben nur die Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit." Doch auch daran sei das Interesse inzwischen groß, stellt Jürgen Escher fest. "Das beweisen die Vorschläge aus dem Mitarbeiterkreis."
Und wie schätzt Personalrätin Nicole Klebeg die Gesundheitsförderung in der Verwaltung ein? "Seit Herr Escher da ist, wurden große Fortschritte gemacht. Aber es lässt sich auch alles noch optimieren."
Mit Wohlwollen sieht die AOK, was sich da im Rathaus tut und hat sich entschlossen, die Stadt für ihre vorbildliche betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) mit dem AOK-BGF-Award 2016 auszuzeichnen.


Gewinn für alle

"Die betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen sind ein Gewinn für alle. Die Beschäftigten gewinnen an Lebensqualität und Arbeitsfreude, das Unternehmen gewinnt motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter und steigert damit auch langfristig seine Produktivität", sagt dazu der AOK-Firmenkunden-Bereichsleiter Hubert Carl.
Darüber hinaus wird die Stadt Coburg mit dem silbernen Zertifikat "Gesundes Unternehmen" der AOK Bayern ausgezeichnet. In einer Pressemitteilung der AOK heißt es: "Im Rahmen der Zertifizierung werden in einem eintägigen Audit Stärken und Verbesserungspotenziale sowie der Stand des betrieblichen Gesundheitsmanagements nach einem bundesweit einheitlichen Qualitätsstandard ermittelt. Die Prüfung umfasst unter anderem Gesundheitsangebote wie Rückenschulkurse oder Stressmanagement, Mitarbeiterbefragungen und das Berichtswesen - beispielsweise zum Gesundheitszustand."
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