Es geht darum, Demonkratie zu leben. Wie? Miteinander reden, einander zuhören, versuchen, eine gemeinsame (Kompromiss-)Lösung zu finden. Diese Formel nennt Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD), und er hat sie als langjähriges Mitglied von Stadtrat und anderen Gremien zigfach praktiziert.

Bei der zweiten Coburger Demokratiekonferenz kann das jeder mit ausprobieren. Es geht um "Integration leben", angestoßen von der Tatsache, dass seit einem Jahr zahlreiche Flüchtlinge ins Land kamen. Aber das ist nicht der einzige Anlass, die Demokratiekonferenz in diesem Jahr mit der Internationalen Woche in Coburg zu verknüpfen, wie Nowak betont. "Schon vor der Flüchtlingswelle lebten Menschen aus 110 Nationen in Coburg". Die Stadt schreibt gerade ihr Integrationskonzept fort, und auch das wird bei der Demokratiekonferenz zur Debatte stehen.

Die Konferenz am Samstag, 24. September, im Coburger Rathaus soll aber auch deutlich machen, welche Werte "für uns nicht verhandelbar sind", betont Nowak. Da hat er zum einen die Neuankömmlinge im Blick, denen manches in der hiesigen Gesellschaft fremd ist, aber es geht ihm auch um die Stärkung der Demokratie im eigenen Land. "Da gibt es Tendenzen, die ich durchaus bedenklich finde."

Organisiert wird die Konferenz von Franziska Bartl, die das örtliche Partnerbüro des Bundesprogramms "Demokratie leben" leitet. Die Konstruktion ist ein bisschen kompliziert: Als Veranstalter treten das Bündnis "Wir sind bunt: Coburg Stadt und Land" sowie die VHS Coburg auf, bei der das Büro von Franziska Bartl angesiedelt ist.
Mitzureden hat außerdem die Stadtverwaltung, genauer gesagt, das Amt für Jugend und Familie, denn dort wird das Geld verwaltet, das vom Bundesprogramm "Demokratie leben" kommt. Damit werden Projekte und Aktionen gefördert, die die Demokratie stärken. "Das Geld, das wir da vereinnahmen, geht zu 100 Prozent nach draußen", betont Reinhold Ehl, Leiter des Amts für Jugend und Familie. Unterstützt werden unter anderem ein Festival "contre racisme" nach französischem Vorbild im Oktober und ein Projekt des Alexandrinums.


Organisatorisches zur Demokratiekonferenz


Termin Samstag, 24. Oktober, 11 bis 16 Uhr, Rathaus Stadt Coburg (Markt 1).

Programm Es ist nicht erforderlich, die gesamte Konferenz zu besuchen. 11 Uhr: Begrüßung durch OB Norbert Tessmer; 11.30 Impulsvortrag "Herausforderungen und Chancen der Integrationsgesellschaft"; 12.15 Uhr Integrationsfilm der Rückertschule; 12.30 Uhr Podiumsdiskussion; 13.30 Uhr Pause; 14 Uhr Thementische (Umgang mit Rassismus; Menschenrechte; Integrationskonzept; Zusammenleben; Einbürgerungsportal; Flucht und Ankunft); 15.30 Plenum. Ausführlich im Internet unter www.coburg-ist-bunt.de.

Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen erbeten, aber kein Muss: E-Mail demokratie@vhs-coburg.de; Telefon 09561/882542.