Coburg
Enthüllt

Coburger Von-Schultes-Straße ist verschwunden

Eigentlich heißt die frühere Von-Schultes- schon seit Mai Max-Brose-Straße, und etliche Internet-Kartenwerke hatten sie auch schon seit geraumer Zeit als solche verzeichnet. Doch erst seit Dienstag sind auch die entsprechenden Straßenschilder zu sehen.
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Seit Dienstag zu sehen: Die Schilder Max-Brose-Straße in Coburg nebst Erläuterungen. Foto: Simone Bastian
Seit Dienstag zu sehen: Die Schilder Max-Brose-Straße in Coburg nebst Erläuterungen. Foto: Simone Bastian
Darunter sind Informationen über Max Brose zu lesen: Geboren 1884, gestorben 1968, Kaufmann, "1919 Gründung des Metallwerks Max Brose & Co. mit Ernst Jühling in Coburg, 1933 bis 1943 Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg." Das von Max Brose gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in dieser Straße, die seit der Erschließung der Südstadt an dieser Stelle Von-Schultes-Straße hieß, benannt nach einem herzoglichen Archivar, der die Geschichte des Henneberger Landes schrieb.


Zwangsarbeiter in Coburg beschäftigt

Die Straßenumbenennung war in Coburg umstritten, weil Max Brose außerdem ab 1933 Mitglied der Hitler-Partei war und während des Kriegs Zwangsarbeiter beschäftigte. Allerdings stellte der Stadtrat in seiner Sitzung im März fest, dass Max Brose in den Jahren 1933 bis 1945 kein Fehlverhalten als Unternehmer und IHK-Präsident vorgehalten werden könne.


Beschluss zur Umbenennung


Im Mai folgte der Beschluss, die Von-Schultes-Straße nach dem Firmengründer zu benennen. Dessen Nachfahren halten heute noch alle Anteile an dem Unternehmen, das inzwischen Brose Fahrzeugteile heißt, fast sechs Milliarden Euro Umsatz im Jahr macht und weltweit 24 000 Mitarbeiter beschäftigt.

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