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Lautertal
Kommunalwahl 2014

Coburger ULB wollen Kreistagsliste mit 60 Kandidaten

Die Wähler im Landkreis Coburg werden - 360 Unterstützungsunterschriften vorausgesetzt - bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr eine weitere Liste auf ihrem Stimmzettel finden: die "Unabhängigen Landkreisbürger". 60 Bewerber sollen dort auf der Liste stehen.
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Die Führungscrew der Unabhängigen Landkreisbürger (von links): Markus Mönch (Weidhausen), Werner Ulbrich (Untersiemau), Udo Döhler (Dörfles-Esbach), Ulrich Scholz (Lautertal) und Jürgen Wittmann (Grub am Forst). Foto: Lothar Weidner
Die Führungscrew der Unabhängigen Landkreisbürger (von links): Markus Mönch (Weidhausen), Werner Ulbrich (Untersiemau), Udo Döhler (Dörfles-Esbach), Ulrich Scholz (Lautertal) und Jürgen Wittmann (Grub am Forst). Foto: Lothar Weidner
Das Ziel ist klar: Die "Unabhängigen Landkreisbürger" (ULB) haben sich gegründet, um bei der nächsten Kreistagswahl anzutreten - und selbst bei einem eigenen Landratskandidaten hört man von den ULB zumindest keine kategorische Absage. Die überparteiliche Organisation hat nach den Worten ihres Vorsitzenden, Udo Döhler (Bürgermeister von Dörfles-Esbach), ihren Ursprung darin, dass sich die Freien Wähler (FW) zu einer Partei entwickelt haben und sogar bei der Landtags- und Bundestagswahl angetreten sind. Dies werde an Teilen der Basis nicht mitgetragen.

Die ehemaligen Freien Wähler aus Dörfles-Esbach haben schon vor einiger Zeit entschlossen darauf reagiert. Sie sind komplett bei den FW ausgetreten und haben sich einen neuen Namen gegeben. Auch die Freien Wähler Lautertal haben eine Namensänderung beschlossen: Sie heißen nun "Überparteiliche Wählergemeinschaft" und definieren ihre Ziele ausschließlich über die Gemeinde und den Landkreis.

"Wir wollen alle kommunalen Angelegenheiten in Freiheit und Unabhängigkeit vertreten und mitbestimmen und sachbezogene Kommunalpolitik auf Landkreisebene betreiben", sagte Udo Döhler. Leitthema soll die Stärkung der regionalen Identität des Landkreises sein. "Das im Landkreis verdiente Geld soll auch weitgehend im Landkreis bleiben. Wir wollen das regionale Bewusstsein anregen", sagte der Vorsitzende. Das Vereinslogo soll für Vertrauen und Verlässlichkeit stehen.

Markus Mönch (Bürgermeister aus Weidhausen und künftiger stellvertretender ULB-Vorsitzender) bemängelte, dass die etablierten Parteien nicht den Dialog mit den Bürgern suchen. "Das wollen wir ändern", kündigte Mönch an. Udo Döhler ergänzte: "Wir sind eine Alternative gegen die Politikverdrossenheit." Der Verein selbst wurde bereits Anfang Oktober gegründet und im Registergericht angemeldet. Inzwischen haben politische Gruppierungen aus Dörfles-Esbach, Weidhausen, Grub, Untersiemau und Lautertal ihre Heimat bei den ULB gefunden. Auch in den anderen Gemeinden wird der Verein nun Fuß fassen. Den Unterschied zu den Freien Wählern sah Döhler in der Tatsache, dass sie keine Partei sind, die von oben bestimmt wird. "Wir agieren an der Basis von unten nach oben", meinte er.

Antreten will die ULB ausschließlich für Sitze im Kreistag - idealerweise kann sie dabei 60 Bewerber stellen. "Wir sind zuversichtlich, diese Zahl zu erreichen", meinte Döhler. Das heißt natürlich auch: Auf der Liste werde nicht nur Kandidaten aus Dörfles-Esbach und Lautertal stehen.

Voraussetzung für eine Liste sind 360 Unterstützer-Unterschriften, die in allen Landkreisgemeinden abgegeben werden können - und zwar nach der Präsentation der Bewerber, die im November/Dezember diesen Jahres erfolgen soll. Über einen Landratskandidaten wird noch nachgedacht. Mitglieder anderer politischer Parteien dürfen nicht zur ULB stoßen.

Flugplatz: Ja, aber nicht in Neida

Drei Blöcke von Themen hat sich die ULB für die Kreistagsarbeit auf die Fahnen geschrieben. "Wir wollen uns dabei der Dienstleistungsmentalität entgegenstellen", erklärte Döhler. Eine lokale Identität entwickeln, junge Familien fördern sowie das bürgerschaftliche Engagement und das generationsübergreifende Miteinander stärken - das sind einige Ziele.

Außerdem fordern die ULB im Rahmen von Infrastrukturmaßnahmen einen "konsensfähigen" Bahn-Lückenschluss nach Thüringen über Bad Rodach und auch einen Verkehrslandeplatz. Grundsätzlich befürworte man diesen - allerdings "nicht unbedingt" bei Neida.