Ebern
Gemeinschaftsaktion

Coburger Stadträte wollen Wöhrl erhalten

Die Coburger Wöhrl-Filiale darf nicht geschlossen werden. Deshalb schreiben die Vorsitzenden von vier Stadtratsfraktionen gemeinsam an den Vorstand.
Artikel drucken Artikel einbetten
2012 eröffnete Wöhrl die Filiale in der Coburger Ketschengasse. Foto: Jochen Berger
2012 eröffnete Wöhrl die Filiale in der Coburger Ketschengasse. Foto: Jochen Berger
Die Idee kommt von der Fraktion "PRO Coburg" und wird von allen Fraktionen des Coburger Stadtrats - außer der CSB - unterstützt: In einem Brief an den neuen Vorstandsvorsitzenden von Wöhrl, Andreas E. Mach, bieten die Coburger Stadträte ihre Zusammenarbeit und Unterstützung an, damit das Kaufhaus in der Ketschengasse erhalten bleiben kann. Eine solche Gemeinschaftsaktion - geschrieben von Jürgen Heeb und unterzeichnet von Petra Schneider (SPD), Max Beyersdorf (CSU), Wolf-Rüdiger Benzel (Die Grünen) sowie Mathias Langbein (SBC) - hat es bisher so noch nicht gegeben.

Hintergrund ist, dass Wöhrl als Unternehmen Gläubigerschutz beantragt hat, um konsolidieren zu können. Filialschließungen sind da nicht ausgeschlossen, was die Stadtratsmitglieder - wie es in dem Schreiben heißt - "mit einer gewissen Besorgnis zur Kenntnis genommen" haben.
Wöhrl hatte die Coburger Filiale im ehemaligen C&A vor genau fast vier Jahren, im September 2012, eröffnet.

Von Seiten der Politik sei man sich dem Ernst der Lage durchaus bewusst, heißt es in dem Schreiben. Heeb bezeichnet das Modehaus Wöhrl als Ankermieter, der eine Schlüsselfunktion im Sanierungsgebiet Ketschenvorstadt einnehme. Die Fraktionsvorsitzenden möchten "jede in unserer Macht stehende Hilfestellung anbieten", damit die Filiale in Coburg bleibt.

Weiter heißt es: "Als Stadträte schaffen wir die Rahmenbedingungen, mit denen die Verwaltung Wirtschaft und Stadtleben zukunftsfähig ausrichten kann. Exemplarisch sei hier der weit und breit einmalig niedrige Gewerbesteuerhebesatz von 310 Prozent zu nennen. Eine Reihe von großen Arbeitgebern mit hochqualifizierten und gut dotierten Arbeitsplätzen bieten Ihrem Unternehmen das nötige Kundenpotenzial und nicht zuletzt können Stadtmarketing und Citymanagement Sie sicher dabei unterstützen, den Standort Coburg zukunftssicher zu gestalten."

Heeb bittet Mach, konkrete Wünsche zu äußern, die ihm eine Entscheidung, den Standort Coburg nicht auf die Streichliste zu setzen, erleichtern. "Zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Selbstverständlich werden wir die Möglichkeit der Umsetzung so schnell wie möglich prüfen."

Am Mittwoch hatte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) mitgeteilt, dass er sich nach der Situation der Coburger Wöhrl-Filiale erkundigt habe. Dabei habe er erfahren, dass die Umsatzprognosen für die nächsten Jahre in Coburg "vorzeigbar" seien. Eine Entscheidung, ob und wo Standorte geschlossen werden, sei erst im Frühjahr 2017 zu erwarten.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren