Coburg
Feier

Coburger Singkreis St. Lukas feiert sein 40-jähriges Bestehen

Der Singkreis St. Lukas begleitet seit 40 Jahren die Gottesdienste in der Lukaskirche am Ketschendorfer Hang musikalisch. Die Akteure sind mit großer Leidenschaft am Werk.
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Die Jubilare des Singkreises St. Lukas im Jahr des 40-jährigen Bestehens: die Herren (hinten von links) Gerhard Korn sowie die Brüder Burkard und Reiner Wisch, die Damen (vorne von links) Christine Rudloff, Carolin Betz und Roswitha Wisch. Foto: Martin Koch
Die Jubilare des Singkreises St. Lukas im Jahr des 40-jährigen Bestehens: die Herren (hinten von links) Gerhard Korn sowie die Brüder Burkard und Reiner Wisch, die Damen (vorne von links) Christine Rudloff, Carolin Betz und Roswitha Wisch. Foto: Martin Koch
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Der Singkreis St. Lukas in Coburg ist eine musizierfreudige Gemeinschaft, die fest zusammenhält. Während ähnliche Gesangsgruppen im Coburger Land über Nachwuchsmangel klagen, treffen sich in der Lukaskirche am Ketschendorfer Hang in der Regel am Montagabend bis zu 22 Damen und Herren in fröhlicher und vor allem sangesfreudiger Runde. Es seien in den letzten Jahrzehnten immer so um die 20 Männer und Frauen gewesen, erzählen die beiden Brüder Reinhard und Burkhard Wisch sowie Ehefrau/ Schwägerin Roswitha Wisch, die praktisch zu den Gründungsmitgliedern des Chores gehören.

So ganz nebenbei gibt ein Chormitglied zu bedenken, dass das Durchschnittsalter doch so um die 67 Jahre betrage. So alt fühlt sich aber in Wirklichkeit keines der Mitglieder, und ans Aufhören denkt keiner.
Bei der Chorprobe überzeugt der Chor durch einen satten und harmonisch sicheren Klang. Am Montag ging es in den Endspurt.


Großes Konzert zum eigenen Geburtstag

Denn am Sonntag, 3. Mai, findet um 9.30 Uhr in der St.-Lukas-Kirche der Festgottesdienst zum Chorjubiläum statt. Die Gläubigen können sich am Sonntag auf alte und neue Chorsätze freuen. Im Repertoire fehlt natürlich auch nicht der Gregorianische Choral, der Introitus für die österliche Freudenzeit.
Klingt er besser, wenn die Männer ihn singen, oder sind dieses Mal die Frauen besser drauf? Chorleiterin Angelika Züger entscheidet sich für die Frauen. Der Probedurchlauf erinnert an den souveränen Klang eines Nonnenchors in einer alten Kathedrale.

Respekt vor der Mendelssohn'schen Motette

Ein wenig erschrecken die Sängerinnen und Sänger schon, als Angelika Züger - sie leitet seit 15 Jahren den Chor - die Noten für Felix Mendelssohn-Bartholdys Motette "Jauchzet dem Herrn alle Welt", eine Vertonung des 100. Psalms, in der Hand hält. Die Chormitglieder hören sich erst einmal eine Interpretation auf der Musikanlage an. "Gut Ding will Weile haben", meinen einige Damen und Herren. Aber der Ehrgeiz, dies zu singen, hat siegepackt.
Es geht sehr menschlich zu im Singkreis St. Lukas. Das schätzen die Mitglieder. Es gibt sicher auch einen Leistungsdruck, die Leute wollen ja Musik machen und die Gemeinde damit erfreuen. Es ist aber ein sehr wohl dosierter Leistungsdruck.

Aus demKirchenchor wurde ein konzertantes Ensemble

Die Lukaskirche wurde vor 46 Jahren, 1969, eingeweiht. Schon zu Beginn der 1970er-Jahre regte sich der Wunsch nach einem Kirchenchor. In der Adventszeit 1974 fanden sich dann 14 Männer und Frauen aus der Gemeinde zu einem Projektchor zusammen, der "Singgemeinschaft Christvesper 1974". Sie wollten unter der Leitung von Hans Höfer eigentlich nur den Gottesdienst am Heiligen Abend ausgestalten. Aber dabei blieb es nicht. Schon zwei Wochen später fand die erste reguläre Chorprobe statt. Die erste Leiterin des nunmehr so bezeichneten "Singkreises St. Lukas" war Margarete Lang. Bald folgten die ersten Gastspiele, kleine Konzerte und Abendmusiken beispielsweise im Lützelbucher Laurentiushaus, im Ernst-Faber-Haus oder im heutigen Klinikum. Neben der Sakralmusik hat sich der Kirchenchor auch ein kleines weltliches Repertoire erarbeitet.
Der hoch geschätzten Pionierin der Kirchenmusik in Ketschendorf, Margarete Lang, folgten im Laufe der Jahrzehnte als Chorleiterinnen noch Adelheid Luithardt, Carolin Heckel und schließlich auch ein echter Coburger Promi, die am Landestheater Coburg engagierte Sängerin Carol Lendner.

Die aktuelle Chorleiterin Angelika Züger leitet seit der Jahrtausendwende das Ensemble. "Es macht mir Freude, das Lob Gottes durch Musik auszudrücken", sagt sie.

Die Chemie zwischen Chor und Chorleiterin passt einfach in St. Lukas. Roswitha Wisch (fast) 40 Jahre im Singkreis hat schon einige Jahre anderweitige Chorerfahrung. Im Alter von zwölf Jahren war sie schon Mitglied im Kirchenchor von Aidhausen in Unterfranken. Die Kirchenmusik habe sie immer wieder aufgebaut. "Wenn die Chorprobe vorbei ist, gehe ich immer ganz beschwingt nach Hause."

Für Christine Rudloff (mehr als 25 Jahre Mitglied) ist die Kirchenmusik ein Dienst an der Gemeinde. Aber auch für sie gilt: "Ich schätze diese nette Gemeinschaft!"

Carolin Betz ist durch eine Nachbarin auf den Singkreis St. Lukas aufmerksam geworden. Sie ist überhaupt von der Musik begeistert. Sie singt noch mit im Chor "Unerhört" und ist bei der Kirchenband der Gemeinde St. Lukas dabei.

Gerhard Korn (über 25 Jahre Mitglied), von Haus aus Naturwissenschaftler, legt durchaus auch Wert auf die spirituelle Komponente seines Musizierens: "Geistliche Lieder sind eine andere Form der Anbetung Gottes!"

Die beiden Brüder Reinhard und Burkhard Wisch (40 Jahre Mitglied) sind quasi zwei wichtige Stützpfeiler der Kirchenmusik in der Lukaskirche. Beide sind auch Mitglied im Posaunenchor St. Lukas, der probt am Montagabend gleich im Anschluss an den Singkreis. Wenn Burkhard Wisch auf die Frage nach seiner Motivation antwortet, heißt es ganz lapidar: "Zuallererst geht es mir um die Freude!" Da müssen wir von der Zeitung nicht noch einmal kritisch nachhaken. Das glauben wir sofort.

Den Festgottesdienst am Sonntag, 3. Mai, feiert die Gemeinde mit Dekan i. R. Winfried Züger. Es ist übrigens der fünfte Sonntag der Osterzeit, der Sonntag Kantate, der besonders der Kirchenmusik gewidmet ist.




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