Coburg
Zukunftswerkstatt

Coburger Schulhof gestalten - frech und frei

Zusammen mit Studierenden der Hochschule entwerfen die Schüler der Heiligkreuzschule ihren eigenen Pausenbereich.
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Kalte Steinbänke sind nichts für empfindliche Kinder-Popos. Die Mädchen waren sich einig: "Da kriegt man im Herbst und im Winter Blasenentzündung."
Kalte Steinbänke sind nichts für empfindliche Kinder-Popos. Die Mädchen waren sich einig: "Da kriegt man im Herbst und im Winter Blasenentzündung."
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Ein Drachenparadies mit Klettergerüst, Riesenrutsche und Hängematte wünschen sich Jan und Quentin aus der Klasse 5a. Sie haben eine genaue Vorstellung im Kopf, die sie auch schon zu Papier gebracht haben und sehr detailliert beschreiben können.
Ob tatsächlich irgendwann ein solches Spielobjekt auf dem Pausenhof der Heiligkreuzschule steht, ist noch völlig offen. Im Moment sind die Kinder zusammen mit Studenten der Hochschule in der Fantasiephase, wie es Martina Wiedermann vom Studiengang Soziale Arbeit ausdrückt. Ideen sammeln, Wünsche äußern, über Dinge nachdenken, die man gerne hätte und die einen stören - all das machen die Fünftklässler zur Zeit. "Lebensraum Schule - Kommunikation gestalten" ist das interdisziplinäre Projekt der Hochschule überschrieben, das im Rahmen des Coburger Wegs durchgeführt wird. Innenarchitekturstudenten arbeiten dabei mit den Studierenden von der Sozialen Arbeit Hand in Hand.
Bereits im vergangenen Jahr war Martina Wiedermann an der Heiligkreuzschule aktiv. Damals ging es um die Sanierung des Schulgebäudes. In diesem Semester beschäftigen sich die Schüler mit ihrem Schulhof. Die Realisierungsphase wird viel später sein.

Holz statt Stein oder Metall

"Mit der tatsächlichen Umsetzung rechnen wir erst in vier bis fünf Jahren", sagt Rektorin Ariane Hofmann. Aber die Kinder sollen von Anfang mit einbezogen werden. Im Herbst werden aus den Vorschlägen zusammen mit den Innenarchitekturstudenten Modelle gebaut. Eins steht heute schon fest: Die Steinbänke, die sich auf dem großen Schulhof im Kreis aneinanderreihen, sind den Kindern - vor allem den Mädchen - ein Dorn im Auge: "Die sind so kalt, wenn wir uns da drauf setzen, kriegen wir eine Blasenentzündung!"
Carola (Soziale Arbeit) war überrascht, wie klar manche Kinder ihre Vorstellungen formulieren konnten. Manche hätten etwas Anleitung gebraucht, aber im Großen und Ganzen hätten viele eine tolle Fantasie bewiesen. Rico zum Beispiel. Er wünscht sich ein Spukschloss, in dem man sich verstecken und andere erschrecken kann. Eigentlich aus Metall. Doch Ammelie, 11, empfiehlt ihm Kunststoff in Metalloptik: "Das kommt billiger!"
Ganz wichtig ist den Kindern das Material Holz. Viele Ideen basieren auf dem warmen, lebendigen Baustoff.


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