Coburg
Spendenaktion

Coburger Retter mit feiner Nase

Die Rettungshundestaffel des BRK in Coburg finanziert ihren wichtigen Dienst rein aus Spendengeldern. Die Umrüstung auf den Digitalfunk stellt sie vor große finanzielle Hürden. Jeder kann sie dabei unterstützen.
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Paula am Ziel. Vermisste Person gefunden, Leckerli kassiert. Fotos: Rainer Lutz
Paula am Ziel. Vermisste Person gefunden, Leckerli kassiert. Fotos: Rainer Lutz
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Zuerst ist es ein entferntes Glöckchen. Dann wird es rasch lauter. Krachende Äste, Hecheln - dann ist Cleo da. Die Labradorhündin schnüffelt, untersucht den Menschen da am Boden. Dann ist sie sicher, dass sie gefunden hat, was sie sucht. Sie bellt. Das tut sie so lange, bis Elke Kunz da ist. Die beiden sind ein Gespann der Rettungshundestaffel beim BRK in Coburg. Mit der erfolgreichen Suche endet der Trainingstag für sie und einige ihrer Mitstreiter.
Das "Opfer" darf aufstehen und bekommt einen Waschlappen, den Elke Kunz vorsorglich dabei hat. Cleo hat eine "feuchte Aussprache", das weiß die Trainerin, die selbst die Rettungshundestaffel in Coburg gegründet hat.


Teurer Funk macht Sorgen

"Heute hat die Staffel 18 feste Mitglieder mit derzeit 15 Hunden", erklärt Daniel Lorz. Er ist der stellvertretende Leiter der Truppe und mit dem Einsatzfahrzeug gekommen. "Es hat zehn Jahre gedauert, bis wir das Geld dafür zusammen hatten", sagt er. Denn das Auto musste, wie alles andere, aus Spendengeldern beschafft werden. Jetzt ist die Staffel mit dem umgebauten ehemaligen Rettungswagen mobil. Fünf Hundeboxen finden darin Platz und natürlich fünf Hundeführer, ihre Einsatzrucksäcke, GPS-Geräte, Helme und Funkgeräte. Gerade die machen Lorz jetzt Sorgen: "Mit der Umstellung auf Digitalfunk brauchen wir neue Geräte, und eins kostet über 300 Euro." Kein Pappenstiel, wenn man auf Spenden angewiesen ist.
"Aber den Funk brauchen wir", stellt Elke Kunz ganz klar fest. Der Augenblick, in dem Cleo oder einer der anderen Rettungshunde bei der gesuchten Person eintrifft, ist das erste Glied einer langen Rettungskette. Cleo bellt, bis Elke Kunz da ist. Sie wird von einem weiteren Helfer begleitet. Die Sanitäter leisten erste Hilfe, beurteilen die Situation und geben per Funk an das Basisfahrzeug durch, wo die Person gefunden ist, und was dort benötigt wird. Alleine lassen dürfen sie den Gefundenen nun nicht mehr. "Ohne Funk geht da gar nichts", stellt auch Daniel Lorz fest. Fünf Teams und ein Gerät an der Basis - das macht sechs Funkgeräte. Ein ordentlicher Brocken für die Truppe, die ja auch für andere Sachen ständig Geld braucht.
Was die Hundeführer für sich und ihr Tier brauchen, das zahlen sie selbst. Für die zahllosen Trainingsstunden, die sie leisten müssen, ehe der Hund so weit ist, dass sich das Gespann der Prüfung stellen kann, bekommen sie auch nichts. Und selbst ihr Einsatz ist kostenlos.
"Das wissen viele nicht, deshalb werden wir oft spät oder gar nicht angefordert", sagt Daniel Lorz. Dabei wäre es ideal, wenn die Staffel sehr früh informiert würde, wenn eine vermisste Person gesucht werden muss. "Wir haben ja unser Einsatzgerät nicht immer dabei, das müssen wir erst holen", sagt Lorz lachend. Elke Kunz rechnet vor, dass es etwa 45 Minuten dauert, bis die Mannschaft abrücken kann - ohne Anfahrt. Da sind schnell eineinhalb Stunden weg, ehe sie vor Ort sind.


Kostenlose Profis

Dort muss sich das Team ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten machen, Informationen über die gesuchte Person sammeln und entscheiden, wo eine Suche am sinnvollsten angesetzt werden kann. Jedes Team muss mit genauen Anweisungen ausgestattet werden, ehe es losgehen kann. Daniel Lorz ermutigt daher Polizei und Feuerwehr, an die Rettungshundestaffel zu denken, wenn es um vermisste Personen geht. "Die anderen Einsatzkräfte können so viel. Wir können nur das - aber das dafür am besten", ist Lorz überzeugt. "Und wir kosten nicht mal was", fügt er hinzu.
Acht bis zehn Suchen im Jahr waren es früher immer, die geleistet wurden, sagt Elke Kunz. Inzwischen sind es jedes Jahr mehr als zehn. Ein Anstieg, der auch mit der wachsenden Zahl von Demenz betroffener älterer Menschen in Zusammenhang gebracht wird. Nicht jede Suche ist erfolgreich. Nicht jeder Gesuchte kann noch lebend gefunden werden. Doch in jedem Fall, in dem ein Rettungshund einen hilflosen Menschen gefunden hat, ehe es zu spät war, hat die Staffel einen Dienst geleistet, der mit keinem Geld der Welt bezahlt werden könnte.
Alles Geld der Welt brauchen die ehrenamtlichen Helfer auch nicht, um ihre Arbeit machen zu können. Aber so viel, dass sie die absolut notwendige Ausrüstung mit in den Einsatz nehmen können, so viel brauchen sie eben doch. Deshalb hoffen sie auf Spenden, die ihnen die Anschaffung neuer Funkgeräte ermöglichen.

Spendenaktion Das Coburger Tageblatt und "Franken helfen Franken" möchten die Rettungshundestaffel unterstützen und bitten um Spenden. Bitte geben Sie als Verwendungszweck "Rettungshunde" an.

Kostenlos Jeder für "Franken helfen Franken" gespendete Euro geht an den guten Zweck, die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken, der das Coburger Tageblatt angehört.

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Bayerische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Das will sie nutzen, um mithilfe des Spendenvereins "Franken helfen Franken" Hilfsbedürftige in verschiedenen Teilen Frankens zu unterstützen.
Miteinander Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders und der Hilfe auszeichnet. Seit Gründung 2009 wurden schon mehr als 231 000 Euro ausgereicht.

Spendenkonto Sparkasse Bamberg; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01
BIC: BYLADEM1SKB

Fragen? Mehr Infos und Kontaktdaten unter der Adresse franken-helfen-franken.de.



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