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Coburger Professor erforscht Totholz

Professor Matthias Noll betrachtet im Projekt "FunWood IV" die Biodiversität in drei deutschen Waldgebieten. Das Projekt wird mit 400 000 Euro gefördert.
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Der Coburger Professor Matthias Noll (hinten) untersucht mit seinen Mitarbeitern Florian Maurer und Sarah Muszynski den Einfluss von Totholz auf die Biodiversität.  Foto: Hochschule Coburg
Der Coburger Professor Matthias Noll (hinten) untersucht mit seinen Mitarbeitern Florian Maurer und Sarah Muszynski den Einfluss von Totholz auf die Biodiversität. Foto: Hochschule Coburg
Totholz entsteht aus gefällten Bäumen, die forstwirtschaftlich nicht genutzt werden. Sie sind Lebensraum für Insekten, Pilze und Mikroorganismen und bestimmen damit die Biodiversität des Waldes. Aber auch die Forst- und die Landwirtschaft beeinflussen das Leben im Ökosystem Wald. Professor Matthias Noll von der Hochschule Coburg erforscht im Projekt FunWood IV die Biodiversität von Totholz unter dem Einfluss der Waldbewirtschaftung.
Das Coburger Projekt "FunWood IV" ist Teil der Biodiversitäts-Exploratorien, das als Schwerpunktprogramm von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Die Exploratorien setzen sich derzeit aus 43 Forschergruppen zusammen, die alle die Funktion der Biodiversität im Ökosystem untersuchen. Die Exploratorien umfassen eine große Spanne an interdisziplinärer Forschung mit Mikrobiologen, Zoologen, Botanikern, Bodenkundlern, Wetterforschern und vielen weiteren Expertisen. Die Exploratorien werden seit 2009 von der DFG gefördert und befinden sich mittlerweile in der vierten Förderphase.
Matthias Noll hat für das darin eingegliederte Teilprojekt "FunWood IV" eine Förderung in Höhe von 400 000 Euro erhalten. Damit kann er einen Doktoranden und eine technischen Assistentenstelle finanzieren. "Es ist sehr selten, dass Hochschulen für angewandte Wissenschaften eine Sachgrundförderung der DFG erhalten. Normalerweise bleibt das den Universitäten vorbehalten" sagt er.
Aus den Ergebnissen des Projekts formulieren die Forscher Empfehlungen für den Schutz der Biodiversität. So kann die Vielfalt des Lebens im Wald besser geschützt werden.


Umfassendes Bild erhalten

Matthias Noll arbeitet in dem Projekt eng mit Dr. Nico Jehmlich vom Helmholtz-Institut für Umweltforschung in Leipzig zusammen. Seit kurzem hat Noll darüber hinaus mit der Molekular-Ökologin Sarah Muszynski und dem Biologen Florian Maurer zwei wissenschaftliche Mitarbeiter, die an dem Thema forschen.
Gemeinsam analysieren sie Totholz aus drei Waldgebieten in Deutschland: In der Schorfheide-Chorin, in Hainich-Dün und in der Schwäbischen Alb sind Totholzstämme ausgelegt, die über den Zeitraum des Projekts immer wieder untersucht werden. Um ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen, liegen in allen drei Waldgebieten auf zwölf Flächen jeweils 13 verschiedene Baumarten, unter anderem Eiche, Kiefer und Birke.
Von diesen Stämmen nimmt der Coburger Hochschulprofessor mit seinem Team Holzproben und sie analysieren, welche Mikroorganismen darin leben. Anschließend extrahieren sie Proteine, um die Funktion der Mikroorganismen beim Holzabbau zu untersuchen. Außerdem analysieren sie Holzmehlproben im Labor auf den Einfluss von Temperaturschwankungen auf die mikrobielle Ökosystemfunktion. Die Ergebnisse vergleicht das Team im Anschluss mit dem Totholz aus den Waldgebieten. In die Totholzstämme setzen die Forscher zusätzlich neue Holzstäbe ein, um den Verlauf des Totholzabbaues mit dem des neuen Holzes zu vergleichen.
Das Ziel von Noll und seinem Team ist herauszufinden, welche Mechanismen beim Holzabbau wirken und die Biodiversität beeinflussen. Es ist bekannt, dass der Masseverlust je nach Holzart, Pilzart und Temperatur variiert. Allerdings spielen auch weitere noch unbekannte Faktoren eine wesentliche Rolle.
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