Coburg
Projekt

Coburger Prinz lässt Häuser sanieren

Unterhalb von Schloss Callenberg tut sich was.
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Das ehemalige Beamtenhaus erstrahlt in neuem Glanz. Im Hintergrund spitzt der Turm von Schloss Callenberg aus den Bäumen. Fotos: Oliver Schmidt
Das ehemalige Beamtenhaus erstrahlt in neuem Glanz. Im Hintergrund spitzt der Turm von Schloss Callenberg aus den Bäumen. Fotos: Oliver Schmidt
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Herzog Ernst II. bekam Schloss Callenberg einst zur Hochzeit geschenkt. Deshalb war seine Schwägerin, Queen Victoria von England, dort auch mehrere Male zu Besuch, wenn sie in Coburg weilte. Aus dieser Zeit ist folgendes Zitat der Majestät überliefert: "Ein wenig steil, der Weg zum Schloss Callenberg, aber dort erwartet mich ein guter Tee in einer herrlichen Umgebung."


Vater gab den Anstoß

An der herrlichen Umgebung hat sich seit dem 19. Jahrhundert nichts geändert. Auf dem steilen Weg hinauf zum Schloss gab es zuletzt jedoch immer eine Stelle, über die die Queen "not amused" gewesen wäre: Das dreiteilige Gebäude-Ensemble verfiel zusehends. "Meinen Vater hat das schon lange gestört", erzählt Hubertus Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha als Chef der herzoglichen Familienstiftung, "und es war ihm wichtig, dass wir eine Lösung finden."

Inzwischen ist diese "Lösung" schon sehr gut sichtbar: Zwei der Häuser wurden komplett saniert; das dritte - das sogenannte Kavaliershaus - war hingegen nicht mehr zu retten und wurde in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalschutz abgerissen. Ein typgleicher Ersatzbau ist aber mittelfristig angedacht.

Bis Ende Juni sollen nun noch die Außenanlagen rund um das sanierte Beamtenhaus und das ebenfalls in neuem Glanz erstrahlende Chauffeurhaus fertig gestaltet sein. Doch bereits jetzt erntet Prinz Hubertus Lob für das kostspielige Projekt: "Wir bekommen viel positive Resonanz", berichtet er und ist auch selbst sehr zufrieden: "Es ist uns eine große Freude, dass wir diesen Fleck wieder ordentlich hergerichtet haben."


Regenerative Energie

Das Projekt umfasst aber nicht nur eine optische Aufwertung des Areals. So wurde im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen auch eine Hackschnitzelheizung installiert. Diese versorgt sowohl die beiden sanierten Wohnhäuser als auch das Schloss mit regenerativer Energie. Die Befeuerungsanlage befindet sich in einem kleinen Komplex, der zwischen den Gebäuden und dem Schloss dezent am Wegrand errichtet wurde. Die Hackschnitzel werden zugekauft, aber als Forstbetrieb könnte sich das Herzogshaus theoretisch auch komplett selbst versorgen.

Rund um das Schloss wird sich aber auch in den nächsten Jahren noch einiges tun. Angesprochen auf den alten und mittlerweile stark zugewachsenen Tennisplatz sagt Prinz Hubertus: "Wir werden ihn vermutlich wieder herrichten. Wir wollen das nicht verlottern lassen."

In Anlehnung an Queen Victoria lässt sich somit formulieren: Ein wenig steil, der Weg zum Callenberg, aber dort erwartet den Besucher ein schönes Schloss mit gepflegten Nebengebäuden - und das in einer herrlichen Umgebung. Nur das mit dem Tee wird leider nicht klappen. Aber dafür können im Schloss das Deutsche Schützenmuseum sowie die Ausstellung "Herzoglicher Kunstbesitz" besichtigt werden. Die Öffnungszeiten im Sommer sind Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr.

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