Coburg

Coburger Medienpreis verliehen

Zeitungen und Online-Produktionen waren die großen Gewinner beim 3. Coburger Medienpreis. In diesem Jahr hatten sich über hundert Journalisten und Kreative aus ganz Deutschland beworben.
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Den begehrten Preis in der Kategorie "Wellenschläger" national holte sich eine Fernsehproduktion: Kund Vetten von der Dafacto Medienagentur Leipzig siegte mit seiner ARD-Reportage "Wie billig kann Bio sein?" über die Produktionsbedingungen von Bio-Lebensmitteln. Der Filmemacher hatte damit eine intensive gesellschaftliche Diskussion über Bio-Lebensmittel ausgelöst.

Print und Online verknüpfen

Den nationalen Preis in der Kategorie Schöpfung gewann Iwan Ittermann vom Warum Verlag Berlin für sein monatliches "+3"-Magazin der FAZ. Die Jury würdigte damit die "beispielhafte Verknüpfung von Online und Print" sowie die starke Einbindung der Leser.

Der nationale Nachwuchspreis ging an Fritz Habekuß aus Dortmund.
Der junge Journalist hatte die Jury mit seiner Multimediaproduktion "Was für ein Theater - so arbeitet ein großes Schauspielhaus" für Spiegel Online überzeugt.

Der Coburger Medienpreis Oberfranken ging an NP-Redakteur Volker Friedrich ("Wellenschläger") mit seiner Berichterstattung über ein falsches Gutachten zur Werrabahn. Alexandra Paulfranz, ebenfalls NP, gewann den Nachwuchspreis mit ihrer Thematisierung der Gewalt in Coburg. Den Coburger Medienpreis in der Kategorie "Schöpfung" sicherte sich Sabine Witter aus Rödental für den vierten Teil des Lesebuchs "Digitales Stadtgedächtnis".

Insgesamt waren über 100 Bewerbungen eingegangen. In der Jury saßen unter anderem der renommierte Professor und frühere Journalist Michael Haller (Spiegel, Zeit), Wolfram Porr vom Bayerischen Rundfunk sowie Tageblatt-Redaktionsleiter Oliver Schmidt.

Vor der Abendveranstaltung im Kino Utopolis gab es bereits eine spannende Diskussion mit Professor Haller. Das Thema lautete: "Ist (guter) Journalismus noch bezahlbar?" Haller selbst musste dabei einräumen, dass er nicht das Erfolgsrezept für die Zukunft habe. Fest stehe für ihn allerdings, dass viele Medienhäuser in Deutschland noch "zu verzagt und zu verkrampft" seien, was die Einbindung neuer Medien betrifft. "Die meisten Lokalzeitungen haben da leider noch ein Rollenverständnis wie in den 70er und 80er Jahren!"

Ausdrücklich für ihren Mut gelobt wurde in diesem Zusammenhang die Mediengruppe Oberfranken (MGO), zu der auch das Coburger Tageblatt gehört. "Ihr seid da forscher unterwegs als wir", musste selbst NP-Redaktionsleiter Wolfgang Braunschmidt namens "seiner" Zeitungsgruppe Hof-Coburg-Suhl anerkennen.

Erfolgreiches infranken.de

Falk Zimmermann, der für die Neuen Medien zuständige stellvertretende MGO-Chefredakteur, berichtete von den ersten guten Erfahrungen, die man mit der 2013 eingerichteten Bezahlschranke auf der Internetseite www.infranken.de gemacht habe. Thomas Apfel (Radio Eins) warb für ein noch stärkeres crossmediales Arbeiten der Medien in Coburg. Und Haller lobte, dass es so etwas wie den Medienpreis in Coburg gibt: "Das ist ein Leuchtturm, der in die richtige Richtung weist!" ct/os
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