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Coburg
Auftritt

Coburger Kammertrio beeindruckt im Kongresshaus

Wie das Coburger Kammertrio Werke von Beethoven, Brahms und Mozart für die Coburger "Musikfreunde" zelebrierte.
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Das Coburger Kammertrio mit Andreas Hilf (Viola), Antonio Grimaldi (Klavier) und Edgar Eichstädter (Klarinette) beeindruckte beim Konzert im Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
Das Coburger Kammertrio mit Andreas Hilf (Viola), Antonio Grimaldi (Klavier) und Edgar Eichstädter (Klarinette) beeindruckte beim Konzert im Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
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Klarinette und Klavier, Viola und Klavier, Klarinette/Viola und Klavier: Das waren die reizvollen und abwechslungsreichen Klangkombinationen des jüngsten Musikfreunde-Konzerts, das vom Coburger Kammertrio meisterlich gestaltet und musiziert wurde. Im Mittelpunkt standen zwei Duosonaten des geplanten Brahmszyklus', flankiert von zwei Triosonaten der Wiener Klassiker Mozart und Beethoven, die zu den Begründern dieser neuen Klaviertriobesetzung anstelle der alten mit Violine, Cello und Klavier gehören.


Sensibel gestaltet

Bei den Interpreten brauchte man diesmal nicht in der Ferne schweifen, denn das Gute lag ganz nah, nämlich im Landestheater, wo Edgar Eichstädter - Ehrenmitglied der "Musikfreunde" - als langjähriger Soloklarinettist, Andreas Hilf als stellvertretender Solobratscher tätig sind und der freischaffende Pianist Antonio Grimaldi mehrfach in Coburg als hervorragender Liedbegleiter und Kammermusikpartner auftrat, weshalb er von den "Musikfreunden" zum "Artist in Residence" dieser Saison erklärt wurde.
Man erlebte ein technisch untadeliges, bestens harmonierendes und sensibel gestaltendes Ensemble, bei dem keine Wünsche offen blieben.


"Gassenhauer-Trio"

Die Vortragsfolge begann mit dem Trio B-Dur für Klarinette, Viola und Klavier - dem sogenannten "Gassenhauer-Trio" - von Ludwig van Beethoven, dessen launischer Variationssatz über ein Thema von Joseph Weigl dem Werk seinen Namen gab.


Edgar Eichstädter glänzte mit noblem, beseeltem Ton und großem Atem, Andreas Hilf mit tonschönem, sauberen Spiel wie sicherer Finger- und Bogentechnik auf seinem tragfähigen, raumfüllenden Instrument, während Antonio Grimaldi, der an diesem Abend die Hauptlast zu tragen hatte, sich wie stets als technisch überlegener, anpassungsvoller Mitgestalter am Flügel bewährte, den er auch geöffnet nie zu laut traktierte.


Die hohen Qualitäten der Streich- und Bläsersolisten kam noch besser zur Geltung in den beiden vom Komponisten auch für Viola autorisierten Klarinettensonaten op. 120 von Brahms. Edgar Eichstädter begann mit der 2. Sonate Es-Dur, dem lyrischen Gegenstück zu ersten in f-Moll.


Mit warm modulierender Tongebung im verträumten ersten Satz, leidenschaftlichem Scherzo und ruhigen, dann sich virtuos steigernden Variationen im Schlusssatz ermöglichte er im Verein mit dem stets präsenten, den vollgriffigen wie filigranen Klaviersatz souverän beherrschenden Antonio Grimaldi eine überzeugende Wiedergabe des letzten Kammermusikwerks von Brahms.


Mit gleicher Gestaltungskraft, technischer Sicherheit und ausdrucksvoller Tongebung gefiel nach der Pause "Edelbratscher" Andreas Hilf in der Sonate f-Moll op. 120 Nr. 1 von Brahms, deren Dramatik und Lyrik er überzeugend in Klang zu verwandeln verstand, wiederum von Antonio Grimaldi sicher begleitet.


Wiegenlied als Zugabe

Einen heiteren Ausklang - zufällig direkt am Todestag des Komponisten, dem 5. Dezember - gab es mit dem musizierfreudigen "Kegelstatt-Trio" KV 498 von Wolfgang Amadeus Mozart, das mit virtuoser Spielfreude von Klarinette und Viola nebst perlenden Läufen des Klaviers den musikantischen Abschluss bildete.


Nach anhaltendem Beifall der Zuhörer gab es noch eine ausgesprochene Rarität von Brahms in Gestalt eines "Geistlichen Wiegenlieds" op. 91, das sich als eine besinnliche Fantasie über das Weihnachtslied "Joseph, lieber Joseph mein" entpuppte.



So geht's weiter bei den Coburger "Musikfreunden"


Sonntag, 18. Dezember
64. Weihnachtskonzert mit dem Collegium musicum Coburg, Leitung: Thomas Ehrle - Werke von Johann Sebastian und Johann Christian Bach, Michael Haydn, Gottfried Heinrich Stölzel (17 Uhr, St. Moriz)

Montag, 30. Januar 2017 Kodaly Quartett - Werke von Mozart, Bartok, Beethoven (20 Uhr, Kongresshaus Rosengarten)

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