Coburg
Nutzung

Coburger Güterbahnhof: Wifög übernimmt alte Pakethalle

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt mietet das Gebäude auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Areal für zunächst ein Jahr. Die Suche nach einem privaten Investor geht weiter. Ein Abriss des Komplexes ist allerdings auch noch nicht vom Tisch.
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Zum Komplex "Pakethalle" gehören ein Bürotrakt, zwei Lagerhallen sowie Verladerampen und eine Freifläche - und das Hofbrauhaus (Mitte) befindet sich in Sichtweite. Foto: Simone Bastian
Zum Komplex "Pakethalle" gehören ein Bürotrakt, zwei Lagerhallen sowie Verladerampen und eine Freifläche - und das Hofbrauhaus (Mitte) befindet sich in Sichtweite. Foto: Simone Bastian
Viele Jahre stand sie leer, bis sie in den vergangenen zwei Jahren wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt ist: Die alte Pakethalle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Coburg hat in den letzten Monaten als Location der Coburger Designtage und für die Verleihung des Coburger Medienpreises auf sich aufmerksam gemacht. Der Altbau, bestehend aus einem Bürotrakt, zwei Lagerhallen sowie Verladerampen und einer Freifläche hat sich als "hervorragend geeigneter Ort für Veranstaltungen, besonders aus dem Bereich der Kreativwirtschaft", erwiesen, wie es in einer Mitteilung aus dem Coburger Rathaus heißt. Die Stadt ist Eigentümer des gesamten Güterbahnhofsgeländes.

Nachdem die alte Pakethalle bislang durch das Coburger Designforum Oberfranken sporadisch genutzt wurde, konnte nun laut Stadt eine "mittelfristige Zwischennutzung" gefunden werden: Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög) mit ihren Geschäftsführern Stephan Horn und Regina Eberwein, die auch die Designwerkstatt Coburg im ehemaligen Hofbrauhaus betreibt, wird die Halle vorübergehend anmieten. Sie soll als Ergänzung und Erweiterung des Angebots der Designwerkstatt dienen. Das Hofbraugelände ist in der Zwischenzeit weitestgehend entwickelt, so dass die Designwerkstatt - schon aufgrund der räumlichen Nähe - die Pakethalle als Möglichkeit sieht, dort die Kreativwirtschaft und wirtschaftsnahe Projekte zu unterstützen. "Vor allem im Bereich Veranstaltungen bietet das Areal eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeit", heißt es dazu in der Mitteilung der Stadt. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft wolle mit der Anmietung und der Belebung des Gebäudes erreichen, "dass der Güterbahnhof auch in der aktuellen Planungs- und Umgestaltungsphase weiterhin im Bewusstsein der Öffentlichkeit und möglicher Investoren bleibt".

"Es freut mich, dass wir mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Designwerkstatt die Möglichkeit haben, auf dem Gelände Projekte zu initiieren, die sich nicht mit den Baumaßnahmen überschneiden werden, die aber das Gelände beleben", erklärt Baubürgermeisterin Birgit Weber (CSU).

Kreativmesse 2016 geplant

Mit der Zwischennutzung der Pakethalle und des umliegenden Geländes durch die Wifög werde das Areal aufgewertet, und man sei zuversichtlich, dass mögliche Investoren und Nutzer sich so für das Gelände interessieren. "Denn unser aller Ziel ist es, das Güterbahnhofsgelände zu einem erfolgreichen Standort für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Design entwickeln", ergänzt Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD).

In der Pakethalle können nun für ein Jahr Veranstaltungen durchgeführt werden. Neue - aber auch solche, die auf dem Hofbraugelände keinen Platz mehr finden. Erste Planungen, die "Messe für Kreativwirtschaft - COME 2016", in der Pakethalle, zu veranstalten, liegen bereits auf dem Tisch.

Organisiert wird der Betrieb rund um das Areal von Karin Ellmer und ihrem Team aus der Designwerkstatt. "Die Pakethalle ist für uns die ideale Ergänzung zu den Entwicklungen, die wir am Hofbraugelände in Gang gesetzt haben. Hier am Hofbraugelände sind wir mit der Hochschule und Unternehmen gemeinsam zu einem sehr guten Status quo gekommen. Diese Entwicklung wollen wir nun auf dem Güterbahnhofsgelände fortführen", so Karin Ellmer. Technik und Infrastruktur in und um die alte Pakethalle werden vom Stadtmarketingkoordinator Michael Böhm organisiert.

Stephan Horn, einer der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, hat bei seinen Terminen in der alten Pakethalle etliche Déjà vu-Erlebnisse. "Eine solche Situation, dass ich zwischen Ruinen herumgelaufen bin und Überlegungen für Projekte und Entwicklungen der Gebäude angestellt habe, hatte ich auch auf dem Gelände des ehemaligen Hofbrauhauses. Das, was dort daraus geworden ist, kann sich sehen lassen. Allerdings gilt es auf dem jetzigen Gelände, im Rahmen der Zwischennutzung, auch zu ermitteln, ob die Pakethalle erhalten werden kann oder doch dem Abriss anheimfallen muss".






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