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Flugplatz

Coburger Flugplatz-Streit: Besinnen auf das Vorhandene

Mit der angekündigten Ablehnung des Luftamtes für den Neubau bei Neida wird der Verkehrslandeplatz auf der Brandensteinsebene erneut zum Thema. Rufe werden wieder laut, ihn so gut es geht zu verbessern und so zu erhalten.
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Wenn der Flugplatz bei Meeder nicht gebaut werden kann, dann sollte der Platz auf der Brandensteinsebene möglichst rasch so gut wie möglich ausgebaut werden. Das finden die Mitglieder des Vereins "Freunde der Brandensteinsebene. Foto: CT-Archiv/Jochen Nützel
Wenn der Flugplatz bei Meeder nicht gebaut werden kann, dann sollte der Platz auf der Brandensteinsebene möglichst rasch so gut wie möglich ausgebaut werden. Das finden die Mitglieder des Vereins "Freunde der Brandensteinsebene. Foto: CT-Archiv/Jochen Nützel
Das Luftamt Nordbayern hat angekündigt, dass es keine Genehmigung für den Bau eines neuen Verkehrslandeplatzes bei Neida geben wird. Die Projektgesellschaft, die das Vorhaben betreibt, bleibt überzeugt, alle Genehmigungshindernisse mit geringem Aufwand lösen zu können. Das teilte ihr Geschäftsführer Willi Kuballa mit, als die ablehnende Haltung der Behörde bekannt wurde. Während die Projektgesellschaft auf weitere Stellungnahmen verzichtet, werden die Gegner des geplanten Flugplatzes aktiv.


So wandten sich die beiden ÖDP-Mitglieder des Kreistags, Christoph Raabs und Thomas Büchner am Freitag an den Aero Club Coburg. Die beiden Landkreispolitiker bitten den Club, umgehend eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung zum Instrumentenflug auf der Brandensteinsebene zu beantragen. Die bisherige Genehmigung läuft nur noch bis 2019.


Wie die beiden Politiker in ihrem Brief an den Aero Club schreiben, haben sie durch Akteneinsicht im Luftamt erfahren, dass die Betriebsgenehmigung für den Instrumentenflug, so wie er jetzt auf der Brandensteinsebene durchgeführt wird, durchaus verlängert werden kann.


Mit einer solchen Verlängerung, davon sind Raabs und Büchner überzeugt, könne der Sport- und Werkflugverkehr auf der Brandensteinsebene langfristig sichergestellt werden und die Unternehmen, die Werkflugverkehr nutzen wollen, hätten wieder Planungssicherheit. Das gelte vor allem für die Firma Schumacher, heißt es in dem Brief an den Aero Club, weil das Unternehmen wegen fehlender Planungssicherheit einen Investitionsstopp für seinen Standort in Ebersdorf ausgesprochen hat. Der Brief endet mit dem Satz: "Sie nutzen den schönsten Flugplatz Deutschlands, und wir sind der Meinung, das soll auch in Zukunft so bleiben.


Planungssicherheit für Firmen

Die Coburger Stadtratsmitglieder der Grünen fordern nun den sofortigen Austritt der Stadt aus der Projektgesellschaft. Dabei war erst vor kurzem im Feriensenat beschlossen worden, dass die Stadt sich bis zum Jahr 2025 fest an die Projektgesellschaft bindet und bis dahin gar nicht austreten kann. Außerdem kündigte die Fraktion an, weiter Unterschriften zu sammeln, damit nach dem Landkreis auch die Bürger der Stadt in einem Bürgerentscheid ihre Meinung zu den Plänen für einen neuen Verkehrslandeplatz ausdrücken können.
 


Unbefristete Verlängerung?


Die Stadt Coburg muss sich nach Ansicht der Grünen mit allen Beteiligten dafür stark machen, dass jetzt eine (unbefristete) Verlängerung des Instrumentenflugbetriebes (IFR-Verfahren) für den Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene über das Jahr 2019 hinaus bei der Deutschen Flugsicherung erwirkt wird.
 


Fördergelder auch für Ausbau der Brandensteinsebene


Die Finanzierung für eine Verbesserung des bestehenden Platzes sollte kein Problem sein. Nach Informationen von Dagmar Escher von der Initiative Bürger für ihre Region und gegen den Verkehrslandeplatz gäbe es auch dafür Fördergelder. Wie Escher, die auch Mitglied des Kreistags ist, betont, gilt die Zusage des Innenministeriums, den Bau des Flugplatzes bei Neida mit der Hälfte der benötigten Mittel, maximal jedoch mit 15 Millionen Euro zu unterstützen, auch für einen Ausbau der Brandensteinsebene.



In welcher Form dieser Ausbau möglich und nötig ist, darüber wurde bereits trefflich gestritten. Sollte der Platz bei Neida endgültig gestorben sein, wird aber über den Fortbestand der Brandensteinsebene geredet werden müssen - auch wenn dann neue Pläne für einen der Standorte zum Neubau aufgenommen werden sollten, die zu Beginn der Planungen ebenfalls geprüft wurden.
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