Coburg
Pfingstkongress

Coburger Convent sorgt sich um Gesellschaft

Miteinander streiten, ja - aber den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht aus den Augen verlieren: Das war die Botschaft beim Totengedenken.
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Am Schlossplatz hatten die Chargierten mit den Fahnen ihrer Verbünde Aufstellung genommen. Vorne die Fahne des Coburger Convents. Foto: Christoph Winter
Am Schlossplatz hatten die Chargierten mit den Fahnen ihrer Verbünde Aufstellung genommen. Vorne die Fahne des Coburger Convents. Foto: Christoph Winter
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"Frieden beschwören, Frieden fordern, Frieden fördern mit dem wichtigsten aller Ziele, nämlich Frieden schaffen ohne Waffen!" Das sagte Martin Siebert von der Landsmannschaft Rhenania Münster am Pfingstmontag beim ökumenischen Gottesdienst des Coburger Convents (CC) am Landsmannschafter-Ehrenmal im Coburger Hofgarten. "Rauft euch zusammen, führt den Dialog auf solider Wissensbasis, schafft Raum der Mitmenschlichkeit", forderte der Pfarrer im Ruhestand.

Vor dem Gottesdienst am CC-Ehrenmal hatten der Verband der Turner- und Landsmannschaften sowie Coburgs Oberbürgermeister und Bürgermeister - Norbert Tessmer, Birgit Weber und Thomas Nowak - Kränze am Ehrenmal in den Arkaden am Schlossplatz niedergelegt und damit der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.

Das Gedenken, verbunden mit der Vision des Propheten Jesaja von vor fast 2700 Jahren, setzte Martin Siebert im anschließenden Gottesdienst im Hofgarten fort.
"Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Chor der Gefallenen und Geschändeten, der Chor der Gefolterten, der Chor der in den Todeslagern Ermordeten, der auf der Flucht von Deutschland nach Deutschland Erschossenen, der in Afghanistan gefallenen Bundeswehrangehörigen und der in allzu vielen Ländern dieser schönen doch sehr verwundbaren Welt wegen ihrer Religion oder ihres Andersseins Ermordeten zu sagen hat an diesem Ehrenmal des Coburger Convents: Wehret dem Hass, wehret religiösem und rassistischem Wahn, wehret allem, was die Würde des Menschen verletzt. Rauft euch zusammen, führt den Dialog auf solider Wissensbasis, schafft Raum der Mitmenschlichkeit, werdet selbst Mensch nach dem Willen des Schöpfers, denn nur dann kann Frieden werden."

Der Dialog mit dem Anderen setzt nach den Worten Martin Sieberts "solides Wissen voraus", da es Ängste und Vorurteile abbaue. Gedenken heiße, sich zu erinnern, was aber mehr sein müsse als "ein kurzes und flüchtiges ,So-war-das-damals-also‘!" Erinnern müsse denen, an die wir uns erinnern, eine Stimme geben, müsse ihre Namen in unser Leben zurückrufen, dass sie nicht in Stein gemeißelt blieben, sondern einen Platz in unseren Gedanken und Herzen finden. An seinem Ehrenmal im Hofgarten legte der CC einen Kranz nieder, ebenso die Stadt Coburg.Der Ökumenische Gottesdienst endete mit einem gemeinsam gebeteten Vaterunser.
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