Coburg
Politischer Aschermittwoch

Coburger CSU spottet über den politischen Gegner

Der Fraktionsvorsitzende Jürgen Oehm teilte kräftig aus: Gerahrd Amend (CSB) sei ein "Strippenzieher", Petra Schneider (SPD) eine "Beißzange".
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Politischer Aschermittwoch bei der Coburger CSU (von links): Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, die stellvertretende JU-Bundesvorsitzende Katrin Albsteiger, Coburgs CSU-Vorsitzende Birgit Weber, Fraktionsvorsitzender Jürgen Oehm und JU-Vorsitzender Maximilian Forkel. Foto: Olivwer Schmidt
Politischer Aschermittwoch bei der Coburger CSU (von links): Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, die stellvertretende JU-Bundesvorsitzende Katrin Albsteiger, Coburgs CSU-Vorsitzende Birgit Weber, Fraktionsvorsitzender Jürgen Oehm und JU-Vorsitzender Maximilian Forkel. Foto: Olivwer Schmidt
Mit scharfen Tönen hat der CSU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Oehm beim Politischen Aschermittwoch seiner Partei einige Stadtratskollegen kritisiert. So sprach er von einem "Schattenkabinett", das sich seit einiger Zeit in einer Bäckerfiliale am Ketschentor bilde und das die Stadtratsarbeit oft etwas erschwere: "Wer beim Oberbürgermeister nichts erreicht, weil er einem gar nicht zuhört, der geht in die besagte Bäckerei - und der OB bewegt sich." Denn dort sitze mit Gerhard Amend (CSB) der "OB-Souffleur".

Oehm äußerte die Vermutung, Amend habe sich als Intendant beim Theater beworben. Obwohl: "Ich kann es mir nicht vorstellen, da er ein Marionetten- und Strippenzieher ist, der niemals in die Erste Reihe geht."

Oehm konnte immer noch nicht ablassen von Amend, der bis zur CSB-Abspaltung 2007 immerhin ein Parteifreund war: "Er verkauft sich als vermeintlicher Finanz-, Kultur-, Theater- und Verkehrsexperte", spottete Oehm, "solche genialen Politiker bräuchten wir eigentlich in Berlin. Vielleicht geht da noch was?"

Dann knöpfte sich Oehm die SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Schneider vor. Er erklärte, dass das Verhältnis zu ihrer Vorgängerin "besser und intellektueller" gewesen sei. Dann hielt Oehm eine Beißzange in die Höhe und meinte: "Über die jetzige Kollegin ist bekannt, dass sie die Eigenschaften dieses Werkzeugs verkörpert." Aber: "Aus meiner Erfahrung mit diesem Werkzeug weiß ich, dass sich die scharfen Grate mit der Zeit abnutzen." In der Kommunalpolitik, so Oehm, gehe es nicht darum, "das eigene Ego zu befriedigen", sondern um eine sachliche Politik, die den Bürgern diene.

Als "Segen für unsere Stadtratsarbeit" bezeichnete Jürgen Oehm hingegen "das Wissen und das Engagement" der CSU-Chefin und Baubürgermeisterin Birgit Weber. Sie "beflügele" die Stadtentwicklung, den Tourismus und die Kultur.
Was Oehm verschwieg: Beim vielleicht wichtigsten Kultur-Thema der letzten Jahrzehnte, der Schaffung einer Ausweichspielstätte fürs Landestheater, waren es vom Stadtrat ausgerechnet Gerhard Amend und Petra Schneider, die ganz entscheidend mithalfen, eine Lösung zu finden.


Veranstaltung schlecht besucht

Nichtsdestotrotz: Der Beifall für Oehms Rede war lang - aber nicht laut. Denn der Veranstaltung der Coburger CSU wohnten nur etwas mehr als 20 Personen bei - darunter vier Stadträte, zwei Landkreis-Bürgermeister und mit Hans Michelbach und Ehrengast Katrin Albsteiger zwei Bundestagsabgeordnete."Ich hätte gerne mehr Besucher gehabt", räumte Birgit Weber ein. "Aber viele sind im Skiurlaub, andere sind krank - und mancher schaut Fußball."
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