Coburg
Politik

Coburger AfD bricht auseinander

Nach der Niederlage von Bernd Lucke beim Kampf um die Parteispitze tritt nahezu der komplette Vorstand des Kreisverbands Coburg/Kronach zurück.
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Erst vor wenigen Wochen hatte der damalige AfD-Chef Bernd Lucke (Mitte) den Kreisverband Coburg-Kronach besucht. Rechts der jetzt zurückgetretene Kreisvorsitzende Stefan Zubcic. Foto: Oliver Schmidt
Erst vor wenigen Wochen hatte der damalige AfD-Chef Bernd Lucke (Mitte) den Kreisverband Coburg-Kronach besucht. Rechts der jetzt zurückgetretene Kreisvorsitzende Stefan Zubcic. Foto: Oliver Schmidt
Allen voran hat der Kreisvorsitzende Stefan Zubcic seinen Rücktritt erklärt. Er hat auch seinen sofortigen Austritt aus der AfD erklärt.

Zu den selben Schritten (Rücktritt und Austritt) haben sich laut einer Pressemitteilung entschieden: Sandra Bischoff (1. Stellvertretende Vorsitzende und Beisitzerin im Bezirksverband Oberfranken), Stefan Reich (2. Stellvertretender Vorsitzender), Johannes Haaf (Schriftführer Coburg und Schriftführer im Bezirksverband Oberfranken) und Angeline Hoffmann (Beisitzerin).

Laut dem nun Ex-Kreisverbandsvorsitzenden Stefan Zubcic ist dies die Reaktion auf den Bundesparteitag der Alternative für Deutschland am vergangenen Wochenende in Essen, bei dem sich der national-konservative Flügel um Frauke Petry durchsetzen konnte.


"Der nun wahrscheinlich stattfindende Rechtsruck der AfD, der aus meiner Sicht leider nicht mehr aufzuhalten ist, wird von den oben genannten Personen in keinster Weise mitgetragen", so Zubcic.

"Besonders schlimm waren die aufgetretenen Pöbeleien und der Umgang mit Parteifreunden auf dem Parteitag in Essen. Diesen -für die AfD neuen Stil- lehnen wir entschieden ab und haben uns daher schweren Herzens entschieden, alle Parteiämter niederzulegen und die AfD zu verlassen", so Zubcic weiter. Und: "Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, ist aber die logische Konsequenz auf die aktuellen Ereignisse und die Entwicklung in der AfD. Die interne Situation des Kreisverbandes Coburg-Kronach hätte zu dieser Reaktion keinerlei Anlass gegeben. Die Situation vor Ort war seit Gründung sehr harmonisch und es gibt einen sehr engen Zusammenhalt. Streitereien wie in anderen Verbänden hat es bei uns nie gegeben. Dies macht die Entscheidung für uns natürlich noch schwieriger. Allerdings sehen wir uns durch die Ereignisse auf Bundesebene gezwungen, diesen Schritt zu gehen. "

Es gebe auch schon erste Austrittsschreiben von einfachen Mitgliedern vor Ort, teilt Zubcic mit. "Auch für den Bezirk Oberfranken sowie für den Landesverband Bayern erwarte ich noch deutlich steigende Austrittszahlen", so Zubcic weiter, der aber auch erklärt: "Wir werden allerdings weiterhin in der Organisation "Weckruf 2015" engagiert bleiben, die als interne Hausmacht des Parteigründers Lucke gilt. Wie es damit weitergeht, soll in Kürze entschieden werden."
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