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Coburg
Solidarität

Coburg setzt klares Zeichen gegen Rechts

Das Regionalmanagement Coburger Land bereitet die Gründung von einem bunten Netzwerk für Toleranz und Zivilcourage vor. Die Partner dafür kommen aus der Stadt und dem Landkreis Coburg.
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Der Schulterschluss der Städte und Gemeinden im Coburger Land gegen Neonazi-Aktivitäten wie kürzlich im Lautertal wird sich verstetigen: Auf Einladung des Regionalmanagements trafen sich jetzt Vertreter der Kommunen, der Politik, der Kirchen, der türkischen Gemeinden von Coburg und Neustadt, der Jugendringe sowie einiger Verbände und beschlossen einhellig, sich als dauerhaftes Netzwerk zu formieren.

"Wir wollen damit ein positives Zeichen setzen, nämlich dass unsere Region für Werte wie Weltoffenheit, Menschenwürde, Toleranz, Demokratie und Zivilcourage steht. Und das heißt, im Coburger Land haben Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung keinen Platz", beschreibt Landrat Michael Busch (SPD) die Zielsetzung dieses Zusammenschlusses.

Bewusst habe man sich entschieden, das Netzwerk mit positiven Zielen zu besetzen. "Im Vordergrund gegen etwas zu sein und immer dann zu reagieren, wenn Neonazis in die Region kommen, wäre uns zu wenig", macht auch Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD) deutlich, der die Stadt Coburg beim ersten Zusammentreffen vertrat.

Nicht nur bei aktuellen Anlässen


Insofern will das Netzwerk auch kontinuierlich aktiv werden und nicht nur bei aktuellen Anlässen wie der Kundgebung der NPD-Jugend am kommenden Samstag (20. Oktober). Denkbare Maßnahmen sind Konzerte, Lesungen und Informationsveranstaltungen genauso wie breite Unterschriftensammlungen in Unternehmen und Institutionen. Fest vorgesehen ist auch ein regelmäßiges "Buntes Fest", das an wechselnden Orten im Coburger Land durchgeführt werden soll. Dabei wiesen die Bürgermeister Gerold Strobel (FW, Bad Rodach) und Josef Brunner (SPD, Meeder) darauf hin, dass mit Veranstaltungen wie dem "Tag der Europäer" oder dem "Friedensdankfest" bereits seit Jahren auch im Landkreis Events stattfinden, die Basis solcher Aktionen zur Bewusstseinsbildung sein könnten. "Und wir müssen die breite Mitte der Gesellschaft erreichen", machte nicht nur Coburgs evangelischer Dekan Andreas Kleefeld deutlich. Besonders wichtig sehen die Partner an, Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen, welche fatalen Konsequenzen es hat, den braunen Rattenfängern zu folgen.

Regionalmanager Stefan Hinterleitner wird nun zusammen mit einer kleinen Arbeitsgruppe der künftigen Netzwerkpartnern die Zielsetzung des Netzwerks in Form eines Leitbilds entwickeln. Die Prämisse aus dem Abstimmungstermin heraus ist dafür, dass jede Form von Gewalt und Extremismus gleich welcher Art oder von welcher Seite abgelehnt wird, "wobei wir uns bewusst sind, dass zur Zeit der Rechtsextremismus die große Gefahr in unserer Region darstellt".

Andere Ausrichtung als CARA


Damit hat das Netzwerk auch eine andere Ausrichtung als beispielsweise der Verein CARA, der sich in der Stadt Coburg schon seit Jahren gegen rechtsextremistische Umtriebe engagiert. Doch auch die proaktive Ausrichtung der Arbeit, die Orientierung an positiven Werten und die Betrachtung von Coburg Stadt und Land in seiner Gesamtheit zeigen auf, dass das in Gründung befindliche Netzwerk weiter gehen will.

"Wenn das Leitbild im Detail erarbeitet und abgestimmt ist, werden wir breit und öffentlich zur Unterzeichnung und aktiven Mitarbeit an der Umsetzung einladen", laden Landrat Michael Busch und Bürgermeister Norbert Tessmer heute bereits zur Unterstützung ein. "Denn nur wenn wir alle gemeinsam aktiv werden, wird es uns gelingen, dass auch dem letzten Nazi klar wird: Hier ist Coburger Land ist kein Platz für Fremdenfeindlichkeit."

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