Coburg
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Coburg im Bann der Jazznacht

Rund um den historischen Marktplatz geben bekannte Namen der Jazzszene den Ton an und beeindrucken das Publikum mit ihrem Musizieren.
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Zum Auftakt der Coburger Jazznacht faszinierte das Dauner-Trio mit seinem Gastspiel im Rathaussaal.Foto: Jochen Berger
Zum Auftakt der Coburger Jazznacht faszinierte das Dauner-Trio mit seinem Gastspiel im Rathaussaal.Foto: Jochen Berger
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Für ein paar Stunden genießt Coburg einen schönen Traum. In diesem Traum verwandelt sich die ehemalige Residenzstadt an der Itz in eine pulsierende Musik-Metropole. Dann gerät der der historische Marktplatz unaufhaltsam in Schwingung - die "3. Coburger Jazznacht" macht es möglich. Stars und aufstrebende junge Namen der Jazzszene ziehen beachtlich viele Fans aus der Region in Bann. Verlockend vielfältig ist das Spektrum des Abends - mit reichlich Raum für künstlerische Entdeckungsfreude.

Wolfgang-Dauner-Trio

Vielfalt und Entdeckungsfreude - das gilt nicht nur für das gesamte Programm der Jazznacht mit ihren vier Konzerten. Das gilt vielmehr gleich zum Auftakt für das Gastspiel des Wolfgang-Dauner-Trios. Denn Wolfgang Dauner, als Pianist und Komponist ein Altmeister der deutschen Jazzszene, agiert alles andere als altmeisterlich.
Im Gegenteil: Experimentierfreudig klingt das, was Dauner, der im Dezember 80 Jahre alt wird, gemeinsam mit seinem Sohn Flo Dauner und Dieter Ilg am Kontrabass musiziert.



Vom harten, scharf akzentuierten rhythmischen Drive bis zu meditativen Klängen - das Dauner-Trio lässt sich bei seinem Konzert im Rathaussaal einfach in keine Schublade pressen. Voller Überraschungen ist das Spiel des Trios, das jederzeit bestens harmoniert. Reaktionsschnell spielen sich die Musiker Motive und Rhythmen zu und stellen dem begeisterten Coburger Publikum Stücke ihrer jüngsten CD-Einspielung vor.

Von indischen Raga-Anklängen bis zu einer Huldigung an Maurice Ravel reicht der Bogen. Dabei beeindruckt das Trio nicht nur mit seinen eigenen Kompositionen, sondern auch mit einer ausdrucksvollen Version des Richard-Rodgers-Hits "My Funny Valentine". Für Wolfgang Dauner ist das "ein Stück, das nie langweilig wird" - in dieser Interpretation schon gar nicht.

"Till-Martin-Quartet"

Mit seinem lebendig pulsierenden Zusammenspiel überzeugt das "Till-Martin-Quartet" die Zuhörer im Ratskeller. Till Martin am modulationsreich gespielten Saxofon, Christian Elsässer virtuos am E-Piano, Bastian Jütte am meist wohltuend dezent eingesetzten Schlagzeug und Henning Sieverts am Kontrabass bieten einen Mix aus alten und neuen Titeln aus der aktuellen CD "The Gardener". Für atmosphärisch dichte Balladen ("Horizontal Motion") ist dabei ebenso Platz wie für straff akzentuierte, rhythmisch vorwärts drängende Titel.


"Jazz meets Classic"

Kammermusikalischen Jazz erlebt das Publikum gleich bei zwei Auftritten dieser Jazznacht - allerdings jeweils in ganz eigener Ausprägung. "Jazz meets Classic - Japan meets Germany" lautet das Motto bei "Leise am Markt". Mit Markus Krämer am Kontrabass und Philipp Schaeper am Schlagzeug zelebriert die japanische Pianistin Sachie Matsushita die Kunst der leisen Töne.

Sensibel spielen sich Matsushita, Krämer und Schaeper die motivischen Stichworte zu, weich und sanft fließen die Melodien. Das gilt für Matsushitas eigene Kompositionen ebenso wie für die Jazz-Versionen bekannter Klassik-Hits wie beispielsweise Pachelbels Kanon.

"Cooking Trio"

Fein ausgewogenen kammermusikalischen Jazz gibt es auch im "Münchner Hofbräu", wo das "Cooking Trio" im Bühnenbild der Klimbim-Revue des Landestheaters gastiert. Der Saxofonist Hubert Winter, der Kontrabassist Felix Himmler und Schlagzeuger Tobias Schirmer servieren dem Publikum eine Mischung aus versiert angerichteten eigenen Titeln und geschmackvoll arrangierten Klassikern. Das "Cooking Trio", das fast vollständig auf akustische Verstärkung verzichtet, überzeugt durch das fein austarierte Zusammenspiel.
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