LKR Coburg
Tourismus

Coburg findet neue Partner in Südthüringen

Der Bruch des Landkreises Coburg mit dem Landkreis Lichtenfels in der touristischen Arbeit ist besiegelt: Am Mittwoch haben die Landkreise Coburg und Sonneberg sowie die Stadt Coburg einen neuen Tourismusverein gegründet. Sein Name: "Coburg.Rennsteig. grenzenlos.fränkisch"
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Sie stehen künftig an der Spitze der neuen oberfränkisch-südthüringischen Tourismusregion (von links): Michael Busch, Christine Zitzmann und Michael Amthor. Foto: Berthold Köhler
Sie stehen künftig an der Spitze der neuen oberfränkisch-südthüringischen Tourismusregion (von links): Michael Busch, Christine Zitzmann und Michael Amthor. Foto: Berthold Köhler
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"Coburg.Rennsteig. grenzenlos.fränkisch" - mit diesem Slogan geht der neu gegründete Tourismusverein für das Gebiet der Landkreise Sonneberg und Coburg in den Wettbewerb um Urlaubsgäste. Gestern fand die Gründungsversammlung im Coburger Landratsamt statt, wobei die neuen Strukturen abgesegnet wurden. Damit ist auch faktisch das Ende der jahrelangen Zusammenarbeit zwischen dem Coburger Land und der Obermain-Region besiegelt. Im neuen Verein ist der Landkreis Lichtenfels nach einem einstimmigen Satzungsbeschluss der Mitglieder nicht mehr beteiligt.

Coburgs Landrat Michael Busch (SPD) hält als Vorsitzender des neuen Vereins den Lichtenfelsern die Tür aber weiter offen. Der Austritt, machte Busch unmissverständlich klar, sei für ihn weiterhin völlig unverständlich - aber nichtsdestotrotz sei der Landkreis Lichtenfels als aktiver Partner immer im Tourismusverband willkommen. Allerdings: Mit der Aufnahme der Städte und Gemeinden aus dem Landkreis Sonneberg sowie der "Initiative Rodachtal" mit Kommunen auch aus dem Landkreis Hildburghausen hat der Tourismusverein "Coburg.Rennsteig" genau das umgesetzt, was die Lichtenfelser doch so gar nicht haben wollten: Die Aufnahme neuer Partner über das frühere Vereinsgebiet hinaus.

Eine Region, eine Marke

An der wichtigsten Personalie hat sich durch die neuen Strukturen nichts geändert: Michael Amthor (Coburg) führt die Geschäfte. Bei der gestrigen Sitzung präsentierte Amthor nach einem holprigen Start mit eher formaljuristischen Diskussionen um die Satzung seine Marschroute für das kommende Jahr. Ganz oben steht dabei die Suche nach einer "Marke", die künftig für das Coburger Land und den südlichen Rennsteig stehen soll. Amthor berichtete von vielen Gesprächen am Rande der Berliner Tourismusbörse, wo ihm die Großen der Branchen eines klargemacht hätten: "Ohne Marke kein Erfolg."

Aber die Entwicklung einer klaren Identität nach außen ist keine billige Sache. Ein siebenstelliger Betrag, wie ihn einst die Region Südtirol (mit Erfolg!) investierte, wird es für das Coburger Land und Südthüringen nicht sein - aber immerhin 45 000 Euro hat Amthors Ansatz im Wirtschaftsplan. Insgesamt stehen dem Tourismusverein für 2015 rund 566 000 Euro zur Verfügung, wobei die Mitgliedsbeiträge bei den Einnahmen den dicksten Brocken darstellen. Die Hauptlast übernehmen dabei die drei großen Partner: die Landkreise Coburg (143 000 Euro) und Sonneberg (67 000 Euro) sowie die Stadt Coburg (135 000 Euro). Ermittelt wird der Vereinsbeitrag über einen - nicht ganz einfachen - Schlüssel aus der Einwohnerzahl und einem Faktor der touristischen Bedeutung der Vereinsarbeit.


Politiker: Bitte raushalten!

Eine Sache war dem Coburger Landrat beim neuen Tourismusverein besonders wichtig: "Die Politik soll sich - wenn es irgendwie geht - aus diesem Gebiet heraus halten." Tourismusmarketing sei eine Sache für die Experten, deshalb solle man diesen auch das Feld überlassen.

Kräftig diskutiert wurde bei der Versammlung, ausgelöst durch einen Wortbeitrag von Bernd Glauben (Romantikhotel "Goldene Traube", Coburg), über die Aufgaben des Tourismusvereins. Der Hotelier störte sich daran, dass in der Satzung der Vertrieb touristischer Produkte nicht ausdrücklich als Aufgabe des Vereins fixiert ist. "Gute Idee, aber wie kriegen wir diese bezahlt?", antwortete Michael Amthor auf diesen Wunsch. Freilich werde das Team des Vereins bei Messen die Region aktiv vermarkten, aber für weitergehende Verkaufsaktivitäten reiche das Personal definitiv nicht aus. So blieb es bei einer entsprechenden Absichtserklärung, die auch für den Coburger IHK-Präsidenten, Friedrich Herdan, große Bedeutung hatte: "Wir müssen diese Lücke schließen, sonst bleibt dieser Verein nur ein Papiertiger."

Das Rodachtal hat eine Stimme

Offensichtlich noch kräftig verhandelt wurde in den vergangenen zwei, drei Tagen noch mit den Vertretern der "Initiative Rodachtal" (IR). Der Zusammenschluss von zehn Gemeinden aus den Landkreisen Coburg und Hildburghausen hatte ja am Freitag über seinen Vorsitzenden (Martin Finzel, Ahorn) verkündet, großen Wert auf den Begriff "Rodachtal" im neuen Vereinsnamen zu legen. So weit kam "Coburg.Rennsteig" der IR dann doch nicht entgegen. Aber das Rodachtal bekommt einen eigenen Vertreter im regionalen Tourismusausschuss, dem hochkarätig besetzten und damit wichtigsten Gremium der Vereinsarbeit.


Coburg.Rennsteig. grenzenlos.fränkisch



Personalien Jeweils einstimmig wurden Michael Busch (Landkreis Coburg) als Vorsitzender) sowie Birgit Weber (Stadt Coburg) und Christine Zitzmann (Landkreis Sonneberg) als stellvertretende Vorsitzende gewählt.

Zahlen Michael Amthor präsentierte die wichtigsten Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Im Gebiet "Oberes Maintal, Coburger Land" stieg die Zahl der Übernachtungen um über 20 000 im Vergleich zu 2013. Das ist ein Plus von 2,4 Prpozent. Herausragend, das räumte der Geschäftsführer ein, war das Ergebnis für Bad Staffelstein, wo im vergangenen Jahr das plus an Übernachtungen bei fast 28 000 lag.

Schwerpunkte Radfahren, Wandern, Gesundheit (Thermen & Bäder) sowie der Themenblock Genuss/Kultur sollen nach Angaben von Michael Amthor die Vermarkungs-Schwerpunkte für den neuen Tourismusverein sein.


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