Binnenschiffer müssen auch mal anpacken können. Wolfgang Stapf weiß das, schließlich hat dieser Beruf in seiner Familie eine lange Tradition. "Ich bin jetzt schon die sechste Generation, die auf dem Wasser unterwegs ist", erzählt er und berichtet vom regelmäßigen Transport von Getreide, Sojaschrot oder auch mal Erz über Rhein, Main und Donau.
1994 allerdings, und das gibt Wolfgang Stapf ebenso offen wie schmunzelnd zu, hat er es sich ausnahmsweise mal relativ bequem gemacht. Er hatte zusammen mit seiner Frau Anni ein neues Güterschiff gekauft. Es handelte sich um das 1979 gebaute Schiff namens "Kyburg", das bis zu diesem Zeitpunkt einer Schweizer Firma gehörte; die Kyburg, die für den Namen Pate stand, ist ein Schloss südlich von Winterthur, das auf eine mittelalterliche Burg zurückgeht. "Diesen Namen durften wir aber aus rechtlichen Gründen nicht lassen", erklärt Wolfgang Stapf. Eine komplette Änderung des Namens hätte aber bedeutet, sämtliche Buchstaben des Schriftzuges, der gleich an drei Stellen auf das Schiff aufgeschweißt waren, auszutauschen. "Da fiel uns die Stadt Coburg ein", berichtet Wolfgang Stapf, "da war der Aufwand am geringsten!" Sprich: Es mussten nur drei Mal das "K" und das "y" gegen ein "C" und ein "o" gewechselt werden.
Ein kleiner inhaltlicher Bezug zwischen Coburg und den Stapfs lässt sich aber trotzdem herstellen: "Wir kommen aus Unterfranken, wohnen in Zellingen im Landkreis Main-Spessart und das Schiff ist in Klingenberg am Main gemeldet - da ist doch der Name einer fränkischen Stadt durchaus passend!"

Kastner schickte Wappen


Noch gut kann sich Wolfgang Stapf daran erinnern, dass er damals der Stadt Coburg einen Brief geschrieben hat und von der Schiffstaufe berichtete. "Herr Kastner hat uns dann sofort geantwortet und mitgeteilt, dass er sich sehr freut, dass es nun auch ein Binnenschiff mit dem Namen ,Coburg' gibt." Das Wappen der Stadt, das Kastner den Stapfs schickte, hänge noch heute an Bord. "Nur die Aufkleber von Coburg, die wir damals ebenfalls bekommen haben, sind inzwischen etwas ausgeblichen!"
Haben die Stapfs auch schon einmal Coburg besucht? "Ja", sagt Wolfgang Stapf, "als wir mal in Bamberg anlegten, haben wir einen Abstecher gemacht! Und: "Es hat uns gut gefallen!"

Mehr dazu und auch zu weiteren Schiffen, die "Coburg" im Namen tragen, lesen Sie am Samstag im Coburger Tageblatt