Coburg
Nachruf

Carl-Ludwig Fahrenholz gestorben

Mit Carl-Ludwig Fahrenholz verliert die Stadt Coburg einen unermüdlichen Kämpfer für den Einzelhandel und ein Urgestein der Kommunalpolitik. Am Freitag starb "der Clu" im Alter von 79 Jahren.
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Carl-Ludwig Fahrenholz vor der Veste Coburg - der Einsatz für "seine" Stadt, sei es für den Einzelhandel oder die sozialen Belange, standen für den CSU-Politiker immer im Vordergrund. Foto: CT-Archiv / Oliver Schmidt
Carl-Ludwig Fahrenholz vor der Veste Coburg - der Einsatz für "seine" Stadt, sei es für den Einzelhandel oder die sozialen Belange, standen für den CSU-Politiker immer im Vordergrund. Foto: CT-Archiv / Oliver Schmidt
Sich aus dem politischen Geschehen in seiner zweiten Heimat, Coburg, herauszuhalten wäre für Carl-Ludwig Fahrenholz niemals in Frage gekommen. Selbst vom Krankenbett aus hatte "der Clu", wie er in Coburg liebevoll gerufen wurde, in den letzten Wochen noch so manches erledigt. "Und er hatte auch noch einiges vor", wie der Fraktionsvorsitzende der CSU im Coburger Stadtrat, Jürgen Oehm, am Freitag infranken.de erzählte. Oehm hatte seinen langjährigen politischen Weggefährten noch in der vergangenen Woche besucht. Am Freitag starb "Clu" Fahrenholz nach längerer Krankheit im Alter von 79 Jahren.


Viele Ehrenämter und Auszeichnungen


Über 40 Jahre bei der Coburger CSU, 36 Jahre für seine Partei im Coburger Stadtrat (von 1972 bis 2008), 25 Jahre Mitglied des Bezirkstages (von 1978 bis 2003), Ehrenmitglied der Coburger CSU, Ehrenvorsitzender der CSU Coburg-Mitte sowie
Ehrenmitglied der CSU-Stadtratsfraktion, Träger des Bundesverdienstkreuzes und seit über 20 Jahren auch Träger des Goldenen Ehrenrings der Stadt Coburg (seit 1992) - die Liste der kommunalpolitischen Ämter, Ehrenämter und Auszeichnungen ist lang. Was Carl-Ludwig Fahrenholz aber immer ganz besonders am Herzen lag, war die Entwicklung des Einzelhandels in der Coburger Innenstadt und auch soziale Themen, für die er sich während seiner Zeit im Bezirkstag stark machte. "Dafür hat er sich permanent und unermüdlich eingesetzt", so Oehm. "Man konnte sich auf ihn verlassen. Er war einfach ein toller Kollege und ein lieber Kerl."

Gegner der "Grünen Wiese"

Was die Gestaltung der Coburger Innenstadt angeht, da war Fahrenholz nicht immer einer Meinung mit seinen Stadtratskollegen. Vor allem die Entscheidungen über die Kaufhof-Fassade und über die Zukunft des Coburger Kongresshauses waren ihm in besonderer Erinnerung geblieben, wie er im Gespräch mit dem Tageblatt anlässlich seines 75. Geburtstages im Jahr 2010 erzählte. Er hatte seinerzeit voller Überzeugung gegen die Kaufhof-Fassade gestimmt und das Kongresshaus hätte man seiner Meinung nach abreißen und durch "etwas G'scheits" ersetzen sollen. In beiden Fällen sah er sich noch Jahre später durch die Meinung der Coburger bestätigt.


Während seiner aktiven Zeit im Coburger Stadtrat und auch nach seinem Ausscheiden 2008 blieb Fahrenholz stets ein erklärter Gegner des Handels auf der "Grünen Wiese", sprich auf der Lauterer Höhe. Stattdessen forderte er mehr Unterstützung für den Einzelhandel in der Innenstadt, insbesondere in Form von mehr Parkplätzen. Es könne doch nicht sein, dass es einerseits immer mehr Autos gebe, auf der anderen Seite aber immer mehr Parkplätze in der Innenstadt "wegradiert" würden. Angesichts einer solchen Entwicklung dürfe man sich nicht wundern, wenn immer mehr Kunden ausblieben und dadurch Geschäfte schließen müssten. Eigentlich selbstverständlich, dass Fahrenholz auch für den Bau der Schlossplatz-Tiefgarage war.


Seinen Sitz im Bezirkstag nutzte Fahrenholz ebenfalls mit großem Erfolg zugunsten seiner Stadt Coburg. "Besonders im Gesundheitsbereich hat er sehr viel erreicht", sagte Oehm. "Es gibt hier so manche Einrichtung, die wir ohne ihn nicht bekommen hätten." In die Öffentlichkeit habe er sein Engagement aber nie groß getragen - gar damit zu prahlen, das wäre für Fahrenholz nie in Frage gekommen.


Was Oehm besonders beeindruckt hat, ist, dass sein Freund, ungeachtet seiner Krankheit, nicht zurück, sondern immer nach vorn geblickt habe. Oehm: "Er hätte am 4. Februar seinen 80. Geburtstag gefeiert und er war zuversichtlich, dass er das noch schafft."
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