Neustadt bei Coburg
Internationales Puppenfestival

Camper beim Puppenfestival: Einmal Neustadt, immer Neustadt

Für echte Fans ist kein Weg in die "Bayerische Puppenstadt" zu weit. Die Familien Fusenig, Moser und Liebermann campen seit Jahren auf dem Schützenplatz und sind dort rundum zufrieden.
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Für sie ist das Puppenfestival ein Muss (von links): Albert und Renate Fusenig, Anita und Claus Moser sowie Egon und Anita Liebermann. Und nicht zu vergessen: Hündchen "Filou" fühlt sich auf dem Neustadter Schützenplatz ebenfalls pudelwohl. Foto: Berthold Köhler
Für sie ist das Puppenfestival ein Muss (von links): Albert und Renate Fusenig, Anita und Claus Moser sowie Egon und Anita Liebermann. Und nicht zu vergessen: Hündchen "Filou" fühlt sich auf dem Neustadter Schützenplatz ebenfalls pudelwohl. Foto: Berthold Köhler
Wer die echten Fans des derzeit laufenden internationalen Puppenfestivals kennenlernen möchte, der muss auf den Schützenplatz kommen. Dort, wo früher nebenan in der "Thüringisch-Fränkischen Begegnungsstätte" die offizielle Eröffnungsfeier des Festivals stattfand, stehen sie: die "Puppenfest-Camper".


Manche, wie Albert und Renate Fusenig, kommen schon seit 15 Jahren. "Weil Neustadt immer noch die Fundgrube schlechthin ist", erklärt der 75-jährige Fusenig.


Die Fusenigs sind schon ewig Fans von altem Spielzeug und Puppen. Seit 1974 konzentrieren sie sich auf Zelluloid-Puppen und sind auf der Suche danach schon ganz schön weit herum gekommen: Leipzig, Freiburg, ja sogar Auslandsreisen nach Spanien und Frankreich hatten was mit dem Puppen-Hobby zu tun. Aber Neustadt, das hat für die Fusenigs einen ganz besonderen Stellenwert.


Das könnte natürlich auch daran liegen, dass sie auf dem Stellplatz neben dem Familienzentrum immer wieder jede Menge alte Bekannte treffen. Die Mosers zum Beispiel. Sie kommen immerhin auch schon seit 2006 nach Neustadt und haben dort "echte Freundschaften gefunden", sagt Claus Moser, während er Renate Fusenig herzlich in den Arm nimmt. Auch die Familie Moser campiert rund um Himmelfahrt meist eine Woche auf dem Schützenplatz, weil es rund um Neustadt viel zu sehen gibt. Albert Fusenig zählt auf: Lichtenfels, Coburg, Seßlach, Kloster Banz und Vierzehnheiligen. "Und der Staffelberg ist auch ein Muss", ergänzt ihn seine Frau.


Im Mittelpunkt steht freilich das Puppenfestival, auch wenn der Sammlermarkt - da kennt sich Claus Moser aus - in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden ist. Im Internet werde inzwischen viel, ja fast alles, gehandelt. Da habe es so eine Veranstaltung wie die Sammler-Börse schon schwer. "Ein Paradies wie früher", stimmt ihm Albert Fusenig zu, sei die Frankenhalle inzwischen nicht mehr. Die ganz große "goldene Nase" wie Anfang der 90-er Jahre verdiene sich dort auch kaum mehr ein Aussteller.

Da kommt ein netter Mann

Stattdessen haben die beiden Familien ihre Herzen ein bisschen an die Flohmärkte verloren. An Himmelfahrt (in Neustadt) und am Samstag (in Sonneberg) heißt es deshalb: Früh raus und stöbern! Dass die Organisatoren des Neustadter Puppenfestivals und des Sonneberger "Teddy- und Puppenfestes" nicht so recht miteinander können (wollen), haben sie natürlich auch schon mitbekommen. "Aber uns ist das doch egal", sagt Renate Fusenig zu dem, was sie bei ihren Besuchen in den Neustadter Wirtshäusern über diesen ewigen Zwist zu hören bekommen. Dass es immer weniger Gasthäuser in der Kernstadt gibt, beschäftigt die Puppenfest-Camper da schon mehr.


Aber auf ihre Neustadter, da lassen die Fusenigs nix kommen. Spätestens, seit ihnen vor ein paar Jahren von der Stadtverwaltung Strom (für drei Euro am Tag) und Frischwasser auf den Schützenplatz gelegt wurde, fühlen sie sich rundumversorgt. Und dann kommt ja auch noch immer wieder dieser "nette Mann", sagt Anita Liebermann aus Fridingen. Der frage immer, ob denn die Camper noch einen Wunsch oder ein Problem hätten. "Wir werden richtig verwöhnt", bestätigt ihr Ehemann Egon. Jener "nette Mann" ist übrigens - da klärte der "Puppenfest-Bürgermeister", Martin Stingl, das Tageblatt auf Nachfrage auf - ist Stadtrat Heinz Kiesewetter. Der ist selbst Camper und kümmert sich immer um die Wohnwagen- und Wohnmobilwelt auf dem Schützenplatz. Manchmal sind es bis zu 30 Familien, die während des Puppenfestivals dort stehen.



Dass im kommenden Jahr das internationale Puppenfestivals zum 25. Mal stattfindet, hatte Claus Moser bis dato noch gar nicht so richtig auf dem Schirm. Klar werden er und seine Frau da wiederkommen - zur Feier des Jubiläums vielleicht sogar 14 Tage. Wo es doch so schön ist in Neustadt.

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