Ebersdorf
Vergabestreit

CO 13 bei Ebersdorf liegt schon wieder auf Eis

Bei der Umgehung für die Kreisstraße CO 13 in Ebersdorf bei Coburg gibt es Ärger wegen der Vergabe des Bauauftrages.
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Mehr geht nicht: Das Teilstück zwischen der B 303 und dem Ebersdorfer Gewerbegebiet darf als Vorwegmaßnahme gebaut werden, doch beim restlichen Abschnitt der Ebersdorfer Umgehung gibt es Probleme mit dem Vergabeverfahren. Die Folge: das Projekt liegt auf Eis. Foto: Berthold Köhler
Mehr geht nicht: Das Teilstück zwischen der B 303 und dem Ebersdorfer Gewerbegebiet darf als Vorwegmaßnahme gebaut werden, doch beim restlichen Abschnitt der Ebersdorfer Umgehung gibt es Probleme mit dem Vergabeverfahren. Die Folge: das Projekt liegt auf Eis. Foto: Berthold Köhler
Wenn man Coburger Landrat Michael Busch (SPD) in diesen Tagen auf den aktuellen Sachstand beim Bau der Umgehung für Ebersdorf anspricht, verdreht er nur sichtlich genervt die Augen. Denn erneut ist das mit 22 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt ins Stocken geraten. Offensichtlich hat es Ärger mit der Vergabe des Auftrages gegeben, wie aus einer gestern Nachmittag verschickten Pressemitteilung des Landratsamtes deutlich wird.
Hintergrund: Die Bauarbeiten für die Umgehung von Ebersdorf sind am 12. März in einem offenen Verfahren europaweit ausgeschrieben worden. Die Angebotseröffnung fand dann am 12. Mai statt. Damit schien es so, als hätte der Bau beginnen können.
Doch weit gefehlt, denn vor Beauftragung der Baumaßnahme hat ein Bieter ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer Nordbayern in Ansbach beantragt.
Die Entscheidung der Vergabekammer fiel so aus, dass sie damit selbst Insider aus der Baubranche überraschte: Mit Beschluss der Vergabekammer Nordbayern vom 8. Juli wurde der Landkreis verpflichtet, die Wertung der Angebote erneut durchzuführen. "Bis zur Rechtskraft des Beschlusses dürfen die Arbeiten nicht vergeben werden", heißt es in der von der Juristin Julia Bauersachs unterzeichneten Pressemitteilung des Landratsamtes. Die Folgen jedenfalls sind für den Fortgang des Projektes erheblich: Auch in nächster Zeit finden vor Ort keine weiteren Bautätigkeiten statt. Zu Jahresbeginn rechnete das Landratsamt noch damit, dass 2017 bis zu vier Millionen Euro "verbaut" werden können...


300 Meter, mehr vorerst nicht

Was derzeit wenigstens noch läuft: Die bereits im Herbst mit einem "kleinen Spatenstich" begonnene Vorwegmaßnahme der Umgehung. Der Landkreis treibt dort die Erstellung der ersten 300 Meter Kreisstraße von der Bundesstraße 303 zum Anschluss des Gewerbegebietes der Gemeinde Ebersdorf voran, möglich wurde diese Baumaßnnahme durch ein eigenständiges Bebauungsplanverfahren. Dieser Abschnitt soll bis Ende Mitte August 2016 fertig gestellt werden. Er ist alleine schon deshalb wichtig, weil über diesen Zubringer die Anlieferung der für den Straßendamm der Umgehung erforderlichen Erdmassen erfolgen soll - hier ist von 12 000 Kubikmetern die Rede.
Der Ebersdorfer Bürgermeister, Bernd Reisenweber (BG), zeigte sich auf Tageblatt-Nachfrage wenig erfreut über die neuen Probleme. Vollends überrascht haben sie ihn aber nicht: "Ich habe schon von Problemen gehört." Reisenweber bleibt nicht mehr als die Hoffnung, dass jetzt bei der (Neu-)Vergabe "alles glatt" läuft.
Wie es nun weitergeht, ist wieder einmal "offen", wie der Landrat dem Tageblatt bestätigt. Denn es gibt keinen Vergabebeschluss des Landkreises, der Rechtskraft hat. Sollte sich aus den Schwierigkeiten bei der Vergabe gar ein langwieriger Rechtsstreit entwickeln - was nach Lage der nicht ausgeschlossen werden kann - dann könnte sich der Baubeginn für die Ebersdorfer Umgehung erneut verzögern.
Das größte Problem liegt darin, dass in einem mehrtägigen Zeitraum der Bauarbeiten bei Ebersdorf der Bahnverkehr auf der Linie zwischen Lichtenfels und Coburg eingestellt werden muss. Fachleuten zufolge kann eine solche Sperrung nur nach einer extrem langen Vorlaufzeit erfolgen. Normal muss man in solchen Fällen der Bahn anderthalb Jahre vor der geplanten Sperrung Bescheid geben.


Spatenstich? Im Juli sicher nicht!

Dem bisherigen Terminplan folgend, hätte die Strecke im kommenden Jahr gesperrt werden sollen, damit die Oberleitungen verlegt werden können. Ein Zeitplan, der mehr denn je in Frage steht. Völlig vom Tisch jedenfalls ist der aus der Gerüchteküche stammende Termin für den Spatenstich am 21. Juli. Der ist auf keinen Fall mehr zu halten. Wenn der Streit um die Vergabe nicht vor Gericht geht, könnten die Bauarbeiten bei Einhaltung aller wichtigen Fristen Mitte August beginnen. Bernd Reisenweber würde das sehr freuen: "Bis dahin können wir nur abwarten."
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