Coburg
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CC-Streit: Kastner nennt Grüne "intolerant"

Mit deutlichen Worten weist Coburgs Oberbürgermeister die Forderung der Grünen nach einem Platzverweis für den Coburger Convent zurück.
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Unter anderem kritisiert er auch die Teilnahme der Grünen an einer "teils gewalttätigen" Anti-CC-Demonstration. Die beiden Grünen-Vorstandssprecher Martina Benzel-Weyh und Roman Kollar hatten in einem Brief an Norbert Kastner (SPD) einen Platzverweis für den CC gefordert - nun hat der OB geantwortet. Der Brief im Wortlaut:

"Sehr geehrte Frau Benzel-Weyh, sehr geehrter Herr Kollar, in Ihrem an mich gerichteten Offenen Brief vom 18. Juni bitten Sie mich klarzustellen, dass es in unserer Stadt auch nicht den Hauch eines Verdachts der Duldung revanchistischer Umtriebe geben dürfe. Dies will ich gerne tun, weil nach meiner festen Überzeugung in Coburg kein Platz sein darf, weder für rechtsradikale noch linksradikale Umtriebe. Coburg ist, wie Sie schreiben, eine weltoffene Gemeinde.

Allerdings präsentieren Sie sich in Ihrem Schreiben alles andere als weltoffen. Nach meiner
Überzeugung eher einseitig intolerant.

So ist mir völlig unverständlich, dass Repräsentanten von Bündnis 90/Die Grünen einerseits an teils gewalttätigen Demonstrationen gegen den CC teilnahmen - und dies gemeinsam mit linksradikalen Gruppierungen, die unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen und so "inhaltsreiche" Sätze wie "CC raus" oder "Sch... Coburg" skandieren - andererseits den Coburger Convent aber pauschal in die rechtsextreme Ecke stellen.

Sicherlich steht der Coburger Convent als Verband nicht im Verdacht sich politisch besonders "links" zu positionieren. Aber Sie werden es nicht glauben, ich habe in den vergangenen Jahren tatsächlich Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und aufrechte Sozialdemokraten kennengelernt, die Mitglieder in Verbindungen des CC sind.

Natürlich ist es jedem unbenommen, dem CC kritisch oder sogar ablehnend gegenüber zu stehen. Ich selbst habe mich in den vergangenen Jahren an der einen oder anderen Stelle durchaus kritisch und ablehnend mit einzelnen Beiträgen im Rahmen des Pfingstkongresses auseinander gesetzt und dies auch öffentlich kundgetan.

Deswegen hätte ich mir auch gewünscht, dass Sie sich als örtliche Repräsentanten von Bündnis 90/Die Grünen etwas differenzierter mit dem CC auseinandergesetzt hätten. Dann wäre Ihnen auch nicht verborgen geblieben, dass es beispielsweise das von Ihnen genannte "Heldengedenken" gar nicht gibt. Wenn Sie damit das "Totengedenken" am Ehrenmal des CC meinen, findet dies seit zwei Jahren im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes statt.

Als sehr wohltuend habe ich es empfunden, dass der Coburger Convent sich als erster und größter akademischer Dachverband klar und deutlich von den rechtsextremen Umtrieben in den Reihen der Deutschen Burschenschaft distanziert hat. Offensichtlich ist Ihnen dies entgangen, denn das hätte sicherlich auch den Beifall der Bündnisgrünen verdient.

Deswegen, liebe Frau Benzel-Weyh, sehr geehrter Herr Kollar, setzen Sie sich auch in Zukmft kritisch, aber auch sachlich und fundiert, mit dem CC auseinander. Ich werde als Vertreter einer weltoffenen Stadt, in der der Coburger Convent ebenso seinen Platz hat wie das Samba-Festival, auch in Zukunft den CC in Coburg herzlich willkommen heißen."


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