Coburg
Gedenken

Broschüre führt zu Coburger Stolpersteinen

Im Rahmen eines P-Seminars haben neun Oberstufenschüler des Gymnasiums Alexandrinums eine ausführliche Broschüre über die in Coburg seit 2009 verlegten Stolpersteine erstellt.
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Zwei der Stolpersteine, die in Coburg verlegt sind.
Zwei der Stolpersteine, die in Coburg verlegt sind.
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Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) lobte bei der Übergabe der ersten druckfrischen Exemplare das Engagement der Projektgruppe: "Das ist eine sehr wertvolle Hilfe!" Die Broschüre gebe Einblick in ein "dunkles Kapitel unserer Stadtgeschichte, das wir nicht vergessen dürfen." Oberstudiendirektor Herbert Brunner freute sich, dass mit dieser neuen Broschüre die Ergebnisse dieses P-Seminars nicht im Archiv der Schule verschwinden, sondern der Öffentlichkeit zugänglich seien.
Seit 2009 verlegte der Künstler Gunter Demnig die Stolpersteine im Coburger Boden. Die Betonwürfel mit Messingtafel erinnern an Coburger die unter der Nazi-Herrschaft zu leiden hatten. 2013 verlegte Demnig die bislang letzten Stolpersteine in der Vestestadt - und das gab den Anstoß für das Broschüren-Projekt. Am Anfang standen ausführliche Recherchearbeiten, berichteten Kim Kolb, Hannah Wank und Luise Zekey aus der Projektgruppe.
Geforscht wurde zum Beispiel im Stadtarchiv und im Internet. Dazu gab es Gespräche und Interviews mit Zeitzeugen und Coburger Bürgern, die sich für das Projekt der Verlegung von Stolpersteinen in Coburg engagiert haben. Unterstützt wurden die neun Schüler von Oberstudienrat Diethard Nemmert, Lehrer für Deutsch und Religion.
Die ansprechend gestaltete Broschüre führt zu den verschiedenen Orten der Stolpersteine in Coburg. Dazu gibt es Hinweise zu den Personen, deren Gedächtnis die Stolpersteine gewidmet sind, ergänzt durch jeweils kurze Lebensläufe. Mit Hilfe von QR-Codes können bei einem Stadtrundgang vor Ort auch weitere Informationen abgerufen werden.

Im Internet abrufbar

Inzwischen erinnern die Stolpersteine bundesweit an die Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus. Sie befinden sich in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Opfer. Mittlerweile gibt es in Deutschland und Österreich sowie über einem Dutzend weiterer Länder in Europa rund 45 000 solcher Stolpersteine. Die ersten Stolpersteine verlegte Gunter Demnig 1995 in Köln. In Coburg befinden sich die Stolpersteine vor allem vor den letzten Wohnhäusern ehemals jüdischer Mitbürger der Stadt. Sie erinnern aber auch an nichtjüdische Opfer des Nationalsozialismus, so etwa an Menschen, die im Rahmen des "Euthanasieprogramms" ermordet wurden oder an Menschen, die aus politischen Gründen verfolgt wurden.
Die Broschüre "Stolpersteine" gibt es im Gymnasium Alexandrinum und in der Tourist Information in der Herrngasse 4. Demnächst kann die Broschüre auch im Internet abgerufen werden, versprechen die Autoren. mako

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