Coburg
Sanierung

Bis Ostern soll in der Coburger Morizkirche alles fertig sein

Die Restaurierung der Morizkirche folgt einem genauen Zeitplan. Bis bis Ostern alles fertig ist, müssen der Gekreuzigte und die anderen sakralen Figuren und Gegenstände an Ausweichplätzen auf die Fertigstellung warten.
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Die Jesusfigur liegt auf dem Altar vor dem Epitaph, umgeben von Schrauben und anderen Dingen.  Fotos: Christoph Winter
Die Jesusfigur liegt auf dem Altar vor dem Epitaph, umgeben von Schrauben und anderen Dingen. Fotos: Christoph Winter
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Ende März 2016 wird zum Osterfest der erste offizielle Gottesdienst in der Morizkirche nach der Innensanierung stattfinden. Die Einweihung der Coburger Stadtkirche feiert die Gemeinde dann sechs Wochen später, am Sonntag, 8. Mai 2016. Diese Termine nannten am Mittwoch Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) und Sibylle Fugmann vom Hochbauamt der Stadt bei einem Pressegespräch in der Morizkirche.
Ein großer Teil des im Kirchenraum installierten Baugerüsts ist in den vergangenen Wochen wieder abgebaut worden. Wände und Decken sind frisch gestrichen und das lichte Gelb und die weißen Flächen lassen das Kirchenschiff hell erscheinen. Vor dem eingepackten und geschützten Epitaph im Chorraum von St. Moriz stehen zwischen allerlei Handwerkszeug und Baumaterial die Erntekrone und der Taufstein.
Eine Jesusfigur liegt auf dem Altar vor dem Epitaph, umgeben von Schrauben, noch nicht ausgepackten Leuchtstoffröhren und anderen Dingen.

Vor 45 Jahren ist die Morizkirche zum letzten Mal innen saniert und umgebaut worden. Damals wurde eine niedrige Brüstung zwischen Kirchenschiff und Chorraum eingebaut. "Dieses Mäuerchen wurde nun entfernt", so Sibylle Fugmann. Dabei kam das längst vergessene Grab eines Kindes zutage. Genau im Jahr 1700, so steht es auf der bronzenen Grabplatte, fand darin ein Kind der Familie von Wolzegen die letzte Ruhe. "Die Platte haben wir nicht abgenommen, das Ganze blieb unberührt", sagte Bürgermeisterin Birgit Weber. Unter den Stufen, die sich jetzt über die ganze Breite des Kirchenchores erstrecken, befindet sich die Grabplatte. "Deshalb konnte keine Glasplatte darüber in den Boden eingelassen werden, um einen Blick auf die Grabplatte zu ermöglichen", erläuterte Sibylle Fugmann.


Farben wie früher

Die weißen und gelben Kalkfarben an Wänden und Decken der Morizkirche entsprechen einer früheren Farbgebung. Erneuert wurde die Elektroinstallation, und schwenkbare Strahler sorgen für mehr Licht auf den breiten Stufen und auf dem Podest zum Chorraum. "Dort wird auch der neue Altar stehen", bedeutet Fugmann. Der Altar ist beweglich, um Platz bei Kirchenkonzerten zu haben.

Wenn in den nächsten Tagen das Baugerüst verschwunden ist, heißt es Großreinemachen. Gleichzeitig werden Orgel und Epitaph von ihren schützenden Umhüllungen befreit und ebenfalls einer sorgfältigen und vorsichtigen Reinigung unterzogen. Das wird im November geschehen. Gründlich vom Schmutz der letzten Jahrzehnte befreit wird auch der Fußboden und anschließend versiegelt. Dann bleibt noch die Sanierung des Hauptportals und der Einbau eines Windfangs.

Die Stuckarbeiten an der Decke der Morizkirche "waren von vielen Rissen durchzogen", erinnerte sich Sibylle Fugmann. Viel Aufwand verursachte indes eine Bausünde von der letzten Renovierung: "Damals wurden Dispersionsfarben verwendet, die mussten erst entfernt werden."


Mehrere Zuschusstöpfe

Die Innensanierung der Morizkirche wird 1,4 Millionen Euro kosten. Darin nicht enthalten ist der Aufwand für die Reinigung des Epitaphs im Chor der Kirche. Dafür hat die Stadt mehrere Zuschusstöpfe angezapft und auch erhebliche Spenden aus der Bevölkerung erhalten.

Zur Einweihung am Muttertag des nächsten Jahres hat sich der evangelische Landesbischof und Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, Heinrich Bedford-Strohm, angesagt. Bedford-Strohm ging in Coburg zur Schule, legte am Casimirianum das Abitur ab und war von 2002 bis 2004 Pfarrer an der Morizkirche.




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