LKR Coburg
Neubaustrecke

Betonpfähle in der Testphase

Die Füllbachbrücke hat sich in den neun Jahren seit ihrer Fertigstellung um einige wenige Zentimeter gesenkt.
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Die Füllbachbrücke, Teil der Einschleifung von der ICE-Strecke nach Coburg, hat sich vier Zentimeter gesetzt. Fotos: Simone Bastian
Die Füllbachbrücke, Teil der Einschleifung von der ICE-Strecke nach Coburg, hat sich vier Zentimeter gesetzt. Fotos: Simone Bastian
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Es geht eigentlich nur um vier Zentimeter: So viel hat sich der Untergrund an den Widerlagern der Füllbachbrücke abgesetzt. Die Brücke steht schon seit 2008 in der Landschaft; ab Dezember sollen fahrplanmäßig die Züge darüber rollen. Deshalb steht Dieter Thormann an dieser Stelle ein wenig unter Zeitdruck.

Thormann ist der Leiter des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 8.1, kurz VDE8.1. Die Acht steht für die ICE-Strecke Nürnberg-Berlin, die Eins hinter dem Punkt für den Abschnitt Erfurt-Ebensfeld und damit auch für die Füllbachbrücke. Die gehört strenggenommen nicht zur Strecke, sondern zur Einschleifung, die zum Coburger Hauptbahnhof führt. Hier werden die ICE und Regionalexpresszüge mit maximal 120 Stundenkilometern entlang rollen. Deshalb soll die Brücke nun gegen ein weiteres Absinken gesichert und das Niveau der Fahrstrecke wieder angehoben werden, erläuterte Thormann gestern vor Ort.

Vorher wird aber ausprobiert, ob das Verfahren, das sich die Ingenieure ausgedacht haben, überhaupt funktioniert. Große Bohrer wurden 15 bis 20 Meter tief in den Boden getrieben, der so entstandene Hohlraum mit einer Zementsuspension gefüllt. Wenn die Tests zeigen, dass so der Untergrund stabilisiert werden kann, kommen im Februar/März solche Betonpfähle unter die beiden Widerlager der Brücke. Thormannn nennt das "kleinere technische Schwierigkeiten", die Kosten von rund 900 000 Euro trage die Versicherung.

Wenn alles klappt wie geplant, könne die Brücke Mitte Mai für Schienenfahrzeuge freigegeben werden, sagte Thormann. Dann fehlen nur noch die beiden Verbindungskurven, die Ende Juni fertig werden sollen.


Streit mit Niederfüllbach

Ansonsten habe die Strecke bautechnisch kaum Probleme gemacht, sagte Thormann. Ärger gibt es aber noch auf rechtlicher Seite, wobei sich der Projektleiter auch in diesem Fall ganz gelassen gibt: Die Gemeinde Niederfüllbach will nicht akzeptieren, dass sie die Brücke über die Gleise am Sandweg (unter anderem Zufahrt zum Flugplatz Steinrücken) mitfinanzieren soll. Das aber sei in einem Bundesgesetz eindeutig geregelt, sagte Thormann. Die Bahn als Streckenbetreiber, der Bund als Verkehrsträger und der Straßenbaulastträger müssen sich demnach die Kosten teilen, wenn aus einem Bahnübergang eine Überführung wird.

Weil sich Bund und Bahn einig waren und außerdem alle Genehmigungen vorlagen, habe die Brücke auch ohne die Unterschrift des Niederfüllbacher Bürgermeisters unter einer Finanzierungsvereinbarung gebaut werden können, sagte Thormann.

Die Brücke sei auch nicht zu umgehen gewesen: Für die Landwirte, die den Wirtschaftsweg nutzen, hätten sich kilometerlange Umwege ergeben. Auch habe die Gemeinde Niederfüllbach, als es um die Planung ging, die Beseitigung des Bahnübergangs gewünscht. "Nun ist es auch wieder nicht richtig. Die Angelegenheit befindet sich nun auf dem Weg der verwaltungsrechtlichen Klärung."


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