Coburg
Auszeichnung

Bester Fachinformatiker kommt aus Coburg

Alexander Thorwirth hat in den vergangenen Wochen einige Auszeichnungen entgegennehmen dürfen - unter anderem in Berlin.
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Alexander Thorwirth an seinem Arbeitsplatz. Er machte die bundesweit beste Abschlussprüfung als Fachinformatiker. Fotos: Simone Bastian
Alexander Thorwirth an seinem Arbeitsplatz. Er machte die bundesweit beste Abschlussprüfung als Fachinformatiker. Fotos: Simone Bastian
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100 Punkte sind möglich, 50 sind nötig, bei 90 ist von einem sehr guten Ergebnis die Rede. Alexander Thorwirth hat in seiner Abschlussprüfung zum Fachinformatiker mit Schwerpunkt Systemintegration 99 Punkte erzielt. Damit war er nicht nur bester an der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels, wo auch die Coburger Fachinformatik-Azubis unterrichtet werden. 99 Punkte wurden weder in Bayern noch im Bund übertroffen - und immerhin machten bundesweit 5595 Prüflinge im vergangenen Jahr ihren Abschluss.

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: Einem schriftlichen, bei dem aber auch situationsbezogene Aufgaben gelöst werden müssen, wie Hans-Jürgen Lichy erläuterte, der Leiter der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels. Hinzu kommt eine betriebliche Projektarbeit, für die der Prüfling eine Woche Zeit hat. Den Prüfern muss er dann in einer Präsentation erläutern, wie er das Projekt anging, und Fachfragen beantworten. "Die Fachinformatik ist so breit gestreut, dass kaum einer alles wissen kann", betonte Lichy.

Thorwirth machte seine Ausbildung bei der Firma Alten, die in Coburg im ehemaligen Escora-Gebäude unterm Dach angesiedelt ist. Von Coburg aus werden auch die IT-Systeme in den übrigen 20 deutschen Standorten der Alten-Group betreut, berichtet Martin Körner, Thorwirths Ausbilder. Seinen Job bei Alten hat der junge Fachinformatiker sicher.

Auf 97 Punkte in der Abschlussprüfung brachte es Sven Gust, der bei Brose in Coburg Maschinen- und Anlagenführer gelernt hat. Er war nicht der einzige ehemalige Azubi aus der Brose-Lehrwerkstatt, der am Mittwoch im großen Saal der IHK zu Coburg empfangen wurde: Zwei weitere ehemalige Brose-Auszubildende haben die Berufsschule so gut abgeschlossen, dass sie den Staatspreis erhalten haben. Alle wurden sie von Ausbilder Manuel Truckenbrodt betreut, der selbst erst vor wenigen Jahren seine Lehre bei Brose absolviert hat. Insgesamt werden bei Brose in Coburg derzeit 119 junge Leute ausgebildet.

Alexander Thorwirth und Sven Gust wurden als "Bayernsbeste" ausgezeichnet. Alexander Thorwirth wurde Anfang Dezember überdies als bundesbester Fachinformatiker in Berlin geehrt. Beide waren auch schon bei der großen IHK-Abschlussfeier im November gewürdigt worden. Und: Beide hatten erst auf Umwegen zu ihrer Ausbildung gefunden, hatten sich dann aber umso mehr hineingekniet.


Staatspreise für Schulbeste

Lukas Fischer (Maler und Lackierer, Albert Fischer & Sohn), Alexnder Horn (Polsterer, Gruber Polstermöbel), Lukas Jeroma (Werkzeugtechniker, Brose), Manuel Schunk (Maschinenführer, Brose), Louisa Neckermann (Schreinerin, Schreinerei Tim Fleischmann) und Felix Elflein (Elektroniker, Bruno Dietze) hatten nicht nur die Berufsschule mit der Note 1,0 abgeschlossen, sondern sich auch durch vorbildliches Verhalten ausgezeichnet. Das wird mit dem sogenannten Staatspreis gewürdigt. Neun Absolventen der Coburger Berufsschulen haben im Schuljahr 15/16 diesen Preis erhalten; allerdings konnte die Regierung von Oberfranken nur drei Preise bereitstellen, sagte Schulleiter Anton Staudigl. Für die übrigen sechs sponsorte die Schule den Preis.

Sowohl Staudigl als auch IHK-Präsident Friedrich Herdan nutzen die Feier, um das duale Ausbildungssystem zu loben: Ein "Markenzeichen der etuschen Wirschaft" (Herdan), wo vieles im Betrieb und in der Schule vermittelt werde, was in anderen Ländern Gegenstand einer akademischen Bildung sei. Deshalb habe die EU den Abschluss im dualen Ausbildungssystem im Prinzip dem Bachelor gleichgestellt. "Das Gütesiegel ,duale Ausbildung‘ dürfen wir nicht nur vor uns hertragen, sondern müssen es auch leben", sagte Anton Staudigl. In Coburg gelinge diese Zusammenarbeit von Betrieben, Berufsschule und IHK in vorbildlicher Weise, wie Staudigl und Herdan übereinstimmend feststellten.

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