Renate Kloses Kinder sind erwachsen. Die Coburgerin suchte nach einer neuen Aufgabe und fand diese in der Flüchtlingshilfe. Ehrenamtlich übernahm sie die Patenschaft für eine Familie aus Afghanistan. Khalad Dahoud ist Afghane und lebt seit zehn Monaten in Coburg, wo er das Berufsbildungszentrum besucht. Der 17-jährige wünscht sich einen deutschen Paten, der ihm auf dem Weg in die Integration hilft. Im Awo-Mehr-Generationen Haus "Treff am Bürglaßschlösschen" kamen Paten, Bürger und Flüchtlinge zum gemeinsamen Kochen zusammen. Es sollten durch diese Aktion Kontakte entstehen und neue Patenschaften geschlossen werden.


Bereits elf Paten

Wie Liane Blietzsch erklärte, leben in der Stadt Coburg derzeit 800 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften oder dezentralen Wohnungen. 58 Prozent sind laut Blietzsch zwischen 19 und 50 Jahre alt. Sie kommen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Gleichzeitig gebe es in Coburg ein sehr hohes gesellschaftliches Engagement. "Rund 350 Menschen haben sich bei der Stadt Coburg gemeldet und möchten unterstützen", sagt Antje Hennig vom Büro für Senioren und Ehrenamt der Stadt Coburg. Sie unterstützen laut Hennig beispielsweise bei Sportangeboten, in der Essensausgabe oder mit Deutschkursen. "Bei den Deutschkursen habe ich bereits sehr gute Erfahrungen gemacht", sagte Renate Klose. Deshalb habe sie sich zu einer Patenschaft entschlossen.
Laut Blietzsch haben sich elf Personen als Paten gemeldet. Angelika Sauernheimer gehört dazu. Mit einem ihrer Patenkinder schnippelte sie Ananas, Bananen und Melone in kleine Stücke. "Ich habe 15 Jahre lang in der Ausländerbehörde in Krailsheim gearbeitet und fünf Jahre im Ordnungsamt der Stadt Coburg, von daher bringe ich Erfahrung mit." Sauernheimer wollte ehrenamtlich helfen, meldete sich bei der Stadt, half erst bei der Erstaufnahme und nun bei der Integration, indem sie die Patenschaft für eine Familie übernahm.
Auch Anna Keck, eine Studentin der Fachhochschule Coburg möchte etwas Sinnvolles tun. "Ich habe Zeit und bin Patin eines jungen Ehepaares aus Äthiopien." Der Grundgedanke des Projektes, dass das Awo-Mehrgenerationenhaus und das Ehrenamtsbüro der Stadt Coburg initiiert haben, besteht laut Blietzsch darin, geflüchtete Menschen im Sinne eines Mentorings zu unterstützen und zu begleiten. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie leben" gefördert, begann im Juni 2016 und endet im Juni 2017.
Zum gemeinsamen Kochen war die Resonanz unerwartet hoch. Auf dem Speiseplan standen eine türkische Tomatensuppe, eine leichte Gemüselasagne und ein Obstsalat.
Ansprechpartner sind das Büro Senioren und Ehrenamt der Stadt Coburg, Antje Hennig, Oberer Bürglaß 4, 96450 Coburg, Telefon: 09561/ 892575,
antje.hennig@coburg.de sowie der Awo-Treff am Bürglaßschösschen, Oberer Bürglaß 3, 96450 Coburg, Telefon: 09561/ 94415, liane.blietzsch@awo-ofr-mfr.de bzw. kristin.herbst@awo-ofr-mfr.de.