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Wüstenahorn
Bürgerversammlung

Beim "Haus am See" in Wüstenahorn geht es wohl endlich weiter

Der Bau des Bürgerhauses in Wüstenahorn soll nun endlich konkret werden.
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Eingangsbereich des jetzigen Bürgerhauses Foto: Christiane Lehmann
Eingangsbereich des jetzigen Bürgerhauses Foto: Christiane Lehmann
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Der Bau des Bürgerhauses in Wüstenahorn soll im Frühjahr 2017 beginnen - immer vorausgesetzt, der Bau- und Umweltsenat sowie der Finanzsenat segnen im Dezember die Pläne ab und geben das Geld frei. Dann beginnt in einer Geschichte, die 2009 anfing, das letzte Kapitel.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) machte am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung in Wüstenahorn deutlich, dass er die ersten Kapitel dieser Geschichte anders geschrieben hätte, wenn er gekonnt hätte. 2009 hatte es nämlich eine groß angelegte Bürgerbeteiligung mit externen Experten gegeben. Das Geld für diese Berater, meint Tessmer, hätte man sich seinerzeit sparen können. Denn zum einen wurden durch diese (vorgeschriebene) Bürgerbeteiligung hohe Erwartungen geweckt, und die Pläne von 2009 wurden nie verwirklicht, weil der Bund das Geld für das Programm "Soziale Stadt" zusammenstrich. Und ohne die Fördermittel war das Bürgerhaus nicht zu verwirklichen.


Zwischen Abriss und Baubeginn soll möglichst wenig Zeit verstreichen

Seit 2013 steht wieder Geld für die "Soziale Stadt Wüstenahorn" zur Verfügung, aber nun musste das Bürgerhaus neu geplant werden, und es wird ernst. Das Bürgerhaus oder "Haus am See" soll an die Stelle der ehemaligen Post. Die hätte auch schon längst abgerissen werden können, wie Ullrich Pfuhlmann von der Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) erläuterte. Doch die Wohnbau habe darauf verzichtet, weil sie sonst die Abbruchstelle den Winter über hätte sichern müssen. "Der Abriss soll erfolgen, wenn unmittelbar danach der Baubeginn möglich ist."

Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD), zuständig für Soziales, sah die lange Geschichte der "Sozialen Stadt" nicht so streng wie der OB: Seit 2009 sei immerhin beim Wohnungsbau viel geleistet worden. Das "Haus am See" soll den Wüstenahorner Vereinen und Gruppen zur Verfügung stehen, als Bürgertreff genutzt werden, Beratungs-, Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangebote bereitstellen. Dafür werde noch ein Träger gesucht, sagte Nowak. Als Vorbild diene das Mehrgenerationenhaus am Bürglaßschlösschen: Wer das Haus übernehmen will, soll Angebote für die Senioren im Quartier schaffen und einen Mittagstisch einrichten. Auch Kulturprojekte sollen möglich sein. Die Wohnbau wird nicht nur das Gebäude errichten, sondern auch die zugehörigen Außenanlagen sowie den Platz bis zur Straßenkante herrichten. Unklar ist noch, wo die Bushaltestellen eingerichtet werden. Auf der Seite am Bürgerhaus kommen sie an den neuen Platz vorm Haus. Was die Gegenrichtung angeht, wird noch nach einer passenden Stelle gesucht.


31 neue Wohnungen

Außerdem baut und saniert die Wohnbau Wohnungen in Wüstenahorn. Mit dem nächsten Neubau (31 Wohnungen) soll es im Frühjahr in der Fröbelstraße losgehen. WSCO-Geschäftsführer Christian Meyer und der Technische Leiter Ullrich Pfuhlmann hoffen, dass der Neubau auch im Jahr 2017 fertig wird. "So wie der Bau momentan boomt, ist es gar nicht so leicht, die Firmen auf die Baustelle zu kriegen", stellte Pfuhlmann fest.
Am Lauersgraben wird in diesem Jahr noch der erste Bauabschnitt fertig: Dann ist der erste Riegel mit 27 Wohnungen saniert. 2017 soll der nächste folgen.

"Wir werden uns die nächsten drei Jahre den Berg hocharbeiten", sagte Pfuhlmann. Insgesamt sollen dort vier Blocks saniert werden. Die Mieten werden dabei auf dem Niveau bleiben, dass auch Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind, dort leben können. Das gelte auch für die Neubauwohnungen, betonte Christian Meyer, obwohl das wegen der geforderten Standards und der Kosten nicht leicht sei. "Denn die Politik steht zu dieser Zusage."

Zur Sozialen Stadt Wüstenahorn gehören nicht nur Gebäude, sondern auch Einrichtungen fürs soziale Leben. Die helfen auch bei der Integration von Flüchtlingen, berichtete Bürgermeister Nowak. Deshalb brauche man in Wüstenahorn keine eigenen Integrationsangebote. "Das Kaleidoskop stellt Räume für Treffen mit der Asylsozialberatung zur Verfügung, die Kirchengemeinde Räume für den Deutschunterricht."

Weil all das aber trotzdem zusätzlichen Aufwand bedeutet, will die Stadt Geld beantragen, dass mehr Stunden fürs Quartiersmanagement bezahlt werden können. Das sei so mit der Regierung von Oberfranken besprochen, sagte Nowak.
OB Tessmer hatte mit der Versammlung überpünktlich begonnen, auch, um zum Länderspiel um 20.45 Uhr fertig zu sein. Doch die fünf Punkte der Tagesordnung waren schon um 19.45 Uhr erledigt. Es waren 16 Wüstenahorner gekommen, die sich zehn Stadträten, drei Bürgermeistern sowie mehreren Verantwortlichen aus der Stadtverwaltung gegenübersahen. "In Wüstenahorn gibt es keine Probleme", kommentierte Tessmer am Rande der Veranstaltung.
Ein Thema war eine Fußgängerinsel im Wirtsgrund gegenüber dem Kaffeeweg. Kai Holland, Leiter des Ordnungsamts, machte wenig Hoffnungen, dass diese verwirklicht werden könnte. "Wenn wir da bei der Polizei rumnerven, könnte es sein, dass die fragt, ob da denn Tempo 30 nötig ist." Das gilt nämlich im Wirtsgrund, obwohl es sich um eine breite Straße handle und die Verkehrsbelastung nicht so hoch sei. Udo Bauer widersprach: Wenn er seinen Enkel morgens zur Schule bringe, müsse er manchmal minutenlang warten, bis die Straße für Fußgänger frei sei. Außerdem seien im Bereich der Einmündung Kaffeeweg viele Autos geparkt, so dass es dort sehr unübersichtlich sei. OB Tessmer ließ nach kurzer Diskussion abstimmen: Wenn die Bürgerversammlung eine entsprechende Empfehlung gibt, muss sich der zuständige Senat oder der Stadtrat innerhalb von drei Monaten mit dem Thema befassen. Die Mehrheit stimmte zu, und deshalb wird die Frage nach einer "Hüpfinsel" in den nächsten Wochen noch einmal umfassend geprüft. Kai Holland hatte außerdem zugesagt, eine Verkehrszählung durchzuführen.
Probleme gibt es auch mit dem sogenannten ruhenden Verkehr: Vermutlich Anwohner der Fröbelstraße parken oberhalb ihrer Wohnungen am Sibersberg auf einem Wendeplatz. Damit versperren sie aber den Anwohnern von Sibersberg 6 und 8 den Weg, die den Wendeplatz brauchen, um in ihre sehr spitz einmündenden Einfahrten zu gelangen. Deshalb soll auf dem Wendeplatz nun ein absolutes Halteverbot erlassen werden, kündigte Kai Holland an.

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