Coburg
Controlling

Beim Bau der Coburger Angersporthalle bleiben die Kosten im Rahmen

Der Steuerzahler ist eine geduldige Melkkuh. Beim Bau der Angersporthalle in Coburg muss er wohl nicht sein - dank Controllings.
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Die Baugrube für die neue Dreifach-Schulsporthalle auf dem Anger ist schon weit voran gekommen. Das Projekt hält das Kostenbudget bislang ein, hieß es am Mittwoch im Bau- und Umweltsenat. Foto: Christoph Winter
Die Baugrube für die neue Dreifach-Schulsporthalle auf dem Anger ist schon weit voran gekommen. Das Projekt hält das Kostenbudget bislang ein, hieß es am Mittwoch im Bau- und Umweltsenat. Foto: Christoph Winter
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Der Ablauf funktioniert üblicherweise so: Die öffentliche Hand baut, die Kosten explodieren, verantwortlich will dafür niemand sein, und bezahlt wird trotzdem. Der Steuerzahler ist eine geduldige Melkkuh. Zwar spielen die "Residenzler" überhaupt nicht in der Liga eines Hauptstadtflughafens oder der Hamburger Elbphilharmonie, aber über höhere Schlussrechnungen haben sich Stadträte und -verwaltung schon mehr als einmal geärgert. Diesen Ärger vermeiden soll das BIC, das Bau-Investment-Controlling in der Stadtverwaltung. Während der Planung sind noch die meisten Einfluss- und vor allem Einsparmöglichkeiten bei Bauvorhaben gegeben. Je höher die Fassaden aufragen und je mehr der Rohbau Gestalt annimmt, umso geringer lassen sich die Kosten verringern.

In der Sitzung des Bau- und Umweltsenats am Mittwoch hatte Ausgabenkontrolleur Gerald Hellmuth seine Premiere: Die Kosten für den Bau der neuen Dreifach-Schulsporthalle auf dem Ketschenanger sprengen bislang das vorgegebene Budget von 8,05 Millionen Euro nicht. Im Gegenteil, aktuell liegen die Kosten etwas darunter.


Gewaltige Dimensionen

Schon einige Meter tief ist die Baugrube für die neuen Sporthalle gegraben und lässt die Dimensionen erahnen. In dieser Woche wird der Voraushub fertig werden, so Gerald Hellmuth. Niedergebracht sind die Bohrungen der Grundwasserabsenkung, denn die Sporthalle wird später etwa 30 Zentimeter im Grundwasser stehen. Für den Bau muss das Grundwasser abgepumpt werden. "Später ist eine einen halb Meter mächtige Bodenplatte nötig, damit die Halle nicht aufschwimmt." Unwägbar sind die möglichen Kosten, um verunreinigtes Grundwasser zu reinigen. Denn dazu ist eine Anlage nötig, die innerhalb von zwei Wochen installiert sein und den Betrieb aufnehmen können muss. "Wenn die Anlage nicht gebraucht wird", so Hellmuth, "muss die Stadt die Vorhaltungskosten zahlen, sollte die Anlage zum Einsatz kommen, ist mit einem sechsstelligen Betrag zu rechnen." Der Erdaushub wird zurzeit nach Altlasten untersucht.

Der Großteil der Arbeiten an der neuen Sporthalle wird von heimischen Firmen erbracht. Hellmuth sprach von einem 90-prozentigen Anteil, gleichwohl das Projekt europaweit ausgeschrieben werden musste.
Der Vergleich mit dem Baukostenindex 2015 hat nach den Worten des Controllers ergeben: Coburg könne auch kostengünstig bauen. Zwar seien die Vergleiche nur eingeschränkt aussagekräftig, aber die neue Halle werde die Durchschnittskosten ähnlicher Projekte nicht überschreiten.


Passivhaus-Standard

Nicht genau möglich ist der Vergleich, das erklärte Thorsten Huld von der Bauverwaltung, beim Thema Energie. Denn die Halle wird im Passivhaus-Standard gebaut, und so etwas gibt es an anderer Stelle nicht in der Republik.

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