Rödental

Beide Seiten profitieren bei der Lehrstellenbörse in Rödental

Bei der Ausbildungsmesse an der Mittelschule Rödental-Oeslau kommen künftige Lehrlinge und Chefs früher zusammen als bei der üblichen Stellensuche.
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Melissa Teschner und Shania Hagen (von links) probieren gleich die Händedesinfektion mit Lehrerin Petra Schreiner aus. Foto: Manja von Nida
Melissa Teschner und Shania Hagen (von links) probieren gleich die Händedesinfektion mit Lehrerin Petra Schreiner aus. Foto: Manja von Nida
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Suchten früher Schülermassen eine Lehrstelle, suchen heute Betriebe händeringend Auszubildende. Seit gut zehn Jahren gibt es in Rödental die Lehrstellenbörse, die von der Stadt unterstützt wird. Diese Ausbildungsmesse in der Turnhalle der Mittelschule Rödental-Oeslau bietet den Schülern die Möglichkeit, sich über verschiedene Ausbildungsberufe zu informieren und direkt mit den Betrieben ins Gespräch zu kommen.

Maike Doppel, Melissa Teschner und Shania Hagen besuchen die Klasse 10M der Rödentaler Mittelschule. Das erste Schulhalbjahr ist vorbei, die Mädchen werden nach den Sommerferien ihre berufliche Laufbahn starten und haben auch schon Pläne. "Ich möchte Tierarzthelferin werden, habe auch schon Bewerbungen abgeschickt", erzählte Maike. Ihr Praktikum hatte sie in der Neustadter Tierarztpraxis Hausser absolviert. Doch der Ausbildungsplatz war bereits besetzt. Maike muss weitersuchen, Fotografin wäre auch eine Option. Sie möchte sich beim Arbeitsamt noch mehr informieren.


Die Ausbildung dauert lange, aber das ficht sie nicht an

"Wir möchten Erzieherinnen werden", berichteten Shania und Melissa, "Es wäre schön, etwas mit Kindern zu arbeiten." Die Ausbildung dauert lange, fünf Jahre - und das wissen sie auch. Gezielt steuerten sie auf der Lehrstellenbörse am Dienstagvormittag den Informationsstand der "Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste" (ggsd) an. Die Coburger Schule bietet Schulabgängern vielfältige Berufsfelder. Stellvertretende Schulleiterin Claudia Weigel freute sich über das rege Interesse daran. Die Schülerinnen stellten viele Fragen, die Weigel aufmunternd beantwortete. Nicht die Zeugnisnoten seien bei der Bewerbung ausschlaggebend, vielmehr der Mensch, der mit Menschen arbeiten möchte, versicherte die Pädagogin.
Die oberste Regel im Pflegeberuf durften die Mädchen gleich ausprobieren: gründliche Händedesinfektion mit anschließender Bakterienkontrolle.

Lukas Schedel stand bei der Rödentaler Fa. Sinit/Kunststoffwerke am Infotisch. Lukas ist im ersten Lehrjahr, das steht auch auf seinem Namensschild. Letztes Jahr hatte Lukas bei Sinit seine Ausbildung begonnen, hatte als Schüler auch schon auf der Lehrstellenbörse geschaut und damals gleich alles perfekt gemacht. Das war seine einzige Bewerbung. Ausbilder Patrick Kalb schmunzelte: "Der Opa und der Vater waren Handwerker, da war es doch ganz klar, dass Lukas auch einer wird."


Den Beruf des Kochs schmackhaft gemacht

Thomas Wielgosz machte im Gasthof "Sauerteig" ein Praktikum und war begeistert. "In der Küche durfte ich schneiden und mitmachen, das hatte mir richtig Spaß gemacht und jetzt werde ich dort meine Lehre beginnen", freute sich Thomas. Die TV-Köche hätten ihm den Beruf "schmackhaft" gemacht.

Die Firma Wittig & Paulfranz sucht Maler. "Ohne Handwerk wird es nicht gehen, wir brauchen Handwerker", blickte Jochen Paulfranz eher sorgenvoll in die Zukunft. Zusammen mit Malermeister Sven Ott zeigte er die schönen Seiten des Malerberufs auf, musste aber feststellen, dass kaum jemand Interesse dafür zeigte.
Die Lehrkräfte der Rödentaler Mittelschule bereiten ihre Schüler intensiv auf den künftigen beruflichen Start vor. Hilfestellung zur Berufsorientierung und -vorbereitung leisten zudem noch die Sozialpädagoginnen Andrea Kiermayer und Isabelle Schwall von Ejott. "Schon die 7. Klassen kommen zur Lehrstellenbörse. Sie sollen zeitig lernen, ihre kommunikativen Fähigkeiten anzuwenden. Sie sollen sich trauen zu fragen, was sie interessiert", sagte Kiermayer. Bereits in der 8. Klasse erfolgten Praktika in Betrieben und dafür müssten die künftigen Berufsanfänger auch selbst beim Arbeitgeber nachfragen.

Konrektor Jochen Großmann dankte der Stadt Rödental für die Unterstützung dieser Ausbildungsmesse, vor über zehn Jahren von Initiatorin Gisela Böhnel aus der Taufe gehoben, und hob die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hervor. Ferner dankte Großmann den Firmen aus der Region für ihre Präsentation. "Uns liegt sehr viel an dieser Lehrstellenbörse", versicherte Zweiter Bürgermeister Thomas Lesch (SPD). "Es liegt uns viel an unseren Schülern, die bald ins Berufsleben entlassen werden, und auch an unseren Firmen hier, dass sie ihre Ausbildungsplätze nicht nur zur Verfügung stellen, sondern auch adäquat besetzen können", sagte Lesch.

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