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Landwirtschaft

Bayerns bestes Landwirts-Team kommt aus Coburg

Nach dem Sieg beim Berufswettbewerb auf Landesebene bereiten sich Felix Wachsmann und Axel Roth aus dem Coburger Land auf das Bundesfinale vor.
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Moderne Technik, aber auch der Umgang mit Tieren, machen den Beruf des Landwirts zu einer spannenden Herausforderung. Das wissen Axel Roth (links) und Felix Wachsmann zu schätzen. Ihre Fähigkeiten im Beruf haben die beiden angehenden Landwirtschaftsmeister jetzt ins Bundesfinale ihres Berufswettbewerbes gebracht. Foto: Berthold Köhler
Moderne Technik, aber auch der Umgang mit Tieren, machen den Beruf des Landwirts zu einer spannenden Herausforderung. Das wissen Axel Roth (links) und Felix Wachsmann zu schätzen. Ihre Fähigkeiten im Beruf haben die beiden angehenden Landwirtschaftsmeister jetzt ins Bundesfinale ihres Berufswettbewerbes gebracht. Foto: Berthold Köhler
Wenn in gut vier Wochen das Bundesfinale beim Berufswettbewerb der deutschen Landjugend stattfindet, sind sie die Hoffnungsträger des Freistaats Bayern: Felix Wachsmann aus Gossenberg und Axel Roth aus Beiersdorf. Die zwei Meisterschüler gehen im Teamwettbewerb als frischgebackene Landessieger beim Finale in Mecklenburg-Vorpommern an den Start. "Ein Platz auf dem Siegertreppchen wäre ein Traum", hat sich Felix Wachsmann für den Wettbewerb vorgenommen.
Mit diesem Ergebnis könnte dann auch der Bayerische Bauernverband leben. Denn beim Landesfinale vor einigen Wochen in Kempten war für die zwei jungen Männer aus dem Coburger Land das Selbstverständnis der bayerischen Landwirtschaft schnell zu spüren. "Man geht schon davon aus, dass der Bundessieger aus Bayern kommen sollte", sagt Wachsmann und lacht dabei. Da ist es gut, dass BBV-Kreisgeschäftsführer Hans Rebelein jemand ist, der die Erwartungen nicht zu hoch schraubt: "Die anderen können auch schon was."
Wobei die hohen Erwartungen aus der Reihe der Funktionärsriege bei den jungen Wettbewerbsteilnehmern ein nicht ganz so brisantes Thema sind. Vielmehr freut sich Felix Wachsmann auf die Gespräche mit den Branchenkollegen, die in anderen Ecken Deutschlands oftmals ganz anders arbeiten, als es hier im Coburger Land der Fall ist. Das Wort "Konkurrenz" verwendet er dabei gar nicht.
Neben einem umfangreichen theoretischen Teil steht beim Berufswettbewerb das Praktische im Mittelpunkt. Beim Landesfinale ging es darum, den gesundheitlichen Zustand einer Kuh richtig einzuschätzen. Außerdem mussten Axel und Felix einen Vortrag zum Thema "Chancen und Risiken digitaler Medien in der Landschaft" halten.
Ein dankbares Thema für die zwei Schüler der dreisemestrigen Winterschule, wobei Axel den Trend zur Technisierung der Landwirtschaft nicht zu hoch hängen möchte: "Das ist alles gut, aber am Ende muss man sich auch schon noch im Stall sehen lassen." Da liegt der 21-jährige Beiersdorfer auf einer Wellenlänge mit Martin Flohrschütz. Wobei der BBV-Kreisobmann die stete Weiterentwicklung nicht schlechtreden will: "Moderne Technik macht den Menschen produktiver."
Der Erfolg beim Landesentscheid hat sich im Freundeskreis von Axel und Felix natürlich herumgesprochen. Naja, ein bisschen mehr als nur dort, meint Hans Rebelein: "Die gesamte landwirtschaftliche Bevölkerung spricht darüber." So ein Ergebnis beim Berufswettbewerb gebe es schließlich nicht alle Tage. Vor vier Jahren kam der letzte Bayern-Sieger aus dem Coburger Land - es war Axel Roth, damals halt noch im Wettbewerb der landwirtschaftlichen Auszubildenden.


Eine Branche mit Zukunft

Sein Kumpel Felix baut darauf, dass Axel seine Erfahrungen von damals auch jetzt erfolgreich mit einbringen kann. "Erst ist auf jeden Fall ein ehrgeiziger Typ", sagt der 22-Jährige über seinen ein Jahr jüngeren Teamkollegen. Axel wiederum weiß, dass sein Mitstreiter "fachlich top" und insbesondere beim auch auf Bundesebene gefragten Vortrag nicht auf den Mund gefallen ist. Aber was soll die Einzelkritik - Felix und Axel sehen sich als Team stark: "Sonst wären wir nicht da, wo wir jetzt sind." Martin Flohrschütz traut den beiden auch in Güstrow viel zu: "Bei den Zweien macht es die gute Mischung." Egal, wie der Bundeswettbewerb am Ende ausgeht - langfristig haben die beiden angehenden Landwirtschaftsmeister ihre Zukunft gut durchgeplant. Beide wollen die Betriebe ihrer Eltern übernehmen, was Hans Rebelein natürlich freut. 100 Milchkühe haben die Roths im Stall stehen, bei der Familie Wachsmann sind es 60. "Das sind normale und zukunftsfähige Betriebsgrößen für unsere Region", attestiert ihnen der Kreisgeschäftsführer.
Freilich gibt es auch bei Felix Wachsmann und Axel Roth das eine oder andere Fragezeichen, wenn sie in die Zukunft schauen. Axel will sogar nicht einmal ausschließen, dass gesellschaftliche oder politische Rahmenbedingungen ihn einmal dazu veranlassen werden, die Art und Weise der Betriebsführung von Grund auf über den Haufen zu werfen. Aber am Ende, da sind sich die beiden angehenden Meister fast wortgleich einig: "Die Landwirtschaft wird es auch in Zukunft geben."

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