Coburg
Generalsanierung

Bayern bekennt sich zum Landestheater Coburg

Beim Besuch am Montag bekennt sich Finanzminister Markus Söder zum Erhalt des historischen Musentempels. Zusagen zur künftigen Finanzierung des Etats aber will er sich nicht entlocken lassen.
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Einträchtig flattern die Fahnen der Stadt Coburg und des Freistaats Bayern vor dem Hintereingang des Landestheaters.Foto: Jochen Berger
Einträchtig flattern die Fahnen der Stadt Coburg und des Freistaats Bayern vor dem Hintereingang des Landestheaters.Foto: Jochen Berger
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Die Edmund-Stoiber-Kostümierung für die Veitshöchheimer Fastnacht hat Markus Söder inzwischen wieder verstaut. Denn am Montag ist er als Finanzminister ins Landestheater Coburg gekommen. Hier verkündet der CSU-Mann im historischen Spiegelsaal ganz offiziell den Startschuss der Generalsanierung des Musentempels, die schon seit knapp drei Wochen per Stadtratsbeschluss besiegelte Sache ist.

Rund 40 Millionen wird der Freistaat am Ende insgesamt beisteuern zur rund 60 Millionen Euro teuren Generalsanierung - der umfangreichsten Baumaßnahme seit Eröffnung des Hauses, wie Coburgs SPD-Oberbürgermeister Norbert Tessmer betont. Flankiert von Intendant Bodo Busse zu linken Seite und OB Tessmer sowie Landtagsabgeordnetem Jürgen W. Heike (CSU) zur rechten Seite sitzt Söder vor den Büsten der einstigen Coburger Herzöge Ernst I und Ernst II. und bekennt sich nochmals ausdrücklich dazu, dass der Freistaat Bayern eine klare Verpflichtung zum Erhalt des Landestheaters Coburg habe. Mit seinem Besuch in Coburg falle.


Solide Basis für die Zukunft

Auf weitere Zusagen zur künftigen Finanzierung des Spielbetriebs oder gar zur offiziellen Aufstufung des Landestheaters zum Staatstheater will sich Söder an diesem Montag nicht festlegen lassen. Auch die Forderung der Oberfranken-SPD, der Freistaat möge künftig wieder 50 Prozent zum Etat beitragen (siehe Bericht unten) will sich Söder nicht äußern. Einige markige Sprüche im Söder-Stil freilich hat er dann doch dabei.

"Vielen Dank für das Lob - es war angemessen", quittiert Söder die Aussagen des Coburger Oberbürgermeisters und von Intendant Bodo Busse zu den konstruktiven Gesprächen, die dem Abschluss der Finanzierungsvereinbarung vorangegangen waren. Mit der vereinbarten Generalsanierung "bleibt das Landestheater zukunftsfähig und ein kultureller Leuchtturm über die Grenzen der Region hinaus", versichert Busse.

Aus Söders Sicht ist die Kostenteilung zwischen Freistaat und Stadt (75 Zuschuss aus München für die Sanierung, 50 Prozent Zuschuss bei den Erweiterungsbauten) "eine sehr solide Basis für die Zukunft." Coburgs OB habe "vernünftig verhandelt", betont Söder.


Eine Zusage lässt Söder dann freilich doch noch in Coburg. Der gemeinsame Antrag der Lutherstätten in Mitteldeutschland mit der Veste Coburg sei justament am Montag beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris eingereicht worden. Passend dazu soll die Veste Coburg mit einer zusätzlichen Million Euro zukunftsfähig ertüchtigt werden unter dem Aspekt Barrierefreiheit.


Der weite Weg zur Generalsanierung



11. Januar In einer Sondersitzung stimmt der Stadtrat mit großer Mehrheit der Finanzierungsvereinbarung mit dem Freistaat Bayern zu. Darin verpflichtet sich der Freistaat, 75 Prozent der Kosten der Generalsanierung des Hauptgebäudes sowie 50 Prozent der Kosten des Neubaus zu übernehmen.

Dezember 2015 Der Termin 12. Januar 2016 für Sondersitzung des Stadtrates zum Thema Generalsanierung steht fest. Stadt und Freistaat gehen von Gesamtkosten in Höhe von 64 Millionen Euro aus. Darin enthalten: Sanierung des Kyrill-Palais samt Ergänzung durch Anbau sowie Kosten für eine Ausweichspielstätte in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro.

Februar 2015 Eine Delegation aus Coburg informiert sich in Augsburg über eine Interimsspielstätte für das Schauspiel.
Januar 2015 Grundsätzliche Einigung zwischen der Stadt Coburg und dem Freistaat Bayern über die Finanzierung der Generalsanierung.

30. Oktober 2013 Durch einen Wasserschaden erhöht sich der Sanierungsbedarf des Hauses dramatisch. Nach der Behebung der akuten Schäden wird eine nur vorläufige Wiederinbetriebnahme bis 2018 genehmigt.

Oktober 2011 Kosten Generalsanierung auf 26,6 Millionen Euro geschätzt, Stadt soll ein Viertel übernehmen, Stadtrat stimmt grundsätzlich der Durchführung und Finanzierung zu.

Juli 2008 Der damalige Verwaltungsdirektor des Landestheaters, Wolfgang Vatke, weist auf den dringenden Sanierungsbedarf des Musentempels hin.





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