Grub am Forst
ICE-Neubaustrecke

Bahn muss Grüber Füllbachbrücke sanieren

Ein Jahr vor Inbetriebnahme der ICE-Neubaustrecke gibt es schlechte Nachrichten: Ein Stützpfeiler einer Brücke bei Grub am Forst hat sich abgesenkt.
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Sorgenkind: Bei der Füllbachbrücke neben der B 303 bei Grub am Forst hat die Bahn festgestellt, dass sich eine Stütze zu tief in den Boden eingesenkt hat. Foto: Berthold Köhler
Sorgenkind: Bei der Füllbachbrücke neben der B 303 bei Grub am Forst hat die Bahn festgestellt, dass sich eine Stütze zu tief in den Boden eingesenkt hat. Foto: Berthold Köhler
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Fast auf den Tag genau ein Jahr vor Inbetriebnahme der ICE-Neubaustrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt hat die Bahn ein neues Sorgenkind: die Füllbachbrücke. "Dort wartet auf uns eine knifflige Sanierung", verriet Gesamt-Projektleiter Olaf Drescher gestern bei einem Gespräch in der zentralen Informationsstelle in Goldisthal (Landkreis Sonneberg). Ursache für die zusätzlichen Arbeiten bei Grub am Forst sind Schwierigkeiten mit dem Baugrund. Nicht von den Problemen betroffen ist die große Füllbachtalbrücke, die nur wenige Meter weiter die Bundesstraße 303 überspannt.
Bei Kontrollen im Rahmen der inzwischen abgeschlossenen Testfahrten hat die Bahn festgestellt, dass sich einer der Pfeiler tiefer als vorgesehen in den Boden abgesenkt hat. Deshalb rücken im Januar noch einmal die Baumaschinen an. Was dann gemacht wird, erklärte Drescher laienverständlich: "Der Pfeiler wird mit einer Betonplombe angehoben und stabilisiert."
Und auch der zweite Problemfall auf dem 107 Kilometer Neubauabschnitt befindet sich im Coburger Land: Es ist die Einschleifung südlich von Coburg. Dort wurde der Bau einer Unterführung unter der Bahnstrecke hindurch beklagt, was eine rechtzeitige Fertigstellung des Bauwerkes wohl unmöglich macht. "Wir müssen uns da was einfallen lassen", sagte Drescher mit Blick auf den beschrankten Bahnübergang, der dann in die ICE-Steuerungstechnik mit eingebunden werden muss. Vermutlich muss dazu die Strecke zwischen Lichtenfels und Coburg auch noch einmal für 14 Tage Gelassen blickte der Projekt hingegen auf die Bauarbeiten, um den Coburger Bahnhof ICE-tauglich zu machen. Mitte des Jahres dürfte die 400 Meter langen Gleise fertig sein.


Erste Übung im Coburger Land

Sichtlich unglücklich zeigte sich Olaf Drescher, als er über die Sicherheit auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke sprach. Die Tatsache, dass die Bahn die Feuerwehren entlang der Neubaustrecke "umfassend mit Rettungstechnik ausstatten" wird, nutzte der Projektleiter zu einem Seitenhieb auf den Bund - er hätte sich nämlich mehr finanzielle Unterstützung für die Bahn dabei erhofft. "Keinen Cent", klagte Olaf Drescher, habe man bekommen und zahle nun sämtliche Rettungstechnik aus eigenen Mittel. "Und das, obwohl uns kein Gesetz dazu zwingt", betonte der Chef der Bauarbeiten zwischen Erfurt und Ebensfeld. Zehn Großübungen sind für die Feuerwehren entlang der Strecke im kommenden Jahr geplant, die erste davon wird voraussichtlich im Frühjahr im Bereich des Reitersberg-Tunnels stattfinden.
Die Tatsache, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke auf einem 30 Kilometer langen Stück zwischen Forchheim und Breitengüßbach in einem Jahr noch nicht einsatzfähig sein wird, bereitet den Verantwortlichen bei der Bahn nur wenig Kopfzerbrechen. Weil dort Züge voraussichtlich schon mit immerhin 160 Kilometern pro Stunde unterwegs sein können, stufte den Drescher den Zeitverlust auf "maximal drei bis vier Minuten ein". In der Endstufe nach dem Ausbau sind dort 230 Kilometer pro Stunde möglich.


Mit 330 durchs Coburger Land

Und es geht sogar noch schneller: Sichtlich begeistert berichtete Drescher am Rande der Gesprächsrunde, dass er bei einer der Hochtastfahrten mit an Bord eines Test-ICE zwischen Erfurt und Unterleiterbach unterwegs war: "Fahrzeit: 23 Minuten", sagte Olaf Drescher mit einem breiten Grinsen. Allerdings müssen solche Probefahrten mit einer zehnprozentigen Sicherheitsreserve nach oben fahren - das heißt: Drescher war auf manchen Abschnitten mit 330 Kilometern pro Stunde unterwegs. Das werden ICE-Züge im Normalbetrieb nicht schaffen. Nicht einmal die der Sprinter-Verbindungen, die auf ihrer vier Stunden langen Fahrt zwischen München und Berlin nur dreimal halten, in Franken lediglich in Nürnberg.
Was bleibt noch zu tun, bis am 10. Dezember 2017 der offizielle Betrieb laut Fahrplan losgeht? "Kleinigkeiten, die uns auf Trab halten", sind es laut Drescher, die auf der Zielgerade des 26-Jahres-Projektes warten: der Einbau von Schleusentüren, die Errichtung von 60 Rettungsplätzen und nicht zu vergessen die landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen. Davon gibt es alleine im Coburger Land 17 Projekte auf einer Fläche von 94 Hektar.


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