Bad Rodach
Fest

Bad Rodach gibt sich ganz europäisch

International in Musik, und Küche ging es am Wochenende beim bereits 13. Tag der Europäer in Bad Rodach zu. Tausende Besucher ließen sich das nicht entgehen.
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Die Italiener Roberto, Augusto und Franco geben eine Privatvorstellung mitten unter den Gästen beim Tag der Europäer. Fotos: Steffi Karl
Die Italiener Roberto, Augusto und Franco geben eine Privatvorstellung mitten unter den Gästen beim Tag der Europäer. Fotos: Steffi Karl
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"Musik ist eine internationale Sprache. Es ist nicht wichtig, was man sagt, wichtig ist die Musik", sagt Roberto aus Ascoli in Italien und lacht herzlich. Gut 1200 Kilometer Fahrt, zwölf Stunden im Auto - nur um mit seiner Gruppe "Come se sona se balla" am 13. Tag der Europäer in Bad Rodach auftreten zu können. Eine Reise, die er gerne in Kauf nimmt, denn: "Über unsere Musik verstehen die Leute etwas von unserem Land."
Und genau darum geht es ja bei der Bad Rodacher Traditionsveranstaltung, die am Samstag mit 36 Grad Hitze bei "bestem Baggersee-, Waldbad- und Thermenwetter" (O-Ton Bürgermeister Ehrlicher, SPD) bereits am Nachmittag startete und zahlreiche Besucher anlockte.
Ob Crépès und Wein aus Frankreich, in Honig eingelegte Süßspeisen aus der Türkei, Làngos - eine deftige Brotmahlzeit mit Sauerrahm und Käse - aus Ungarn, Pizza und italienische Antipasti oder aber die typisch deutsche Bratwurst - kulinarisch war wirklich für jeden etwas dabei. Und auch kulturell kamen die Gäste auf ihre Kosten: Griechische Klänge und türkische Folklore, polnischer Volkstanz und urige "Peitschentänze" aus den Tiefen Bayerns.
Corina Trier vom Organisationsteam jedenfalls ist begeistert von der gelungenen Veranstaltung: "Es ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn man das alles organisiert. Die Ungarn haben sogar auf private Initiative hin ihre Oma anreisen lassen - das alles ist einfach klasse!"
Bereits bei den "Vorveranstaltungen" im Rahmen der Europawochen konnten die Rodacher Einblick in die Lebensgeschichten von vier jungen ungarischen Migranten nehmen - eine Erfahrung, die Corina Trier nach wie vor begeistert. "Das war hochinteressant und auch sehr intim, zugleich aber auch ein cooles Gefühl zu hören, wie andere Länder uns Deutsche wahrnehmen. Unsere typischen Eigenarten werden geschätzt", sagt die City Managerin und scherzt im nächsten Moment schon wieder herzlich mit den Italienern der Volkstanzgruppe. Kontakte, über die Ländergrenzen hinweg, die knüpfen sich am Tag der Europäer ohnehin recht schnell und unkompliziert. Prompt gibt's eine kleine Privatvorstellung außerhalb des Programms am Rand des Antipasti-Standes der Familie Gabrielli; wie das typisch italienische "tamburo" funktioniert, das erklärt sich schlecht, das muss gezeigt werden. Und so soll's ja auch sein, wenn Kulturen, über Sprachbarrieren hinweg, Zugang zueinander finden.
"Ich finde das toll, die Kulturen treffen sich hier", meint deshalb auch Alex Gabrielli, Italiener und Rodacher zugleich, wohnt er doch bereits seit 1964 in der beschaulichen Kurstadt. Zuhause ist er in beiden Ländern, nur wenn er doch einmal auf Urlaub ist, dann kommt spätestens nach zwei Wochen Sehnsucht auf - nach Bad Rodach, seiner Wahlheimat.
Überhaupt kommt von den Besuchern durchweg Lob für die Veranstaltung. "Es ist eine klasse Veranstaltung, die einfach auch in unsere Zeit passt - Wir sind Europa", sagt Bürgermeister Tobias Ehrlicher und blickt mit Stolz auf die Traditionsveranstaltung, die von einem engagierten Team um die Organisatoren Corina Trier und Pamela Ebert hinter den Kulissen geplant und umgesetzt wurde. "Ich als Bürgermeister hab's ja dann leicht, ich komme und alles ist schon gemacht", so das Stadtoberhaupt scherzhaft weiter.
"Es ist gut wenn wir zusammenrücken und zusammen reden, dann geht es auch vorwärts", meint auch Ernst Langert aus Hellingen, der mit seinem Puppengeschmückten Trabi inklusive Begrüßungsschild auf der Motorhaube und Sandmännchen auf dem Beifahrersitz nach Bad Rodach gereist ist. "Die Tänze bringen die Kultur sehr gut rüber und man hört ja auch am Beifall, wie sehr das alles angenommen wird." Recht hat er damit. Wer den Tag der Europäer verpasst hat, der kann sich nachträglich zumindest noch ein wenig Europa-Feeling über die Homepage www.bad-rodach.de nach Hause holen. Hier werden auch Kurzfilme der aktuellen Bad Rodacher Veranstaltungen gezeigt, aufgenommen und geschnitten von den jungen Rodacher Talenten Erik Rottmann und Lukas Hermannsdörfer.

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