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Coburg
Begegnung

Außergewöhnliche Klänge beim Coburger "Verein"

Jazz, klassische Moderne oder Avantgarde? Die Musik von Maria Baptist passt in keine Schublade. Das bewies ihr Gastspiel mit einem jungen Streichquartett zum Saisonausklang beim Coburger "Verein".
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Die Pianistin und Komponistin Maria Baptist gastierte mit einem jungen Streichquartett beim Coburger Verein. Foto: Jochen Berger
Die Pianistin und Komponistin Maria Baptist gastierte mit einem jungen Streichquartett beim Coburger Verein. Foto: Jochen Berger
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In der ablaufenden Konzertsaison des "Verein" war laut Vorstand Uwe Friedrich "für jeden etwas dabei". Auch das letzte Konzert dieser Saison - wie immer im Foyer der HUK auf der Bertelsdorfer Höhe - brachte den Flair des Besonderen, waren doch Interpreten zu Gast, die stilistisch nur schwer einzuordnen sind.

Ist es Jazz, klassische Moderne oder Avantgarde, was Maria Baptist am Klavier mit ihrem jungen Streichquartett zu Gehör brachte? Gewiss ein wenig von allem, aber unter dem gewöhnlichen Begriff "Crossover" nicht einzuordnen.

Alle Kompositionen stammten von der vielfach ausgezeichneten, zwischen Berlin und New York pendelnden Maria Baptist, die sich als routinierte Pianistin und gewandte Improvisatorin bewährte. Anschlagsmäßig behandelte sie ihr Instrument (zumindest im ersten Teil) allerdings mehr als "Schlagzeug".

Ein engagiertes, tüchtiges Streichquartett mit jungen, gerade vor oder nach dem Abschluss des Hochschulstudiums stehenden Musikern stand ihr klangvoll und virtuos zur Seite: Sebastian Caspar, Sonja Paul (Violinen), Julia Lindner (Viola) und Stephan Buchmiller (Violoncello).

Musikalisches Selbstporträt

Zu Beginn erklangen neun Episoden für Klavier und Streichquartett, beginnend mit einem Blues, der aber hier nicht mit typischem melancholischem Feeling, sondern mit motorischer, ostinater Rhythmik empfunden wird. "Fast Ride" war, wie der Name schon sagt, ein schneller Ritt mit virtuos improvisiertem Violin- und Klaviersolo. Stimmungsvoll beginnt dann das Cello "Atmospheres I", bevor sich geheimnisvolle Tremoli und avantgardistische Klangverfremdungen im "Climb Up" emporwinden.

Alle Streicher erhalten bewegte Soli in "Time to Dance", bevor das Klavier mit poetischer Einleitung die Streicher zu "Call a Pizz" (natürlich Pizzikato) auffordert und sie am Ende in einer freien Fuge ausgelassen musizieren lässt. Ein ausgedehntes Klaviersolo mit virtuosen Improvisationen und Anknüpfungen an den Blues bringt das Finale.

Nach der Pause spielte Maria Baptist solo auf dem Flügel diverse Titel aus ihrem neuen Album "Self-Portrait", wobei die Bandbreite zwischen ruhig-poetisch und bewegt-virtuos wechselte.

"Impressionen einer Reise"

Nochmals kam das Streichquartett vorteilhaft zur Geltung in den drei Sätzen "Impressionen einer Reise", wo es sensible Klänge und Stimmungen erzeugte, wiederum vom Klavier durch virtuose Improvisationen ergänzt. Mochte auch nicht jeder Zuhörer von diesem "unerhörten" Stil der Maria Baptist begeistert sein, so gab es doch freundlichen Beifall und eine Zugabe aus dem ersten Teil.

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