Coburg
Schulsport

Am Anger ist alles im Zeitplan

Auf der Baustelle der Dreifachturnhalle an der Ecke Bamberger/Karchestraße laufen die Vorbereitungen für den Guss der Bodenplatte.
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In der Baugrube am südlichen Ende des Ketschenangers laufen die Vorbereitungen für den Guss der 2538 Quadratmeter großen Bodenplatte. Foto: Jochen Berger
In der Baugrube am südlichen Ende des Ketschenangers laufen die Vorbereitungen für den Guss der 2538 Quadratmeter großen Bodenplatte. Foto: Jochen Berger
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In knapp zwei Wochen sind die großen Ferien zu Ende. Damit bleibt der Stadt Coburg noch ein ganzes Schuljahr plus Sommerferien 2017, um die neue Dreifachturnhalle an der Ecke Bamberger/Karchestraße fertigzustellen. Ist das ein ehrgeiziges Ziel? "Ehrgeizig erreichbar", sagt der stellvertretende Leiter des Coburger Hochbauamtes, Thorsten Huld. "Wir sind im Zeitplan." Im Moment laufen die Vorbereitungen für den Guss der Bodenplatte.
2538 Quadratmeter Grundfläche hat dieses Fundament. "Das kann natürlich nicht in einem Stück gegossen werden", erklärt Huld. Seines Wissens wird die 54 mal 47 Meter große Fläche in vier Abschnitten hergestellt. Vor etwa zwei Wochen habe der Rohbauer, die Firma Angermüller aus Untersiemau, mit den Vorbereitungen begonnen. "Aktuell werden Kanäle verlegt", berichtet Huld. Außerdem müsse noch eine sogenannte Sauberkeitsschicht aufgetragen werden. Diese dünne Betonschicht soll bei Regen dafür sorgen, dass der Untergrund nicht verschlammt und dass Bewehrung und Schalung sauber gehalten werden.
"Im Moment sind wir sozusagen im Keller", sagt der stellvertretende Hochbauamtsleiter. Die fertige Halle werde später einen guten Meter im Grundwasser stehen, deshalb braucht sie als Schutz eine "weiße Wanne" - eine wasserundurchlässige Konstruktion aus Stahlbeton. Innerhalb dieser Wanne werden dann die Wände der Halle hochgezogen.


Wände kommen aus Untersiemau

Die Wände werden als Fertigteile geliefert. "Sie sind so lang, dass sie auf einen Tieflader passen", sagt Thorsten Huld. Der Rohbauer stellt die Wände in seinem eigenen Teilewerk in Untersiemau her. Sie müssen also keinen weiten Weg zurücklegen. Zu den längsten Teilen dürften die beiden Dachbinder gehören, zwei U-förmige Balken, in die am Ende die Trennung eingehängt werden kann, die aus einer Turnhalle (45 mal 27 Meter) drei kleinere Hallen (15 mal 27 Meter) macht.
"Unser Ziel ist es, die Halle im kommenden Winter dicht zu haben", sagt Huld - also zum Winteranfang Dach drauf! Im kommenden Jahr soll dann der Innenausbau der Halle folgen. Zum Beginn des Schuljahres 2017/18 soll die Halle dann dem Schulsport zur Verfügung stehen. Für Thorsten Huld ein erreichbares Ziel - auch wenn es manchem unbeteiligten Betrachter vielleicht nicht schnell genug geht.


Sehr aufwendiger Prozess

Ehe es richtig losgehen konnte, musste zunächst eine beträchtliche Menge von Altlasten beseitigt werden. Ausgraben und schnell zur Entsorgung abtransportieren, damit sei es heute nicht mehr getan. "Das ist ein sehr aufwendiger Prozess", wie Huld erklärt. Um überhaupt bauen zu können musste zudem erst einmal das Grundwasser abgesenkt werden. Dazu wurden zwölf Tiefbrunnen mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern und einer Bohrtiefe zwischen sechs und acht Metern angelegt. Das alles habe eben seine Zeit gedauert. Wenn aber demnächst die Fertigteile angeliefert werden, "dann geht's ganz schnell"


Floßanger nun wieder aktuell?

Überlegungen zum Bau einer zweiten Dreifachturnhalle am Vorderen Floßanger sind zur Zeit zwar noch Theorie, die Zeit dränge aber trotzdem, sagt Thorsten Huld. Denn nach dem aktuellen Stand der Dinge braucht die Stadt Coburg am 1. Januar 2021 Ersatz für die ehemalige BGS-Halle auf der Bertelsdorfer Höhe. Diese deckt zur Zeit noch den Bedarf nach einer zusätzlichen Schulsporthalle. Mit Jahresbeginn 2021 könnte diese Möglichkeit allerdings wegfallen, dann nämlich, wenn sich die HUK-Coburg entschließt, die Halle abzureißen und ihr Brief- und Logistikzentrum zu erweitern. Zwischen der Stadt Coburg und der HUK besteht eine entsprechende Vereinbarung, dass die Stadt die Halle bis 1. Januar 2021 verlassen haben muss.
Der Standort Vorderer Floßanger kam im Zuge des "Neuen Innenstadtkonzeptes" 2006 ins Spiel. Sollte er tatsächlich reaktiviert werden, würde die Sporthalle sicher eine ganze Nummer kleiner ausfallen als in den Entwürfen von 2006. Damals war unter anderem ein Turn- und Akrobatikzentrum vorgesehen.
Einen politischen Auftrag gibt es derzeit (noch) nicht, das Hochbauamt hat aber vorsorglich einen groben Zeitplan aufgestellt. Natürlich sei es auch möglich, dass sich am Vertrag mit der HUK noch etwas ändere, "aber wenn der Vertrag so bleibt, müssen wir am 1. Januar 2021 eine Halle haben und das braucht Vorlaufzeit", sagt Thorsten Huld.
Die HUK habe derzeit keine Pläne, die Zusammenarbeit mit der Stadt Coburg zu beenden, wird Unternehmenssprecher Thomas von Mallinckrodt in den Medien zitiert. An der vertraglichen Vereinbarung ändert das aber bis auf Weiteres nichts.
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