Coburg
Angriff

Ärger bei Radarkontrolle: Mann attackiert Polizistin mit Rohrzange

Ein 26-jähriger Coburger hat am Donnerstag eine Mitarbeiterin der Verkehrspolizei, die gerade eine Geschwindigkeitsmessung durchführte, mit einer Rohrzange angegriffen und mit dem Tod bedroht. Das Werkzeug hatte er sich kurz zuvor in einem Geschäft ausgeliehen.
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Polizeipräsidium Oberfranken/Foto: Markus Führer
Polizeipräsidium Oberfranken/Foto: Markus Führer
Aus noch völlig unklarem Grund griff ein 26-jähriger Coburger am Donnerstag eine Mitarbeiterin der Verkehrspolizei an, die gerade eine Geschwindigkeitsmessung auf der Stadtautobahn durchführte. Die 44-jährige Polizeiangestellte hatte sich mit ihrem Radarfahrzeug am Nachmittag im Neuen Weg postiert, um, wie schon so oft, dort die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu überwachen.

Gegen 16.30 Uhr erschien plötzlich ein Fußgänger am Dienstfahrzeug der Frau. Völlig außer sich schlug der Mann mit einer 23 Zentimeter langen Rohrzange durch die heruntergelassene Seitenscheibe auf die Polizeimitarbeiterin ein. Geistesgegenwärtig wich sie zurück. Der Schlag verfehlte sein Ziel, beschädigte aber das Dienstfahrzeug noch erheblich.

Der Angreifer beleidigte die 44-Jährige massiv und bedrohte sie mit dem Tod. Anschließend flüchtete er zu Fuß in Richtung Frankenbrücke. Die sofort eingeleitete Fahndung verlief erfolgreich. Die uniformierten Kollegen der Angegriffenen suchten sofort mit mehreren Streifenbesatzungen nach dem Täter. In der Nähe des Hofbräuhauses konnte er erkannt und festgenommen werden. Dabei versuchte er unvermittelt, auf eine Beamtin einzuprügeln. Die Polizistin reagierte sofort und stoppte den Angriff mit einem gezielten Schlag über das linke Auge des 26-Jährigen.

Unter wüsten Beleidigungen und Bedrohungen, auch gegen die Familien der Polizisten, konnte er schließlich überwältigt werden. Nach einer Blutentnahme zur Feststellung, ob er unter Alkoholeinfluss stand, wurde er wegen augenscheinlicher Gemeingefährlichkeit in das Bezirksklinikum zwangseingewiesen.

Erste Ermittlungen ergaben, dass sich der Angreifer die Rohrzange kurz zuvor in einem nur wenige Schritte entfernten Geschäft ausgeliehen hatte. Er hinterlegte dafür 5 Euro Pfand. In aller Seelenruhe war er offenbar nach der Tat zurück in den Laden gegangen, gab die Zange wieder ab und ließ sich das Pfandgeld wieder auszahlen. Anschließend flüchtete er. Was ihn zu dem Angriff auf die Polizeimitarbeiterin getrieben hat, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen. Die 44-Jährige, die allein in dem Messfahrzeug arbeitete, blieb glücklicherweise unverletzt.
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