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Landestheater Coburg sucht Intendanten: 45 Bewerbungen liegen jetzt vor

Die verantwortungsvolle Arbeit der Auswahlkommission für den im Sommer frei werdenden Posten des Coburger Intendanten beginnt.
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Zwei Herausforderungen müssen am Landestheater Coburg in nächster Zeit gemeistert werden: Zur anstehenden Generalsanierung wird nach dem Weggang von Bodo Busse auch ein neues künstlerisches Führungsteam gebraucht.  Foto: Jochen Berger
Zwei Herausforderungen müssen am Landestheater Coburg in nächster Zeit gemeistert werden: Zur anstehenden Generalsanierung wird nach dem Weggang von Bodo Busse auch ein neues künstlerisches Führungsteam gebraucht. Foto: Jochen Berger
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Jetzt müssen die Weichen gestellt werden für die Zukunft des Landestheaters unter künstlerischen Gesichtspunkten. Wer wird neuer Intendant? Bodo Busse verlässt Coburg bekanntlich zum Ende dieser Spielzeit. Er übernimmt die Leitung des Staatstheaters Saarbrücken. Zum Jahreswechsel endete die Bewerbungsfrist für den im gesamten Coburger Kulturleben zentralen Posten; 45 Bewerbungen hat die Personalabteilung der Stadtverwaltung entgegengenommen.

Die werden in dieser Woche einer ersten Sichtung nach Erfüllung der Ausschreibungskriterien unterzogen, bevor sie der Kaufmännische Direktor des Landestheaters, Fritz Frömming, auf den Tisch bekommt. So schnell wie möglich sollen die Unterlagen dann den Mitgliedern der Auswahlkommission zukommen. Erste Vorstellungsgespräche könnten dann im Februar stattfinden. "Aber wer weiß, vielleicht ist ja der eine Superkandidat darunter", lächelt Bianca Haischberger, persönliche Mitarbeiterin von Oberbürgermeister Norbert Tessmer. Allgemeine Begeisterung für einen oder zwei Kandidaten würde das Verfahren selbstverständlich beschleunigen.

Doch zunächst werden sich Norbert Tessmer als Vorsitzender des Theaterausschusses, die Mitglieder Petra Schneider (SPD), Hans-Herbert Hartan (CSU) und Gerhard Amend (CSB) zusammen mit den externen Kommissionsmitgliedern Gerhard Hess (bis 2013 Intendant Landesbühne Niedersachsen Nord Wilhelmshaven), Herrmann Schneider (Intendant Landestheater Linz) und die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, Julia Lehner, durch die Unterlagen wühlen müssen.

Mit der Festlegung auf eine Übergangslösung nach der überraschenden Ankündigung von Bodo Busse wurde der unmittelbare Druck zwar von dem Dreispartenhaus am Schlossplatz genommen. Die Zeit drängt dennoch sehr im Hinblick auf die bevorstehende Generalsanierung des Landestheaters. Denn die neue Theaterleitung muss für vollkommen andere Produktions-, Arbeits- und Spielbedingungen planen, wenn das Große Haus am 31. Dezember 2018 geschlossen wird.


Keine leichte Aufgabe

Kurz vor Weihnachten hatte sich der Stadtrat ja wie berichtet als Interimslösung für die Errichtung einer neuen Halle in Modulbauweise für Bühne und Zuschauerraum entschieden, wobei ein Teil der alten Angersporthalle weiter genutzt werden soll. Die neue Theaterleitung muss ab Sommer dieses Jahres sofort mit der sicherlich nicht einfachen Vorbereitung der Übergangsspielzeit 2018/2019 beginnen. Den Posten offiziell übernehmen wird sie am 1. September 2018.

Die kommende Spielzeit wird übergangsweise von einem Direktorium mit den in Coburg verbliebenen Führungskräften, Generalmusikdirektor Roland Kluttig, Schauspieldirektor Matthias Straub, Ballettchef Mark McClain und Verwaltungsdirektor Fritz Frömming, geleitet; vorbereitet wird sie ja gegenwärtig noch unter der Führung von Bodo Busse.

Nachdem das Musiktheater in Coburg einen sehr hohen Stellenwert hat, wird dementsprechend ein neuer Intendant oder eine Intendantin mit Leitungserfahrung vor allem in dieser Sparte gesucht. Wenn sich die Auswahlkommission festgelegt hat, muss zunächst der Theater-Verwaltungsausschuss entscheiden, bevor der Coburger Stadtrat der Auswahl insgesamt zustimmen muss.

Die Situation Anfang Mai 2016 war bekannt geworden, dass Coburgs Intendant Bodo Busse zum Ende der Saison 2016/2017 vorzeitig aus seinem eigentlich bis Sommer 2019 laufenden Vertrag aussteigen wird und im Herbst 2017 als Generalintendant an das Staatstheater Saarbrücken wechselt. Busse hatte die Coburger Theaterleitung im Herbst 2010 übernommen und auch überregional für Aufmerksamkeit gesorgt.

Generalsanierung In Folge des großen Wasserschadens von 2013 hat das ohnehin umfassend sanierungsbedürftige Landestheater nur noch eine befristete Betriebsgenehmigung bis 31. Dezember 2018. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern als Eigentümer der Immobilie wurden Ende 2015 die finanziellen Rahmenbedingungen für die Generalsanierung geklärt, die drei bis vier Jahre dauern soll. Als Interimslösung wird eine wieder abzubauende Halle in Modulbauweise errichtet, die Teile der alten Angerturnhalle weiter nutzen wird.

Intendantensuche Die neue künstlerische Leitung des Landestheaters sollte bis Sommer dieses Jahres feststehen. Ab dann muss die Übergangsspielzeit 2018/2019 inhaltlich geplant und verwaltungstechnisch organisiert werden.
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