Coburg
Trockenheit

40 dürre Bäume im Coburger Hofgarten müssen gefällt werden

2018 war das Jahr mit dem berüchtigten Dürresommer, aber außer 2017 gab und gibt es seit Jahren zu wenig Niederschlag in Coburg. Die Folgen sind sichtbar.
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Bereits in Spatenblatt-Tiefe ist die Erde schon trocken. Foto: Edwin Meißinger
Bereits in Spatenblatt-Tiefe ist die Erde schon trocken. Foto: Edwin Meißinger
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Der Coburger Hofgarten leidet und 40 Bäume müssten aus Sicherheitsgründen im Hofgarten gefällt werden. Dies teilten der Leiter des Coburger Grünflächenamtes, Bernhard Ledermann, und sein Mitarbeiter, Stephan Just, am vergangenen Freitag mit. Sie luden zu einem kurzen Rundgang durch den Hofgarten ein, um die betroffenen Bäume zu begutachten.

Ledermann betonte: "Die Sommer der letzten fünf Jahre haben uns mit Wucht erreicht! Ausnahme war das Jahr 2017." Ledermann erklärte, die Jahre 2014, 2015 und 2016 hätten zu wenig Niederschlag gebracht. Es seien durchschnittlich 600 mm Regen gefallen. Normal sei eine Regenmenge von 700 mm bis 750 mm. 2015 habe es sogar deutlich weniger Regen gegeben, nämlich nur 480 mm.

Das erwähnte Ausnahmejahr 2017 hätte mit Niederschlägen von circa 800 mm aufgewartet. 2018 sei das Jahr mit dem Dürresommer gewesen. Bis Dezember seien lediglich 400 mm angekommen. Im Dezember habe es noch 90 mm gegeben. "Auch das Jahr 2019 war zu trocken", betonte Ledermann. Aus diesem Grund hätten einige Bäume sehr gelitten, da ihre Wurzeln nicht in die jeweilige Tiefe des Grundwassers reichten. Just betonte: "Die Wurzeln der Bäume konnten nicht so schnell und tief wachsen, wie es nötig gewesen wäre."

Die Maßeinheit Millimeter (mm) erklärt die Internetseite www.wetter.com recht gut. Unter dem Stichwort "Niederschlagsmenge" beschreibt sie die Millimeter so: "Die oft angegebene Einheit ist dabei Liter pro Quadratmeter (l/m²). In der Meteorologie wird jedoch eher die Angabe in Millimeter (mm) genutzt. Diese entspricht exakt der Einheit Liter pro Quadratmeter und gibt die Höhe der gefallenen Wassersäule an."

Fällung von 40 Bäumen kostet etwa 20000 Euro

Dass trotz des in der letzten Zeit gefallenen Regens der Boden nicht komplett durchfeuchtet ist, belegten Just und Ledermann, indem sie im Hofgarten an einer Stelle den Boden spatenblatttief aufgruben und dann schon wieder auf trockenen Erdboden stießen. Das hat die Mitarbeiter des Grünflächenamts trotz aller Beobachtungen dann doch etwas überrascht. "Es betraf auch Baumarten, von denen man es nicht erwartete, wie Buche und Spitzahorn. Dass diese ausfallen, also vertrocknen, damit habe ich nicht gerechnet!", sagte Ledermann. Vertrocknete Bäume bedeuten eine Gefahr. Sie könnten umstürzen, Äste könnten abbrechen. Spaziergänger oder der am Hofgarten vorbeifließende Verkehr müssten geschützt werden. Das Grünflächenamt wird die vertrockneten Bäume in der nächsten Zeit entfernen. Die Fällaktion mit zehn Mann und Kosten von 20000 Euro wird circa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Es geht laut Ledermann im Hofgarten um 40 Bäume. Wo solche Bäume bisher als Einzelbestand wuchsen oder wo Lücken entstünden, würden neue Bäume angepflanzt. Wo jedoch ausreichend Jungwuchs zu verzeichnen sei, würde man keine weiteren Anpflanzungen vornehmen. Die gefällten Bäume würden entweder bei Eignung zu Brennholz verarbeitet oder zu Hackschnitzeln zerkleinert.

Eine Bewässerung der Bäume des Hofgartens sei nicht möglich, sagte Ledermann. Just teilte mit, dass im Hofgarten etwa 1200 Einzelbäume stünden. Ledermann ergänzte, das Grünflächenamt müsse sich um etwa 2400 Bäume kümmern.

Eine Chance für die Esskastanie?

Ledermann und Just stellten der Presse den wahrscheinlichen Baum der Zukunft vor. Es sei die Esskastanie. Dieser Baum stamme aus dem mediterranen Bereich. Das bedeute, er komme gut mit intensiver Wärme und weniger Wasser klar, sei aber auch gegen Nachkälte und Frost widerstandsfähig.

Der Hofgarten bietet nach Angaben der Coburger Experten viele besondere Bäume. So steht dort wohl die größte und älteste Traubeneiche Coburgs, die wohl mindestens seit der Entstehung des Hofgartens, also seit 1682 dort wächst. Zudem gibt es besondere Bergahornbäume, die in einem hellen Grün leuchten und vom Hofgärtner des Belgierkönigs Leopold aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha gezüchtet wurden. Diese tragen den Namen Acer pseudo platanus "Leopoldii".

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