Grub am Forst
Freisprechung

37 professionelle Landwirte für den Raum Oberfranken-West freigesprochen

Die Abschlussfeier der Landwirtschaftsabsolventen in Grub am Forst wurde wie eine PR-Veranstaltung gehandhabt.
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Die erfolgreichen Absolventen des Landkreises Coburg, von links: Prüfungsausschussvorsitzender Holger Heilingloh, Bildungsberater am AELF Coburg Klaus Reininger, stellvertretender Coburger Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Wolfgang Schultheiß, Jan Seifert, Erik Posekardt, Louis Herbst, Adrian Becker, Philipp Kaltwasser, David Leutheußer, AELF-Leiter Harald Weber und Landrat Sebastian Straubel Foto: Alexandra Kemnitzer
Die erfolgreichen Absolventen des Landkreises Coburg, von links: Prüfungsausschussvorsitzender Holger Heilingloh, Bildungsberater am AELF Coburg Klaus Reininger, stellvertretender Coburger Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Wolfgang Schultheiß, Jan Seifert, Erik Posekardt, Louis Herbst, Adrian Becker, Philipp Kaltwasser, David Leutheußer, AELF-Leiter Harald Weber und Landrat Sebastian Straubel Foto: Alexandra Kemnitzer
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37 Absolventen erhielten ihre Zeugnisse und Urkunden bei der Freisprechungsfeier der Landwirte für den Raum Oberfranken-West (Bamberg, Coburg, Forchheim, Kronach, Lichtenfels). Mit Präsenten wurden als Beste Adrian Becker (Coburg) und Julian Kroll (Viereth) ausgezeichnet. Die beiden erzielten einen Notendurchschnitt von 1,62. Ebenso ausgezeichnet wurde Anne Trutsch (Selbitz) für ihren Notendurchschnitt von 1,89.

Prüfungsausschussvorsitzender Holger Heilingloh gab bekannt, dass die Gesamtdurchschnittsnote bei 2,86 liege und damit besser als im Vorjahr sei. In der Regel hätten im praktischen Teil bessere Prüfungsergebnisse erzielt werden können im schriftlichen. Er dankte Georg Böhmer, Ludwig Weis (Lichtenfels), Holger Heilingloh, Harald Reblitz (Coburg) und Heinrich Schwarzmann (Forchheim), auf deren Betrieben die praktische Abschlussprüfung erfolgt war. Die Auszubildenden kamen während der Prüfungswoche mächtig ins Schwitzen, nicht nur wegen der Anforderungen, sondern weil es 36 Grad heiß war.

Der Bildungsberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg, Klaus Reininger, gab bekannt, dass 20 die Regelausbildung absolviert und 17 über den BiLa-Lehrgang (Bildungsprogramm Landwirt) eine zweite Ausbildung abgeschlossen hätten.

"Den Berufsnachwuchs präsentieren"

"Mit der Freisprechungsfeier wird der offizielle Schlusspunkt hinter der dreijährigen Ausbildungszeit mit erfolgreicher Abschlussprüfung gesetzt", erklärte vom Berufsbildungsamt der AELF-Leiter Harald Weber aus. Diese Veranstaltung biete auch Gelegenheit, der Öffentlichkeit den Berufsnachwuchs der Landwirtschaft überregional zu präsentieren. Ferner sei die Feier eine "Promotion-Veranstaltung" für den Beruf des Landwirts, was dringend nötig sei. Durch die vielseitigen Anforderungen stehe auch die Landwirtschaft im Wettbewerb um die besten Köpfe der Nachwuchsgeneration. Er sei sich sicher, dass es ohne Nachwuchskräfte, die den Beruf gelernt haben, künftig keine professionelle Landwirtschaft mehr gebe. Die duale Ausbildung habe zwischenzeitlich Modellcharakter und ruhe auf den drei Säulen Meisterbetrieb, Berufsschule, Bildungsamt.

"Wir brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern", betonte Festredner Landrat Sebastian Straubel, der namens des Landkreises Coburg die Glückwünsche an die Absolventen übermittelte. Er machte ihnen Mut, nach der Ausbildung in die Vollen zu gehen. Straubel: "Sie sind die Zukunft und wichtig für unsere Heimat, unsere Umwelt und unsere Lebensmittel. Die Landwirtschaft ist kein seelenloser Job, vielmehr ist sie eine intensive Tätigkeit, die auch viel Spaß macht und erfüllend sein kann." Der Landrat machte weiter deutlich, dass auch in der Landwirtschaft viel im Umbruch sei. So seien die gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft gestiegen. Themen wie Umwelt- und Klimaschutz und artgerechte Tierhaltung seien Themen, die Bürger mehr und mehr bewegten. Oftmals werde eine Stimmungsmache erlebt, die so nicht stehen gelassen werden dürfe, wenn Bäuerinnen und Bauern unter Generalverdacht gestellt und zu Buhmännern der Nation ernannt würden. Straubel: "Viele Menschen haben ein falsches, verzerrtes Bild von der Landwirtschaft und den Landwirten. Die Wirklichkeit ist, dass Landwirte technisch und organisatorisch investieren und modernisieren. Sie sind Unternehmer, die in einem schwierigen Feld arbeiten und wirtschaften müssen." Seit vielen Jahren passten sie sich den Erfordernissen der Zeit an. Des Weiteren würden Betriebe häufig kontrolliert und auditiert. Sie müssten höchste Standards erfüllen. In der Regel gehe es den Tieren viel besser als früher, und die Produkte der Landwirtschaft seien erstklassig. Wie keine andere Branche werde die Landwirtschaft reglementiert und habe immense Auflagen und Vorschriften zu erfüllen. Dies mache die Arbeit als Landwirt unglaublich schwer. Die Proteste der Landwirte vor wenigen Tagen hätten eindrucksvoll verdeutlicht, dass gemeinsam und zusammen gearbeitet werden müsse, um der Landwirtschaft eine Zukunft möglich zu machen. "Ihr versorgt uns mit hochwertigen und sicheren Nahrungsmitteln", stellte Sebastian Straubel fest.

Zum BiLa-Lehrgang, der sich an Landwirte ohne landwirtschaftliche Berufsausbildung wendet und Qualifizierungsseminare umfasst, berichtete Tobias Dauer. Einblicke in ihre Ausbildung gaben Anne Tutsch, Florian Backer und David Leutheußer. Neben Grußworten des stellvertretenden Coburger Kreisobmanns des Bayerischen Bauernverbandes Wolfgang Schultheiß, des stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung in Oberfranken Martin Faber und des Bezirksvorsitzenden des Verbandes landwirtschaftlicher Ausbilder und Meister in Oberfranken Rudolf Steuer, wurde die Freisprechungsfeier vom Saxofonquartett "Quadrosax" umrahmt.

Folgende Absolventen konnten ihre Zeugnisse und Urkunden in Empfang nehmen:

Raum Bamberg: Johannes Helmreich (Heiligenstadt), Fabienne Jesse (Breitengüßbach), Julian Kroll (Viereth), Tobias Kundmüller (Viereth-Trunstadt), Heinrich Ott (Hirschaid), Tobias Zenk (Zapfendorf).

Coburg: Adrian Becker (Coburg), Louis Herbst (Ebersdorf bei Coburg), Philipp Kaltwasser (Neustadt bei Coburg), David Leutheußer (Seßlach), Erik Posekardt (Niederfüllbach), Steffen Schmidt (Itzgrund Lahm), Jan Seifert (Weitramsdorf).

Forchheim: Tobias Dauer (Hallerndorf), Anton Keltsch (Igensdorf), Stefanie Lassner (Wiesenthau), Martin Leuthäußer (Ebermannstadt), Florian Rupprecht (Igensdorf), Philipp Striegel (Ebermannstadt).

Lichtenfels: Sandra Bechmann (Lichtenfels), Andreas Billinger (Ebensfeld), Stefan Hümmer (Weismain), Johannes Knarr (Weismain), Benedikt Kremer (Altenkunstadt), Marlon Merklein (Weismain), Florian Schütz (Hochstadt), Johannes Weiß (Hochstadt), Tina Wenske (Redwitz).

Aus weiteren Landkreise: Dominik Pfuhlmann (Rauhenebrach, Haßberge), Felix Reisenweber (Untermerzbach, Haßberge), Marisa Döhla (Sparneck, Hof), Anne Trutsch (Selbitz, Hof), Florian Backer (Rugendorf, Kulmbach), Adrian Niedermayer (Schnaittach, Nürnberg), Lucia Maria Müller (Witzenhausen), Daniel Döhler (Marktleuthen, Wunsiedel), Manuel Döhler (Kirchenlamitz, Wunsiedel)

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