Coburg
Videotheken

25 000 DVDs und ein Problem

Internet und Anbieter wie Netflix machen dem DVD-Verleih zu schaffen. Thorsten Rosengarth und Andy Spielmann ziehen deshalb Konsequenzen.
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Andy Spielmann mit einem der "Blues Brothers" in der Videothek in der Melanchthonstraße. Sie steht zum Verkauf. Foto: Julian Übelhack
Andy Spielmann mit einem der "Blues Brothers" in der Videothek in der Melanchthonstraße. Sie steht zum Verkauf. Foto: Julian Übelhack
Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime geraten vor allem bei der jüngeren Bevölkerung immer mehr in Mode und überfluten den Markt mit Filmen und Serien. Für Videotheken bedeutet dies eine enorme Konkurrenz und führt vermehrt zu Geschäftsaufgaben. Laut der Marktdaten des Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland verringerten sich die Mietvorgängeder Videotheken von 72 Millionen im Jahr 2014 auf 47 Millionen im Jahr 2016.

Eine eher ungewöhnliche Anzeigegab der Betreiber der "Cinemathek Coburg", Thorsten Rosengarth am vergangenen Montag auf der Internetplattform "Ebay Kleinanzeigen" auf. Er möchte seine komplette Sammlung geschlossen verkaufen und sucht einen Nachfolger, "der bereit ist, Zeit und Geld zu investieren, um diese einzigartige Sammlung für sich und unsere Kunden zu erhalten", wie es in der Anzeige heißt. "Die Videothek ist für uns wie ein Baby und es ist schwer, so etwas abzugeben", sagt Andy Spielmann, Rosengarths Mitarbeiter. "Jedoch muss man auch vorausschauend sagen, dass es in Zukunft schwerer und schwerer für Videotheken wird."

Schuld für den Rückgang der Kunden, so Spielmann, seien die neuen Streamingdienste sowie Internetseiten, auf denen man sich Filme illegal ansehen kann. Die Qualität in Bild und Ton der Online-Filme sei aber nicht mit einer DVD oder Blu-ray zu vergleichen. Hinzu kommt, dass die meisten Filme vor der Veröffentlichung auf einer dieser Plattformen bereits in der Videothek vorhanden sind oder teilweise nicht einmal im Internet erscheinen. Die Videothek bietet vor allem spezielle "Art House" Filme an, für die nicht der kommerzielle , sondern viele künstlerische Aspekt im Vordergrund steht.Dank der Anzeige steigt die Aufmerksamkeit für die Videothek rapide. "Natürlich wollen wir das Geschäft, wenn möglich, nicht aufgeben und hoffen, durch die Anzeige an die Menschen zu appellieren, regionale Geschäfte zu unterstützen", erläutert Spielmann.
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